Rüsselsheimer Band Pentatonikum

Von Jazz bis ZZ Top

Zum Auftakt der diesjährigen Konzertreihe im kleinen Festungshof spielte die Rüsselsheimer Band Pentatonikum ihre blueslastigen Coverversionen. Sängerin Hilda Lateo kam erst relativ spät zum Singen.

Von MARAIKE STICH

Wenn man einen Schlagzeuger überhaupt als ruhenden Pol bezeichnen kann, dann diesen. Rainer Waldhaus saß so souverän und entspannt an seinem Schlagwerk in der Mitte der Bühne, dass der Besucher sofort wusste: Hier ist alles unter Kontrolle, das wird gut.

Pentatonikum ist eine Band mit einigen Assen im Ärmel, eines davon ist das wunderbare, von Hajo Rühl gespielte Akkordeon. Sein Solo beim Jazz-Standard „Fly me to the Moon“ gab dem bekannten Lied eine ganz eigene Note. Und wenn er nicht die Tasten des Akkordeons drückte, dann die am Piano. Oliver Sandte lieferte den wummernden Bass dazu.

Die Kommunikation mit dem Publikum übernahmen Sängerin Hilda Lateo und Gitarrist Peter Platzer. Dass Platzer auch singen kann, bewies er gleich im ersten Lied, einem Stück der Dire Straits. Er selbst bezeichnete es im Nachhinein als Lied mit Text, um überzuleiten auf Sängerin Hilda Mateo, die nun die Bühne betrat. Sie werde nun den Gesang einbringen, sagte er.

Und das tat sie dann auch. Gekonnt spielte sie mit ihrer vollen, warmen Stimme und brachte sehr authentische und eigenständige Interpretationen bekannter Lieder von Jazz bis ZZ Top. Zwischen den Songs gab es kleine humorvolle Wortwechsel zwischen Sängerin und Gitarrist.

Auf Lateos Ankündigung ihres Liedes „The Thrill is gone“ bemerkte Platzer trocken: „Und das schon nach dem zweiten Lied.“ Im normalen Leben ist der Musiker Lehrer für Deutsch und Chemie. Von daher habe er auch kein Lampenfieber, denn, so ergänzte er: „Ich stehe in meinem Job jeden Tag auf der Bühne.“ Von der Sängerin hingegen gab es auf die Frage, ob sie so kurz vor dem Auftritt denn aufgeregt sei, ein spontanes „Ja“.

Eine Bekannte von ihr hatte vor acht Jahren beim Karaoke entdeckt, wie gut Lateo singen kann und nahm sie mit zur nächsten Probe der Fun Time Big Band in Worfelden, bei der sie damals Saxophon spielte. Irgendwann hatten dann drei Mitglieder dieser Bigband die Idee zu einer kleineren Blues- und Jazz-Formation. Das war die Geburtsstunde von Pentatonikum. Lateo freute das, „Big Band ist nicht so ganz mein Ding“ bekannte sie.

Ein großes Lob hat auch die Ton- und Lichttechnik verdient, die mit Projektionen und Farbwechseln die Bühne und die alten Festungsmauern in wunderbare Lichtstimmungen tauchte. Leider genossen das nur rund 40 Zuschauer. Vielleicht lag es am unbeständigen Wetter, die Band hätte sicher mehr Zuspruch verdient.

Mindestens einmal pro Woche präsentiert Kultur 123 ab jetzt regionale Bands im kleinen Festungshof – vor hoffentlich mehr Publikum.

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