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Parkplätze

Hochschule Rhein-Main setzt Vorgabe um und errichtet großzügig Stellflächen für Autos vor dem Haupteingang

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Vor der Hochschule sollen doppelt so viele Parkplätze entstehen wie zuvor. Obwohl diese gar nicht wirklich gebraucht werden. Anwohner im Brückweg sind bei dem Vorhaben zwiegespalten.

Das Gestrüpp ist nur noch Kleinholz. Seit dem Wochenende sind Arbeiter auf dem Grundstück direkt vor dem Haupteingang zur Hochschule zugange. Was hier an Wildwuchs in den vergangenen Jahren gedeihen durfte, liegt mittlerweile auf einem großen Haufen. Mit einem Bagger wird abgeholzt und kleingemacht, anschließend planiert.

Denn im Brückweg soll in den kommenden Wochen ein neuer Parkplatz entstehen. Nebendran gibt es zwar schon einen mit 54 Stellplätzen. Wenn alles fertig ist, und die beiden Parkplätze miteinander verbunden sind, wird es aber noch einmal 66 Pkw-Buchten geben, also mehr als doppelt so viele, wie Hochschulpräsident Detlev Reymann gestern erklärte, der eigens für diesen Ortstermin von seinem Büro in Wiesbaden nach Rüsselsheim gekommen war.

Nur für Beschäftigte

 

Die Parkplätze sind allein Beschäftigten der Hochschule vorbehalten, die durch eine Schranke müssen, um dort ihr Auto abzustellen. Allenfalls dürfen Gäste noch drauf. Weder Personal noch Besucher haben sich in jüngster Zeit aber plötzlich verdoppelt.

Die großzügige Parkplatz-Erweiterung rührt noch vom großen Bauvorhaben von vor zwei Jahren her. Damals wurden mit dem Gebäude G neue Hörsäle und mehr Platz für Lehre und Forschung geschaffen. Unter anderem ist hier der Flugsimulator untergebracht. Voraussetzung für die Baugenehmigung waren entsprechend mehr Parkplätze, so geben es die Behörden vor.

Diese werden jetzt auf den rund 1000 Quadratmetern vor der Hochschule, in der Studenten sich unter anderem mit „Smart Mobility“ beschäftigen, angelegt. Eventuell wird es auch Ladesäulen für Elektro-Autos geben. Wie viele, darauf wollte Präsident Reymann sich noch nicht festlegen.

Für eine sechsstellige Summe hat das Land Hessen, das Eigentümer der Hochschulgebäude ist, das Grundstück gekauft, auf dem früher einmal ein Wohnhaus stand. Nach dessen Abriss lag der Streifen brach.

Der Bau des Parkplatzes kostet ebenfalls eine sechsstellige Summe, sagte Reymann, der noch hinzufügte, dass alle Beschäftigten der Hochschule mittlerweile das Landesticket für die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln hätten und der alte Parkplatz zwar zu Vorlesungszeiten, aber nicht immer außerhalb derselben voll sei.

Die Arbeiten sollen in den nächsten Wochen, je nach Witterung, fertig sein. Erschlossen wird der Parkplatz weiterhin über die bisherige Zufahrt, eine neue wird es nicht geben. Auch der Bau der neuen Stellfläche wird über diesen Eingang abgewickelt werden.

Den Plänen nach wird es rund um die Parkplätze viel gepflanztes Grün geben. Darauf hofft auch Anwohnerin Nicole Bauer, die mit ihrem Ehemann und drei Kindern direkt neben dem neuen Parkplatz in einem Haus lebt.

Keine Riesenbaustelle

 

Sie sei zwar nicht begeistert von der Idee, dass nebenan Stellplätze für Autos entstehen sollen, andere Nachbarn im Brückweg würden das ähnlich sehen. Ein weiteres Einfamilienhaus wäre ihr lieber gewesen.

Andererseits hätte es schlimmer kommen können, sagt sie. Wenn etwa gleich ein ganzes Parkhaus entstanden wäre. Sie könne im Übrigen aus ihren eigenen Beobachtungen bestätigen, dass der bisherige Parkplatz selten voll ausgelastet sei.

Theoretisch gebe es die Möglichkeit, auch noch ein Parkdeck über der neuen Stellfläche zu schaffen, ergänzte Hochschulpräsident Reymann, ruderte aber gleich wieder zurück. Das sei in nächster Zeit nicht mal ansatzweise geplant.

Es werde auch keine weitere Riesenbaustelle etwa in der Größenordnung des alten und neuen Schwimmbads geben, versicherte er. Lärm und Staub des Schwimmbad-Abrisses belasten die Anwohner im Brückweg schon seit langem.

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