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Was das Insekt zum Leben braucht

Für die 25 Abiturienten aus vier südhessischen Gymnasien ist es ein tolles Projekt und Abwechslung vom Schulalltag: Im Rüsselsheimer Max-Planck-Gymnasium wurde in dieser Woche das MINT-Camp zum Thema „Living in a box“ veranstaltet.

Von MARC SCHÜLER

Die MINT-Disziplinen umfassen die Lehrbereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, da ist es nicht schwer, ein spannendes und zugleich forderndes Projekt auf die Beine zu stellen. In diesem Jahr stand in den Räumen des Rüsselsheimer Max-Planck-Gymnasiums der Bau eines Terrariums im Vordergrund. Dieses soll eine computergesteuerte Klimatisierung und Luftkontrolle beinhalten, um später Insekten, wie etwa Gespenster-Heuschrecken, einen Lebensraum zu bieten. „Wir haben hier an der Schule viele Heuschrecken in unserer biologischen Sammlung, da geben wir den anderen beteiligten Schulen gerne etwas ab“, erklärte Markus Werth, der das Projekt am Max-Plack Gymnasium betreut.

Unter der Leitung seines Kollegen Jürgen Knapp erlebten die 25 Schüler aus Rüsselsheim sowie dem Gymnasium Michelstadt, dem Lessing-Gymnasium Lampertheim und dem Lichtenberg-Gymnasium Darmstadt von Montag bis Mittwoch eine Menge. Weiter beschnuppern konnten sich die 13 Schülerinnen und 12 Schüler abends bei der gemeinsamen Unterbringung im Rüsselsheimer Naturfreundehaus. Von ihren Schulen waren sie ausgewählt worden an diesem MINT-Camp teilzunehmen, weil sie sich über besonders gute Leistungen in den zugehörigen Fächern ausgezeichnet hatten. „Wir wählen dazu nur gute Schüler aus, die es sich leisten können, auch mal drei Tage nicht im Unterricht zu sein“, fügte Werth hinzu.

Das Motto „Living in a box“ soll für gesteuerte Lebensräume stehen, wie sie sowohl Tiere, aber auch der Mensch immer öfter vorfinden. So klärte die Gruppe am Montag erst einmal die Frage, was denn ein Lebewesen überhaupt benötigt, um zu existieren. „Anschließend sind wir gemeinsam in den Frankfurter Zoo gefahren, um uns im Exotarium die Lebensräume der Tiere anzusehen“, berichtete Johannes Klos vom Max-Planck-Gymnasium.

Der Dienstag stand anschließend ganz im Zeichen der Technik. Bei einem Besuch der Rüsselsheimer Hochschule Rhein-Main wurde die Computersteuerung der einzelnen Komponenten näher beleuchtet und den Schülern ein Einblick in die Programmierung gegeben. „Jede Schule baut ihr eigenes Terrarium und stattet dies mit einer Heizung, einer Belüftung und einer Luftfeuchtigkeitskontrolle aus. Mit Sensoren werden diese Daten ständig gemessen und mit den vorgegebenen Toleranzen abgeglichen. Gibt es Abweichungen, dann startet der Computer automatisch die vorher programmierten Gegenmaßnahmen“, erklärte Markus Werth weiter.

Der Mittwoch stand dann ganz im Zeichen der Praxis. An den Tischen im ganzen Physiksaal verteilt saßen die Schüler der einzelnen Schulen an Laptops und Tablets, um ihr eigenes Lebenserhaltungssystem aus vorgegebenen Bauteilen zusammenzubauen und zu programmieren. Immer wieder mussten dabei Messwerte abgestimmt und korrigiert werden, immerhin ging es ja darum, Insekten einen Lebensraum in der Biologie-Sammlung der jeweiligen Schule zu schaffen. Die Ergebnisse wurden am Mittwochnachmittag schließlich vor den Eltern und Lehrern präsentiert.

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