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Christine und Stefan Lorenz zeigen Sonderangebote: Im Geschäft rund 1000 Euro wert, beim Ski-Club sind Skischuhe und ein Paar Ski gebraucht für ein Zehntel zu haben.

Ski-Basar

Hier gibt es Winterausrüstungen zum Schnäppchenpreis

Ein prima Paar Ski für ein Zehntel des Neupreises? Beim Ski-Club sind solche Schnäppchen zwei Mal im Jahr möglich. Und eine gute Beratung gibt es zusätzlich.

Hohen Preisen im Handel trotzt der Nauheimer Ski-Club seit Jahrzehnten. Mit seinem Ski-Basar lockt der Verein immer wieder zahlreiche Käufer, die sich vierstellige Summen für Ski und Skischuhe nicht leisten wollen. „Bei uns kosten Gebrauchte nur ein Bruchteil“, betont Mitorganisator Stefan Lorenz.

Am Sonntag ist der Kellerraum im Clubhaus um 13.30 Uhr das Ziel von zahlreichen Schnäppchenjägern. Im Nu wird es dort so „kuschelig“ wie in einem Sessellift. Wer sich ein Paar Ski aus dem Regal nimmt, muss aufpassen, niemanden umzustoßen und nirgendwo anzuecken.

Nicht wenige greifen eilig zu. Die Angebote scheinen verlockend. Markenski, die zwar ein paar Kratzer haben, stehen für 30 bis 50 Euro im Regal. Wenige Meter entfernt warten Skischuhe auf neue Abnehmer, auch sie etwa zum gleichen Preis wie ein Paar Ski. Für beides zusammen wandern gut und gerne mal 900 bis 1000 Euro über den Ladentisch, wenn die Ware neu ist, erklärt Lorenz.

Seine Frau Christine, frühere Vorsitzende des Vereins, verrät, dass sich ihre fünfköpfige Familie die Wintersportausrüstung einst gerne und regelmäßig gebraucht gekauft habe. „Anders wäre das viel zu teuer geworden“, sagt sie. Selbst wer seine Ski im Wintersportort leihe, zahle für zwei Tage rund 50 Euro. „Da guckt man doch lieber mal bei uns nach einem Schnäppchen“, betont Christine Lorenz.

Das Beste an der Sache sei: Niemand wisse bei einem Kauf, egal ob funkelnagelneu oder gebraucht, wie gut die Schuhe wirklich passen oder wie leicht sich die Skier fahren lassen. Schnell seien dann hohe Summen wortwörtlich in den Schnee gesetzt, wenn vor der Fahrt in die Alpen alles neu erworben wurde. Bei der Second-Hand-Ware sei eine Fehlinvestition leichter zu verschmerzen „und wenn etwas nicht passt, bringe ich alles im nächsten Jahr wieder hierher zum Weiterverkauf“, sagt Lorenz. Die Verluste seien minimal.

Cornelia Czernek nutzt am Sonntag das Angebot. Sie probiert gerade Skischuhe an und lacht, als sie den fragenden Blick erkennt. Denn von der Gemeindevertreterin der FDP ist bekannt, dass sie sich vor ein paar Wochen einen Bänderanriss zugezogen hat und noch Krücken benutzen muss. „Mein Arzt hat gesagt, ich darf bald Ski fahren“, erklärt sie und entscheidet sich für ein stabiles, gut aussehendes Paar.

Stefan Lorenz und Mitorganisator Ralf Ackermann stehen als Berater allen Besuchern zur Seite, andere Mitglieder sitzen an der Kasse. Andere Aktive erklären die Vorteile von Carving-Ski, mit denen sich leichter Slalom fahren lasse, sie achten auf die Passform von Helmen und erklären, wie fest ein Skischuh um den Knöchel sitzen sollte ohne zu drücken. Jahrelange Erfahrung macht sich da bezahlt. Wie lange es die Ski-Basare beim Ski-Club schon gibt, wissen Lorenz und Ackermann nicht mehr genau. Verbürgt ist, dass der Verein schon in den 1980er Jahren die Gebrauchtverkäufe organisierte und damit kreisweit ein Vorreiter war.

Am Sonntag stürmen viele Mütter und Väter mit Kindern das Vereinsheim. Sie suchen für ihren Nachwuchs etwas. Kein Problem, der Ski-Club hat zahlreiche Kinderschuhe, kleine Ski und Helme für Kids, obwohl das Angebot in früheren Jahren auch schon etwas üppiger gewesen sei, wie Lorenz sich ins Gedächtnis ruft. Das hänge immer davon ab, was und wie viel die Leute anliefern, die ihre Ware dem Verein in Kommission zum Verkauf überlassen. Gut für die Vereinskasse: 15 Prozent vom Verkaufserlös behält der Ski-Club.

Nicht mehr angeboten wird das Einstellen der Bindungen auf den jeweiligen Skifahrer und sein Gewicht. „Das können wir uns nicht mehr leisten“, bedauert Stefan Lorenz. Denn ein entsprechendes Gerät sei nicht nur teuer in der Anschaffung, sondern müsse regelmäßig kalibriert werden. Dafür sei nochmals viel Geld notwendig. Also bleibe den Käufern nur der Weg zu einem Fachmann in einem Geschäft „oder man lässt das im Wintersportort direkt machen“, empfiehlt Christine Lorenz.

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