Wohnungsbau in Bauschheim

Hier wird Platz für junge Familien geschaffen

Immer mehr Menschen wollen im Rhein-Main-Gebiet leben. Das bekommt auch Rüsselsheim zu spüren. Jetzt soll aus einem alten Kita-Gelände ein Wohngebiet werden.

Der Bagger rollt, die Arbeiter wuseln emsig umher. Einige von ihnen verlegen die Kanalisation auf dem Gelände. „Das ist gerade die größte Herausforderung“, berichtet Dirk Adam, Leiter der Abteilung Stadtentwässerung und Wasserbau beim Rüsselsheimer Tiefbauamt. Schließlich müssen die Rohre im Ernstfall große Wassermassen aufnehmen können. Denn sogenannte Jahrhundert-Regen gebe es inzwischen ein- bis zweimal jährlich.

Aus der Baustelle in der Rheingauer Straße in Bauschheim soll bis 2021 ein Wohngebiet werden. Geplant sind etwa ein Dutzend, maximal zweigeschossige Einzel- und Doppelhäuser in „offener Bauweise“. Das bedeutet, dass es zwischen den einzelnen Häusern einen seitlichen Mindestabstand geben wird. Die Kosten für Kanalisation und Straßenbau belaufen sich auf knapp 340 000 Euro. Weitere Beträge werden etwa für Vermessungsarbeiten fällig.

Vermarkten soll die Grundstücke bald das städtische Liegenschaftsamt. Für junge Familien seien sie besonders attraktiv, ist Britta Löhrke-Fertmann überzeugt, die beim Fachbereich Umwelt und Planung das Gebiet Grundlagen und Sonderaufgaben verantwortet. „Kita, Schule, Einkaufsmöglichkeiten – das ist alles in der Nähe“, gibt sie zu bedenken. Umgekehrt würde junge Familien die Infrastruktur beleben. Und Löhrke-Fertmann hat keinen Zweifel, dass sich genügend Interessenten finden. „Rüsselsheim ist in den vergangenen beiden Jahren stark in den Fokus geraten, weil die Stadt mitten im Rhein-Gebiet liegt und Wohnen hier noch bezahlbar ist “, erzählt Löhrke-Fertmann.

Ferner sei es denkbar, auf dem Gelände kleine Dienstleister unterzubringen. Sie persönlich könne sich dort beispielsweise eine Arztpraxis vorstellen, äußert sich Löhrke-Fertmann.

Indes laufen die anspruchsvollen Kanalarbeiten seit Juni und sollen noch in diesem Monat abgeschlossen werden. Ebenfalls bis Ende Juli sollen Versorgungsleitungen wie Strom und Telefon verlegt werden.

Wo sich heute die Baustelle befindet, befand sich früher eine Kindertagesstätte. Nachdem die als „Schimmel-Kita“ berüchtigt gewordene Einrichtung jedoch vor einigen Jahren abgerissen worden war, befand sich dort zeitweise ein Container-Dorf zur Unterbringung der Kinder. Die sind nun fort, seit Anfang des Jahres leben dafür auf einem Teil des Geländes etwa 50 Senioren in der Anlage „Wohnparkplus“. sw

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