Umwelt

Hier sollen Frösche und Co. sich wohlfühlen - Naturschützer legen Tümpel an

Um für bedrohte Amphibien wie Gelbbauchunke und Laubfrosch Laichplätze zu schaffen, hat der Nabu auf einer Wiese im Wald bei Königstädten sechs Tümpel ausgehoben. Die Umsetzung des Projekt gestaltete sich schwierig.

Geübt fährt Dieter Baumgardt mir seinem sportlichen Flitzer den holprigen Waldweg entlang. Um die neu ausgehobenen Tümpel auf den Schwarzbachwiesen bei Königstädten regelmäßig kontrollieren zu können, hat der Vorsitzende des Rüsselsheimer Naturschutzbunds (Nabu) eine Sondergenehmigung zum Befahren der Wirtschaftswege.

Nach einer kurzen Strecke lichtet sich der Wald und eine große Wiese erscheint im Blickfeld. „Das hier sind ehemalige Mähwiesen der ortsansässigen Bauern“, erklärt Baumgardt.

Zusammen mit Rainer Passet vom Natur- und Vogelschutzverein Königstädten hat er zu einem Ortstermin eingeladen, um sein jüngstes Projekt vorzustellen. Zwei Jahre habe es gedauert von der ersten Idee bis zur Umsetzung. Dabei habe er manches Hindernis behördlicherseits aus dem Weg räumen müssen. „Letztendlich wurden fünf kleine Tümpel für die Gelbbauchunke und ein größerer für den Laubfrosch genehmigt“, freut sich der Umweltschützer über den Erfolg seiner Beharrlichkeit. Die ganze Aktion habe sich sehr viel umständlicher gestaltet als anfangs erwartet. So habe der Aushub professionell entsorgt werden müssen, statt ihn einfach an Ort und Stelle zu lassen. „Der trockene Sand wäre eigentlich gut gewesen für die Schmetterlinge, die brauchen die Mineralien“, wundert sich Baumgardt. Verunreinigt sei der Boden nicht, das sei geprüft worden. Dafür sprächen auch die Maulwurfhügel. „Maulwürfe sind ein Indikator dafür, dass der Boden gesund ist“, ergänzt Passet.

Den Boden habe man wie gefordert abtransportieren lassen. „Das war nicht billig“, sagt Baumgardt, der sich wundert, warum Kiesunternehmen Geld für ihren Sand bekämen, die Naturschützer hingegen noch für die Abholung zahlen müssten.

Obwohl die Löcher erst kürzlich gegraben wurden, hat sich das offensichtlich schon herumgesprochen unter den tierischen Anwohnern. Zwei Libellen fliegen gerade über der Wasseroberfläche entlang. „Die bilden ein Tandem, das heißt dass sie gerade ablaichen“, weiß Passet. Für ein Jahr komme er alle vier Wochen her und dokumentiere, wie sich die Vegetation entwickelt. Mit seinen Fotos werde er die Vereinsmitglieder auf dem Laufenden halten.

Baumgardt indes wird den Bundesverband des Nabu regelmäßig über das Projekt informieren.

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