Bibliothek

Ein Hort des Wissens an der Hochschule

  • schließen

Obwohl sie zehntausende Bücher beherbergt, ist die Hochschul-Bücherei wohl für die meisten Nicht-Studenten ein unbekannter Ort. Anlässlich des Tags der Bibliotheken haben wir uns dort einmal umgeschaut.

Bibliotheken stehen für Bildung und Kultur. Um auf ihren Wert aufmerksam zu machen, rief der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker 1995 einen eigenen Aktionstag für sie ins Leben. Seither wird dieser stets am 24. Oktober begangen. Das Datum geht auf die Gründung der ersten deutschen Stadtbibliothek in Sachsen zurück. In Rüsselsheim präsentiert Bürgermeister und Kulturdezernent Dennis Grieser (Grüne) aus Anlass des Tags der Bibliotheken heute das Angebot der Stadtbücherei Am Treff und der Büchereien in den Stadtteilen. Darüber hinaus gibt es aber noch eine weitere große Bibliothek in der Stadt. Und zwar die des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften der Hochschule Rhein-Main.

Noch relativ ruhig geht es dort am Dienstagvormittag zu. Das Wintersemester hat gerade erst begonnen. Die Studierenden, die da sind, sprechen, wenn überhaupt, leise. Auffällig viele sitzen in Gruppen zusammen, alle wirken konzentriert. Schließlich brüten sie nicht über Krimis und Co., sondern über wissenschaftlicher Literatur. Diese bildet in der Bibliothek das ganze Spektrum der Ingenieurwissenschaften ab.

Monika Kreutzer steht an der Ausleihe, kurzes braunes Haar, randlose Brille, freundliches Gesicht. Seit fast 30 Jahren leitet sie die Bibliothek. Zusammen mit drei Kollegen und ein paar studentischen Hilfskräften wacht sie über

42 000 Printmedien

. Trotz der immer weiter voranschreitenen Digitalisierung wollten die Studierenden nach wie vor nicht auf gedruckte Bücher verzichten.

Dabei gibt es von vielen Büchern inzwischen auch eine elektronische Variante. „Es ist aber ein Unterschied, ob ich in einem Buch blättere oder über den Bildschirm scrolle“, gibt Kreutzer zu bedenken. Texte von Printausgaben ließen sich leichter überfliegen als ihre digitalen Pendants. Selbst wenn sie das E-Book schon hätten, würden die Studierenden in der Regel noch die Printversion bestellen. Selbst wenn das mit einer gewissen Wartezeit verbunden ist, etwa weil der gewünschte Titel schon verliehen ist oder erst von einer Partner-Bibliothek bestellt werden muss. Ihre Literatur suchten sich die Studierenden äußerst zielgerichtet aus. Dies hänge auch mit den modernen Bachelor-Studiengängen zusammen, in denen die Inhalte sehr komprimiert seien.

Kreutzer ist studierte Diplom-Bibliothekarin. Nach Rüsselsheim kam sie bereits 1990. Eingestellt wurde sie von Anfang an als Leiterin der Hochschul-Fachbücherei. Ihre beruflicher Alltag sehe heute jedoch anders aus als damals. Beispielsweise wurde der Bücher-Bestand früher mit Katalog-Karten erfasst, heute wird diese Aufgabe mit der Hilfe digitaler Datenbanken erledigt.

Ein wichtiger Service, den die Hochschul-Bibliothek damals wie heute anbietet, sind die Schulungen für Studierende – sei es zur Literaturrecherche oder dem korrekten Zitieren, das, wie Kreutzer betont „zur guten wissenschaftlichen Praxis“ gehört.

Doch nicht nur Studierenden und Mitarbeitern der Hochschule steht die Bibliothek offen. Jeder Interessierte kann eine Nutzerkarte bekommen und dann auf den größten Teil des Bestands zugreifen. Und das gilt nicht nur für den in Rüsselsheim, sondern für alle Medien der Bibliotheken der Hochschule Rhein-Main, die ihren Hauptsitz in Wiesbaden hat. Kreutzer zufolge machen gerade viele junge Menschen, die noch in der Schule sind von dem Angebot Gebrauch. Zum Beispiel, wenn es in der Oberstufe gilt, eine Facharbeit zu schreiben. Für eine Nutzerkarte brauchen Minderjährige neben einem Ausweis noch eine Einverständniserklärung der Eltern und eine Kopie von deren Ausweisen. Dann kann es losgehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare