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Hier im Labor verbringt er gerade viel Zeit mit dem Studium: Moses Githinji erhält heute den DAAD-Preis für herausragende Leistungen ausländischer Studenten.

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Moses Githinji wird heute mit Preis für herausragende Leistungen ausländischer Studenten ausgezeichnet

Der Maschinenbau-Student Moses Githinji erhält heute beim politischen Neujahrsempfang der Hochschule Rhein-Main im Museum Wiesbaden den DAAD-Preis für herausragende Leistungen ausländischer Studenten.

Manchmal könne er gar nicht fassen, wie sein Leben bisher verlaufen sei, gibt Moses Githinji zu. Der junge Mann studiert Maschinenbau an der Hochschule Rhein-Main auf dem Campus in Rüsselsheim. Dieses Semester wird er seine letzten Scheine machen. Bis September will er dann seinen Bachelor Abschluss in der Tasche haben.

„Danach möchte ich noch meinen Master machen, wahrscheinlich als Wirtschaftsingenieur. Ich habe mich noch nicht ganz entschieden“, berichtet der 25-Jährige. Dabei kommt Moses Githinji aus einem kleinen Dorf in Kenia, etwa 300 Kilometer nördlich der Hauptstadt Nairobi. „Die wenigsten Menschen aus meinem Dorf gehen ins Ausland. Das war ein totaler Zufall, dass ich nach Deutschland gekommen bin“, so der Student. Als er noch das Gymnasium in seiner Heimatstadt besucht hat, habe er einen jungen Deutschen getroffen, der zu dieser Zeit sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in Kenia absolvierte. „Ich wusste damals noch gar nichts von der Möglichkeit und was ein FSJ eigentlich ist“, gibt Githinji zu.

Dank der Hilfe des Deutschen habe er sich dann auch um ein FSJ beworben und sei so mit 19 Jahren nach Mainz gekommen, wo er ein Jahr lang in einem Seniorenheim arbeitete. „Eigentlich war geplant, dass ich nach dem FSJ wieder nach Kenia zurückkehre. Doch dann habe ich vom Studienkolleg in Kassel erfahren, mit dem ich den deutschen Fachhochschulabschluss machen konnte“, erzählt der 25-Jährige weiter.

Ein großes Glück

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Kollegs hätten Freunde ihm von ihrem Studium an der Hochschule Rhein-Main vorgeschwärmt. „Da habe ich mich auch beworben und wurde genommen. Das war ein großes Glück für mich.“

Heute Nachmittag erhält Moses Githinji beim politischen Neujahrsempfang der Hochschule Rhein-Main den DAAD-Preis für herausragende Leistungen ausländischer Studenten. Githinji erhält diese Auszeichnung nicht nur für seine guten Leistungen im Studium, sondern auch für sein vielfältiges soziales Engagement. Der junge Mann wurde von einem seiner Professoren, Claus Schul, vorgeschlagen.

Denn trotz seines intensiven Studiums findet Githinji die Zeit, neuen Studierenden aus fremden Ländern als Auslandstutor zur Seite zu stehen. „Ich will den Mit-Studenten mit meiner ehrenamtlichen Arbeit das Ankommen in der Hochschule leichter machen. Ich kann mich noch gut daran erinnert, wie schwer die Anfangszeit in Deutschland für mich war. Wenn ich anderen bei Schwierigkeiten helfen und Tipps geben kann, damit sie es etwas leichter haben, dann habe ich meine Aufgabe erfüllt“, erzählt Moses Githinji.

Ehrenamtlich tätig

Und das ist noch nicht alles. Der junge Kenianer hat zudem in Kooperation mit der katholischen Hochschulgemeinde eine Lerngruppe mit dem Titel „Lernen bis zum Umfallen“ gegründet. „Wir lernen vor Klausuren von 8 Uhr am Morgen bis 3 Uhr in der Nacht, eben bis zum Umfallen. Doch der Erfolg der Lerngruppe ist toll. Kaum ein Teilnehmer schneidet danach schlecht ab. Es sind immer Studenten anwesend, die sich auf einem Gebiet gut auskennen. Dieses Wissen geben sie dann an die anderen weiter“, erzählt der 25-Jährige.

Neben der Tätigkeit als Auslandstutor und der Organisation der Lerngruppe hat Moses Githinji außerdem zusammen mit anderen Studenten die Verantwortung für das „Oscar Studikino“ übernommen. „Wir organisieren alle zwei Wochen eine Kinoveranstaltung auf dem Campus, bei der wir – für Studenten vergünstigt – die aktuellsten Filme zeigen, die gerade in den großen Kinos laufen“, berichtet Githinji.

Warum er all diese ehrenamtlichen Aufgaben übernommen habe? „Es ist nicht selbstverständlich, dass ich als Ausländer hier einfach so studieren darf. Ich will auch etwas zurückgeben.“

Über den DAAD-Preis sagt Moses Githinji: „Das bedeutet mir sehr viel. Für mich ist das eine Belohnung und gleichzeitig eine große Motivation, weiterzumachen.“

DANIELA HAMANN

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