Grüne Oase: Bianca Menssen hat derzeit wieder zwei Schwäne in ihrer Obhut. Foto: Stella Lorenz
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Grüne Oase: Bianca Menssen hat derzeit wieder zwei Schwäne in ihrer Obhut. Foto: Stella Lorenz

Tiere

Immer wieder gefiederte Gäste

  • Stella Lorenz
    vonStella Lorenz
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Erst waren es die berühmten "Stöpselchen", die sie aufpäppelte. Jetzt pflegt Bianca Menssen wieder zwei Schwäne. Der Zustand der Tiere war noch vor kurzem alles andere als gut.

Rüsselsheim-Zwei Jahre ist es nun her, dass Bianca Menssen zehn kleine Schwäne, damals unter dem Kosenamen "Stöpselchen" bekannt geworden, unter großem Interesse der Öffentlichkeit aufgezogen und erfolgreich ausgewildert hat - seitdem will nicht so recht Ruhe einkehren bei der Rüsselsheimerin. Im Gegenteil: Ihr Zuhause hat sich zu einer Auffangstation gemausert.

Seit dem "Auszug" der Stöpsel im September 2018 haben zahlreiche gefiederte Gäste kurzzeitig im Garten der Menssens Unterschlupf gefunden. "Stockenten, Nilgänse, Schwäne - alles war schon da", sagt Bianca Menssen schmunzelnd. Im April 2020 habe sie zuletzt Schwäne gehabt und sich dann auf etwas ruhigere Zeiten gefreut. Aber natürlich sei alles anders gekommen.

Bleivergiftung aus Gewässer

Seit gut drei Wochen wohnt nun Olga bei ihr, eine Schwanendame mit Bleivergiftung. Gefunden haben sie drei junge Männer in der Nähe des Hofgut Langenau, berichtet Menssen. Lange Zeit hat die gut dreijährige Schwanendame bei Offenbach gelebt, das habe der zuständige Beringer Bianca Menssen mitteilen können. Dort komme wohl öfter Blei in Gewässern vor, so der Beringer.

Fast ein Jahr lang wurde das Schwanenmädchen nicht mehr gesehen. Als sie gefunden wurde, konnte sie nicht mehr aufstehen. Die Mutter von einem der jungen Männer kannte zufälligerweise Bianca Menssen, die sofort zum Hofgut fuhr und den Vogel abholte.

Die Tierärztin konnte keine äußerlichen Verletzungen feststellen, aber Röntgen- und Blutbild machten klar: Hier liegt eine Bleivergiftung vor. Bianca Menssen verabreicht dem Tier jetzt regelmäßig Medizin - oral via Schlauch, den sie in die Speiseröhre des Tieres einführt. Wann Besserung eintritt, ist noch nicht abzusehen, mittlerweile kann die Schwanendame aber wieder halbwegs aufstehen, hat gesunden Appetit und seit zwei Tagen auch einen Artgenossen als Gesellschaft.

"Der kleine Schwan hier ist vielleicht drei Monate alt", sagt Menssen und zeigt auf den Vogel mit dem hellgrauen Flaum. Er sei verletzt und in einer Pflegestelle gewesen, danach hätten die Schwaneneltern ihn nicht mehr annehmen wollen.

Jetzt haben beide Tiere zumindest vorübergehend ein Zuhause, wo es Futter, eine Bademöglichkeit und einen geräumigen Auslauf gibt. Wenn alles gut geht, will Bianca Menssen die Tiere in der Nähe auswildern. In Rüsselsheim gebe es allerdings ein sehr aggressives Schwanenpaar, deshalb möchte sie es lieber in Bischofsheim versuchen. Bis dahin wird aber noch eine Weile vergehen, denn Olga ist noch unterernährt, wiegt statt den normalen neun nur sechs Kilogramm.

"Stöpsel" sind offenbar wohlauf

Einige der Stöpsel hat Bianca Menssen übrigens erst vor kurzem noch gesehen. "Bis Anfang des Jahres waren ein paar in Bischofsheim. Und drei sind an der Mosel. Das wissen wir, denn die drei sind beringt." Corona-Lethargie kommt bei den Menssens jedenfalls nicht auf. Ständig muss saubergemacht, gefüttert und eben auch medizinisch versorgt werden. "Langeweile - was ist das?", fragt Bianca Menssen, Schwanen-Pflegemutter durch Zufall und mittlerweile aus größter Überzeugung, und lacht. Von Stella Lorenz

Futterspenden benötigt

Wer Bianca Menssen und ihre gefiederten Pflegekinder unterstützen möchte, kann das in Form von Futterspenden tun. Die Tiere mögen vor allem Mais, Kopfsalat oder Körner. Wer mehr wissen möchte, kann sich unter 0162 - 4 18 88 96 direkt an Bianca Menssen wenden.

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