Spitzenklasse: Der Saxofonist  David Murray zählt weltweit zur Elite.
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Spitzenklasse: Der Saxofonist David Murray zählt weltweit zur Elite.

Kultur

Jazzfabrik setzt neue Schwerpunkte

Beim neuen Programm der Jazzfabrik liegt der Fokus diesmal auf Musikern aus Deutschland.

Von PETER SCHNEIDER

Stephan A. Dudek, Programmchef und Mastermind der Rüsselsheimer Jazzfabrik, hatte bei der Vorstellung des neuen Frühjahrsprogramms der renommierten Jazzreihe allen Grund zur Freude: „Wir haben ein fantastisches Halbjahr hinter uns, der Publikumszuspruch hat unsere Erwartungen übertroffen.“ Zum Teil mussten sogar Konzerte von der Hinterbühne ins Große Haus des Stadttheaters verlegt werden, um der Nachfrage gerecht werden zu können.

Und nun gibt es eine neue programmatische Ausrichtung: Im kommenden Halbjahr wird der Fokus bewusst auf Musiker aus deutschen Landen gelegt. „Die Jazzer hier haben es schwer, es gibt nur wenig Auftrittsmöglichkeiten und geringe Gagen, da wollen wir eine Auftrittsplattform bieten und mit diesem neuen Schwerpunkt ein Statement setzen“, erklärte Stephan A. Dudek.

Da der Ausbildungsstand in Deutschlands führenden Musikhochschulen etwa in Essen, Köln oder Hamburg hoch ist, und viele der gastierenden Musiker schon reichlich Erfahrung in den verschiedenen Formationen gesammelt haben, können sich die Jazzfreunde auf qualitativ hochwertige Konzerte freuen. Abwechslung und überraschende Momente sind beim Jazz ja sowieso angesagt. Wie immer wird in den drei Spielstätten ein stilistisch weites Feld beackert: Von Flamenco und Weltmusik mit Café del Mundo, lyrischem Jazz mit Eva Klesse, „explosiver“ Stadtmusik mit „Amok Amor“, Jazz mit Pop-Appeal von Stefanie Neigel, nordischem Klezmer mit Tango-Einschlag von O-Ton bis hin zu fernöstlich angehauchten Tunes mit dem Max Clouth Clan reicht die Bandbreite der deutschen Interpreten im kommenden halben Jahr – um nur einige zu nennen.

In der Dorflinde kommen wie immer die Liebhaber traditioneller Klänge auf ihre Kosten, hier sei nur der amüsante akustische Blues der Musiker von „Papa Legba’s Blues Lounge“ genannt, die dort schon 2014 zu begeistern wussten. Programmchef Florian Haupt vom „Rind“ hat in seinem „Jazzcafe“ diesmal „nur“ zwölf Veranstaltungen unter der Haube, nur bei dreien davon wird Eintritt erhoben, die übrigen Konzerte gibt es wie gewohnt bei freiem Eintritt auf Spendenbasis.

Natürlich darf aber ein Konzert mit internationalen Jazzstars dann doch nicht fehlen: das MCA Power Trio mit dem Saxofonisten David Murray, der Schlagzeugerin Terri Lyne Carrington und Geri Allen am Piano ist ein wahrer Leckerbissen. In dieser Formation wird das Trio sicher nur einmal in Deutschland zu sehen sein, diese drei Künstler rangieren weltweit in der absoluten Spitzenklasse.

Die genauen Termine für alle Konzerte sind unter im Internet nachzulesen, hier steht auch das Programmheft ab dem 16. Dezember zum Download bereit.

Rüsselsheim bleibt auch mit anderen Jazzaktivitäten im Gespräch: Geplant sind Jazzworkshops und Schnupperkurse in Kooperation mit der VHS und Kultur 123. Auch der Landeswettbewerb „Jugend jazzt“ für Solo und Combo kommt in den Jahren 2016 / 17 in die Opelstadt.

Wie immer läuft bereits jetzt eine kleine aber feine Weihnachtsaktion: Noch bis zum 22. Dezember erhält jeder Jazzfabrik-Kunde drei Euro Rabatt auf jedes Konzertticket der großen Reihe der Frühjahrssaison.

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