Die neue Photovoltaik-
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Die neue Photovoltaik-

Energieversorgung

Im Bürgerhaus fließt jetzt Solarstrom

"Für Bauschheim" weiht Photovoltaikanlage ein - Gewinn für Umwelt und Vereinskasse

Bauschheim -Hätte der Verein "Für Bauschheim" im November 2014 das Bürgerhaus nicht von der Stadt übernommen, wer weiß, was daraus geworden wäre. Heute ist das Bürgerhaus ein Schmuckstück und zugleich ein Beweis für bürgerschaftliches Engagement. Der Verein hat das Haus nicht nur komplett renoviert, sondern auch die Außenanlage neu gestaltet und nun, um auf der einen Seite Geld zu sparen, auf der anderen Seite aber auch ein Zeichen für Nachhaltigkeit zu setzen, eine große Photovoltaikanlage auf dem Dach des Bürgerhauses installiert.

Ein Viertel der Dachfläche ist nun mit Sonnenkollektoren bedeckt, die den Strombedarf des Bürgerhauses im Sommer nicht nur decken, sondern zeitweise so viel Solarstrom produzieren, dass er ins Netz eingespeist werden kann und dem Verein zusätzliche Einnahmen verschafft. Dazu kommt noch die Stromersparnis, wie Vereinsvorsitzender Wolfgang Jung zufrieden feststellt. Inzwischen finanziere sich das Bürgerhaus selbst, weil man trotz Corona einige Vereine, Verbände und andere Gruppen gewinnen konnte, die das Bürgerhaus nutzen und dafür auch bezahlen.

In zehn Jahren amortisiert

Auf das Jahr hochgerechnet, deckt die Photovoltaikanlage rund 60 Prozent des Strombedarfs des gesamten Gebäudes und der dortigen Gaststätte. Im Sommer mehr, im Winter weniger. Je nachdem, wie lange und intensiv die Sonne scheint. "Wenn in Bauschheim der Strom ausfällt, machen wir weiter", freuen sich Vorsitzender Jung und Vereinsmitglied Robert Petek, der als Fachmann den Bau der Solaranlage betreut hat und sich mit der Technik, die im Keller in einem früheren Umkleideraum installiert wurde, bestens auskennt. Stolz zeigt er die verschiedenen Apparaturen, die sogar das Wetter des nächsten Tages voraussehen können.

Während die gesamte Sanierung des Bürgerhauses rund eine halbe Million Euro gekostet hat, waren für die Photovoltaikanlage rund 50 000 Euro veranschlagt worden, die durch ein günstiges KfW-Darlehen finanziert wurden. Zudem habe eine Bank noch einen kleinen Zuschuss geleistet. In etwa zehn Jahren habe sich die Anlage amortisiert, "dann verdienen wir damit Geld", sagt Robert Petek.

Nun plant der Verein am Bürgerhaus noch eine digitale Anzeige, an der Passanten ablesen können, wie viel Strom die Anlage bisher erzeugt hat und wie viel sie jeweils aktuell erzeugt. Auch eine Ladestation für Elektrofahrzeuge sei an der Halle noch geplant. Besonders stolz ist Petek auf eine eindrucksvolle Zahl. Durch den Betrieb der neuen Anlage würden rund 13 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr eingespart.

Von drei Säulen getragen

Auch Dank einiger Sponsoren sei das Bürgerhaus inzwischen ein Selbstläufer, wie Wolfgang Jung betont. Er spricht von drei Säulen, die das Haus tragen. Da seien erstens die Landfrauen, die Bauschheimer Narrenzunft sowie die Sport- und Kulturgemeinde, dann die Sponsoren und schließlich die Veranstaltungen. Und als vierte Säule sollen irgendwann dann auch Gewinne durch den Betrieb der Photovoltaikanlage hinzukommen.

Der Verein "Für Bauschheim" entwickele sich außerdem sehr gut, habe auch während der Corona-Pandemie neue Mitglieder gewonnen und besitze inzwischen 440 Mitstreiter. Tendenz steigend. "Wir sind jetzt im siebten Jahr und schauen optimistisch nach vorne", erklärte der Vorsitzende am Dienstagabend stolz. Der Verein hatte den Außenbereich des Bürgerhauses mit Sonnenblumen geschmückt und seine Mitglieder sowie Sponsoren zu einer kleinen Einweihungsfeier für die neue Photovoltaikanlage eingeladen. Hans Dieter Erlenbach

Robert Petek zeigt die Technik, die im Keller in einem früheren Umkleideraum installiert wurde.

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