Die Präsenz der Ordnungskräfte von Stadtpolizei und Landespolizei wird sich in der Innenstadt weiter erhöhen.

Ordnung

Die Innenstadtwache soll kommen

Nicht zuletzt nach den jüngsten Vorfällen reagiert nun die Stadt: Der Magistrat stellt einen groß angelegten "Aktionsplan" für mehr Sicherheit und Ordnung vor.

Rüsselsheim - Das schlechte subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger in der Innenstadt - es ist immer wieder Thema. Nicht erst seit dem Vorfall vom 19. Juni, als es auf dem Löwenplatz zu einer Messerattacke kam. Der Magistrat der Stadt Rüsselsheim hat eine umfassende Strategie für mehr Sicherheit und Ordnung vorgestellt, die den Stadtverordneten schon in ihrer nächsten Sitzung zur Abstimmung vorgelegt werden soll. Wenn diese dem achtseitigen "Aktionsplan"zustimmen, sollen die ersten Maßnahmen sofort umgesetzt werden. 50 000 Euro sind zunächst dafür im Haushalt vorgesehen, um mit den ersten Punkten des Aktionsplans zu beginnen.

Im Mittelpunkt steht die Einrichtung einer Innenstadtwache der Polizei auf dem Bahnhofsvorplatz. Diese soll rund um die Uhr, also an sieben Tagen 24 Stunden besetzt sein. Noch in diesem Jahr soll sie kommen. Polizisten und Kräfte der Stadtpolizei werden hier eingesetzt. Zunächst sollen sie in einem Container auf dem Bahnhofsvorplatz provisorisch untergebracht sein. Später soll die Wache in ein anderes Gebäude umziehen. Es ist noch nicht klar, in welches. Das Land Hessen will die Wache mit Mitteln unterstützen. Von Video-Überwachung und einem freiwilligen Polizeidienst wird abgesehen.

"Flotter Feger" kommt wieder

Die Stadt kündigt ebenso stationäre Tempo-Messgeräte an neuralgischen Raser-Punkten an. Wo die Blitzer dauerhaft installiert werden sollen, wird derzeit noch besprochen. Außerdem werden mehr mobile Blitzgeräte zum Einsatz kommen.

Auch in puncto Sauberkeit soll sich vieles in der Innenstadt verbessern. Dazu gehört die Wiedereinführung des "Flotten Fegers", der kleinen mobilen Putzeinheit des Städteservice für Schmuddelecken. Aber etwa auch das Aufstellen von größeren Müllbehälter. Oder die schärfere Überwachung von unsachgemäßen Müllentsorgungen von Gastronomiebetrieben.

Zentrales Anliegen des Magistrats ist auch die bauliche und gestalterische Aufwertung der Innenstadt, um die Aufenthaltsqualität zu steigern. Angestrebt werden Investoren-Wettbewerbe für eine Veränderung des Löwenplatzes und des Europaplatzes. Die Hoffnung dahinter: "Je belebter die Stadt, desto sicherer fühlt man sich auch", so Oberbürgermeister Udo Bausch (parteilos).

Neue Stabsstelle

Zu diesem Punkt zählt aber beispielsweise auch, dass das Befahren der Fußgängerzone weitgehend verhindert werden soll. Darum kümmert sich der Arbeitskreis Sicherheit und Sauberkeit. Verstärkt angegangen werden sollen auch Langzeit-Problemfälle, wie das verlassene Gelände des ehemaligen "Canadian Clubs".

Neu ist auch die Bildung einer Stabsstelle "Sichere Innenstadt" im Büro des Oberbürgermeisters. Hier sollen alle Maßnahmen zusammengetragen und koordiniert werden.

Viel Bedeutung misst der Magistrat auch der Prävention bei. Hier gebe es in der Innenstadt besonders bei der Jugendarbeit einen hohen Bedarf, obwohl es keinen "Jugendkriminalitätsproblem" in Rüsselsheim gebe, so Bürgermeister Dennis Grieser (Grüne). Mit dem Einzug des Kinder- und Jugendtreffs ins neue Gebäude am Friedensplatz will man dem Rechnung tragen. Aber auch das Konzept der Straßensozialarbeit soll neu bewertet und möglicherweise angepasst werden. Von Olaf Kern

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