Am Dienstag gesehen: Ein ungebetener Gast im Festungsgraben. Zurzeit hält sich eine kleine Rotte im Mainvorland auf.
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Seit ein paar Tagen halten sich Wildschweine in Rüsselsheim nahe Frankfurt auf. Die Polizei rät zur Vorsicht.

Wildtiere

Wildschweine in der Stadt: Polizei rät zur Vorsicht

  • Dorothea Ittmann
    VonDorothea Ittmann
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In Rüsselsheim sorgen Wildschweine für Unruhe. Im schlimmsten Fall muss die Polizei die Tiere erschießen, denn sie können gefährlich werden.

Rüsselsheim – In Rüsselsheim ist die Sau los. Ungewöhnlich für Pandemie-Zeiten, aber in diesem Fall handelt es sich auch nicht um eine Party, sondern um die echten Tiere. Just am Donnerstagmorgen spaziert ein Wildschwein durch den Festungsgraben. Die Passanten gucken verdutzt, das Schwein auch. Dann dreht es ab, erklimmt den Graben und läuft gemütlich Richtung Mainvorland. Die Polizei ist dem Tier schon auf den Fersen. Mit dem Streifenwagen folgen die Beamten dem Wildschwein, bis es sich von den Häusern entfernt hat.

Alexander Wagner, Dienstgruppenleiter bei der Stadtpolizei Rüsselsheim, ist alles andere als erfreut über den tierischen Besuch. Denn das gesichtete Wildschwein ist Teil einer kleineren Rotte von vier Tieren, die sich seit ein paar Tagen auf den Mainwiesen aufhalten. Wie sie dort hingekommen sind, ist Wagner ein Rätsel. Weit und breit ist kein Wald in Sicht, das Rüsselsheimer Mainvorland ist mit Häusern begrenzt, nach Nordosten verläuft die Bundesstraße 43. "Wir bekommen derzeit viele Anrufe aus der Bevölkerung", sagt Wagner, der mit seinen Kollegen versucht, die Rotte zu vergrämen. Das Problem: "Die Wildschweine kommen und gehen, wie sie möchten."

Wildschweine in Rüsselsheim nahe Frankfurt: Polizei rät zur Vorsicht

Die Rotte habe ihren Weg auch schon in die Mainzer Straße und in die Rüsselsheimer Innenstadt gefunden. Zum Glück sei niemand zu Schaden gekommen, ist Wagner erleichtert. Es sei aber zu befürchten, dass auf kurz oder lang jemand verletzt werden könnte, sollte nichts unternommen werden. Etwa, wenn Hunde die Rotte angreifen oder wenn die Tiere auf die Straße laufen.

Derzeit stehe die Stadtpolizei in Kontakt mit dem Veterinäramt und der Waffenbehörde, teilt der Dienstgruppenleiter mit. Lassen sich die Wildschweine nicht vertreiben, müssen sie wohl oder übel abgeschossen werden. Wer den Wildschweinen begegnet, dem rät Wagner: "Füttern Sie die Wildschweine nicht. Weichen Sie den Tieren einfach aus, wenn sie Ihnen begegnen. Und sollte es doch auf Sie zulaufen, machen Sie Lärm, klatschen Sie in die Hände. Und seien Sie vorsichtig mit Ihren Hunden." (dit)

Vor Kurzem beschäftigten Schüsse aus einem Autokorso die Polizei in Rüsselsheim: Der Bräutigam stand schon zuvor im Fokus der Beamten.

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