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Lisa Schwaninger, Julia Iser, Kyra Wallesch und Lara Horbank (von links) wissen, dass das Rhein-Main-Gebiet viel bietet.

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Junge Rüsselsheimerinnen zeigen auf Instagram die Vorzüge der Region

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Sechs Rüsselsheimerinnen geben auf ihrem Instagram-Kanal „rheinmain_verliebt“ Tipps für Ausflüge in der Region. Dabei setzen sie sich auf unkonventionelle Weise für mehr Heimatverbundenheit ein.

Es soll Phasen im Leben geben, da hat man viel Zeit – für junge Menschen ist das meist während des Studiums zwischen Klausurenphasen oder zwischen Bachelorabschluss und Masterbeginn. Und manchmal passiert es, dass diese Zeit sehr sinnvoll genutzt wird – wie zum Beispiel von den Macherinnen von „rheinmain_verliebt“, einem Kanal auf der Online-Plattform Instagram.

Kyra Wallesch und Lisa Schwaninger (beide 24) ging es genau so. „Wir hatten viel Zeit, aber kein Geld, um die Welt zu bereisen“, erzählt Wallesch, die Germanistik und Philosophie auf Lehramt studiert. „Klassische Studenten eben“, ergänzt Schwaninger und schmunzelt. Sie ist angehende Lehrerin für Bio und Chemie. „Wir wollten irgendetwas machen, das Spaß macht“, erklären beide.

Ästhetik und Information: Der Instagram-Kanal „rheinmain_verliebt“ vereint beides.

Das Konzept ist einfach: Bei gemeinsamen Ausflügen fotografieren die Mädels Natur- und Industriedenkmäler, markante Orte und Sehenswürdigkeiten in der Region und zeigen sie auf Instagram.

Ihre Ziele wählen die Entdeckerinnen mit Bedacht. Im Rhein-Main-Gebiet sollten sie liegen, nicht allzu weit entfernt sein. Das Felsenmeer, der Frankfurter Stadtwald, aber auch der Industriepark Höchst wurden schon besucht. Und Rüsselsheim? „Haben wir natürlich als Ortskundige auch schon gezeigt“, sagt Schwaninger.

Schnell seien auch ihre Freundinnen aus Schulzeiten mit an Bord gewesen. Lara Horbank (24), frischgebackene Pharmazeutin, und Psychologie-Studentin Julia Iser (25) gehören zum Team, weiterhin unterstützen Sabrina Kunz (24) und Katja Weller (25) die Rheinmain-Verliebten.

Gleichzeitig ästhetisch

Der Instagram-Kanal soll gleichzeitig ästhetisch, aber auch informativ sein. „Ich finde es blöd, wenn man irgendwo hier in der Gegend ist, und nichts darüber weiß“, so Lisa Schwaninger. Passend zum Gezeigten findet der Leser deshalb unter den Beiträgen kurze, unterhaltsame Infos darunter, meist geschrieben von Kyra Wallesch.

„Die Informationen dazu finden wir im Internet oder direkt an den Infotafeln, die bei vielen Denkmälern stehen“, sagt Horbank. Wallesch, die zwei Semester Geografie studiert hat, steuere oft ihr Wissen bei. „Kyra weiß alles über Bäume und wie der Boden beschaffen ist“, sagt Schwaninger lachend. Mindestens zu zweit ziehen die jungen Frauen am Wochenende los, im Idealfall sind alle mit von der Partie.

In erster Linie sei der Instagram-Account also für die eigene Beschäftigung entstanden, aber im Grunde seien „alle die Zielgruppe, die etwas Schönes im Rhein-Main-Gebiet entdecken wollen“, erklärt Julia Iser. Gleichzeitig wollen die Macherinnen ein Statement setzen.

„Der Trend geht ja eher zur Weltreise, nach Bali und Thailand fahren ja mittlerweile viele“, sagt Iser. „Hier geht man viel zu selten raus, und das, obwohl es viel zu entdecken gibt“, findet auch Wallesch. „Außerdem gerät die Landschaft aus dem Fokus“, meint Lara Horbank.

„Hippe Café-Blogs gibt es schon genug“, sagt sie. Die Entscheidung für einen anderen inhaltlichen Schwerpunkt auf Natur passt zum Konzept der Achtsamkeit und der Rückbesinnung, das derzeit einen Aufschwung erlebt.

Einfach loslaufen

„Das Tolle ist, dass man einfach losläuft, kein Geld haben muss und sich unterhalten kann“, findet Julia Iser. „Es ist schön, zusammen zu sein und dabei etwas zu entdecken – das ist besser als Wellness“, ergänzt Lara Horbank lachend.

Oft kommen auch die Großeltern der Mädels zu Wort. „Wir fragen sie oft, wohin wir früher Ausflüge gemacht haben“, sagt Wallesch.

Daraus seien schon viele Ideen enstanden. Als nächstes stehen die Weihnachtsmärkte der Region an – „vor allem die, die man vielleicht nicht so kennt“, so Horbank.

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