Sie haben trotz Corona Pläne: Domenik Urban, Peter Urban und Maximilian Römer (von links) wollen mit dem Kletterpark und dem "Waldbembelsche" künftig näher zusammenrücken. Foto: Rüdiger Koslowski
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Sie haben trotz Corona Pläne: Domenik Urban, Peter Urban und Maximilian Römer (von links) wollen mit dem Kletterpark und dem "Waldbembelsche" künftig näher zusammenrücken.

Corona und die Folgen

In Zukunft soll es "Urbans Kletterpark im Waldbembelsche" heißen

Warum nicht Sport treiben im Freien? Der Kletterpark und das "Waldbembelsche" leiden unter der Zwangspause und unter dem neuen Gesetz. Künftig wollen sie näher zusammenrücken. Und stellen eine "Riesenparty" in Aussicht, wenn es wieder erlaubt ist.

Rüsselsheim -Temperaturen über zwölf Grad, kaum Niederschlag, stattdessen Sonnenschein. Pandemie-bedingt ist kein Sport in der Halle möglich, die Gastronomie ist geschlossen, Geschäfte ebenfalls. Die Freizeitmöglichkeiten sind enorm zusammengeschrumpft.

Warum also nicht im Freien im Rüsselsheimer Ostpark im Kletterpark Sport treiben, warum also nicht im Biergarten sitzen und dort ein Getränk und ein leckeres Gericht genießen?

"Weil es untersagt ist", stellt Domenik Urban schlicht fest. Sowohl für seinen Kletterpark als auch für das "Waldbembelsche" seines Vaters Peter Urban - zum Unverständnis von Vater und Sohn.

Die Wissenschaft habe deutlich gemacht, dass das Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus im Freien gegen Null gehe. Abstands- und Hygienekonzepte ließen sich auf dem großen Gelände und auch auf den einzelnen Parcours des Kletterparks hervorragend umsetzen, sagen Domenik und Peter Urban.

Viel Abstand wäre möglich

Die beiden scharren mit den Hufen, stehen in den Startlöchern. Die Aussichten für Peter Urban und seinen Sohn sind aber derzeit nicht rosig. Mit der Notbremse des Infektionsschutzgesetzes sollen Gastronomie und Freizeiteinrichtungen bei einer Inzidenz von mehr als 100 schließen.

Peter Urban hält dagegen. "Wir könnten hier die Tische mit vier Metern Abstand stellen, wenn es sein muss", sagt er und deutet über den weitläufigen Biergarten. Oder man könne zumindest den vollständig geimpften Menschen eine geöffnete Gastronomie anbieten.

Domenik Urban hat sein Abstands- und Hygienekonzept gegenüber der vergangenen Saison, als er seinen Kletterpark noch offen halten durfte, überarbeitet und verschärft.

Vor dem Kassenhäuschen gilt jetzt ein Einbahnsystem, die Abstände sind markiert, an einer Einweisung vor dem Start dürfen maximal nur noch 12 Kletterer und nicht mehr 25 teilnehmen.

Eigentlich hätte er seinen Kletterpark bereits im Februar oder März geöffnet. Dies sei abhängig von der Wetterlage. Dass er nicht aufmachen darf, versteht er umso weniger, weil in Raunheim die Wakeboard-Anlage in Betrieb ist. Dort sei an jeder Bahn ein Sportler auf dem Wasser. Im Kletterpark dürfe sich auf einer Plattform auch nur ein Kletterer und zwischen den Plattformen ebenfalls nur ein Kletterer aufhalten - Begegnungen seien ausgeschlossen, so Domenik Urban.

Peter Urban wollte das "Waldbembelsche" eigentlich im April öffnen. Wenn das Wetter Außengastronomie zulasse. Jetzt sei er erst einmal perspektivlos, sagt er.

Dennoch stecken die beiden die Köpfe nicht in den Sand. Domenik Urban und der stellvertretende Parkleiter, Maximilian Römer, berichten von einer neuen Kletterbahn. "Joker" soll sie heißen, zwischen zwei und vier Meter hoch sein und sich über 15 Bäume hangeln. "Sie ist für die Kleinen und für Erwachsene mit Höhenangst, die sich herantasten wollen", erklärt Römer.

Im Kletterpark mussten 15 Bäume, in der Mehrzahl Kiefern, gefällt werden. Eine Folge der Trockenheit und des Borkenkäferbefalls, so Dominik Urban. Deshalb mussten einige Parcours an andere Bäume verlegt werden, zwei schwierige Bahnen für Erwachsene wurden zu einem Parcours zusammengefügt. So besteht der Kletterpark nunmehr aus neun Strecken. Zwei Parcours sind durch eine Seilbahn verbunden. Domenik Urban plant, auch andere Parcours miteinander zu verbinden.

Gemeinsame Veranstaltungen

Vater und Sohn wollen übrigens mit dem Kletterpark und dem "Waldbembelsche" näher zusammenrücken. Damit möchten sie der räumlichen Nähe und ihrem familiären Verhältnis Ausdruck verleihen. Dies wollen beide zunächst durch den Namen "Urbans Kletterpark im Waldbembelsche" deutlich machen. Es seien zudem gemeinsame Veranstaltungen und Projekte geplant. "Wir wollen mehr kombinieren", erklärt Peter Urban.

Sicher ist schon: Am ersten Tag, an dem Kletterpark und "Waldbembelsche" gemeinsam geöffnet haben dürfen, soll es eine Riesenparty mit einem Konzert geben. Egal ob werktags oder am Wochenende, kündigen die beiden an.

Die Öffnung würde beiden auch finanziell gut tun. Domenik Urban hat bereits auf Rücklagen zugegriffen. Peter Urban führt noch den Landgasthof "Zum Bembelsche" in Raunheim. "Wir bewegen uns hart am Limit", sagt der Wirt. "Insgesamt ist das alles nicht zufriedenstellend und nicht zu verstehen", betonen Vater und Sohn. Rüdiger Koslowski

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