Kein Bus zu sehen: Die Ersatzhaltestelle an der Großsporthalle wird von Busfahrern oft gar nicht frequentiert. Schüler des Kant-Gymnasiums stellt das vor große Probleme. foto: ok

Verkehr

Jeden Mittag dasselbe "Bus-Trauerspiel"

Eigentlich wollen sie nur mittags nach der Schule mit dem Bus nach Hause fahren: Doch manche Schüler an der IKS warten vergebens, weil der Fahrer die Haltestelle nicht ansteuert. Der Ärger bei vielen Eltern ist groß.

Rüsselsheim/Trebur-Das neue Schuljahr hat gerade begonnen, es ist immer eine etwas aufregende Zeit, zumal wenn es die Fünftklässler sind, die nun zum ersten Mal auf eine weiterführende Schule gehen, wie beispielsweise auf die Immanuel-Kant-Schule. Und dann das: Seit zwei Wochen, also seit Beginn des ersten Schultages, können Schüler, die aus Trebur nach Rüsselsheim kommen, nach dem Unterricht nicht mehr ihren Bus der Linie 24 nach Hause nehmen. Der Grund: Er hält einfach nicht an der vorgesehenen Haltestelle. Diese wurde wegen Bauarbeiten (Sanierung der Adam-Opel-Straße) von der IKS an die Großsporthalle (Köbel-Halle) verlegt. Doch seit vergangener Woche kam der Bus so gut wie nie an, berichtet Thomas Magsamen dem Echo, dessen Tochter, eine Fünftklässlerin, täglich wie viele andere aus Trebur zur IKS fährt.

Viele Eltern sind sauer

Doch jeden Mittag nach der 6. Stunde um 13.20 Uhr und nach der 8. Stunde um 15 Uhr dasselbe "unglaubliche Trauerspiel", wie Magsamen sagt. Die Kinder stehen regelmäßig an der Ausweichhaltestelle und warten auf den Bus, der entweder nicht kommt oder aber an die mittlerweile von einer Seite zugängliche "normale Haltestelle" fährt. Wie er, sind viele Eltern aus Astheim deshalb sauer. Auf das Verkehrsmanagement, das bei der Lokalen Nahverkehrsgesellschaft Kreis Groß-Gerau angesiedelt ist und auf das zuständige Busunternehmen, die Firma Omnibusberieb Müller aus Crumstadt. Würde alles normal laufen, wäre die Heimfahrt auch für die Kleinsten zwar eine Herausforderung, aber durchaus "zu meistern", wie der Vater der Schülerin weiter berichtet.

Die größeren Schüler wüssten, wie sie zum Bahnhof kommen, umsteigen und nach Hause fahren können. Das alles kostet aber Zeit, Wenn der Anschluss nicht am Bahnhof verpasst wird, sind die Schüler eine Stunde unterwegs, ansonsten auch schon mal eineinhalb Stunden.

Für die Zehnjährigen aus den fünften Klassen bedeutet solch eine Ausweichroute g allerdings eine kleine Weltreise. Viele Eltern holen ihre Kinder dann notgedrungen mit dem Auto jeden Mittag von der Schule ab, damit sie dort nicht alleine auf sich gestellt sind. Würde der Bus wie vorgesehen kommen, wären die Kinder aus Trebur in nicht mal zwanzig Minuten zu Hause.

Mehrfach wurde von den Eltern das Verkehrsmanagement kontaktiert, das wiederum auf das Busunternehmen, aus Crumstadt verwies. Der Fehler liege dort, weil die Busfahrer der Firma Müller offenbar nicht in der Lage wären, die Ausweichhaltestelle anzusteuern, aus welchem Grund auch immer. Vermutlich, weil die Straßensanierung der Adam-Opel-Straße die Verkehrsregelung in diesem Bereich im Moment etwas unübersichtlich machen würde, teilt die Verkehrsgesellschaft auf Nachfrage des Echos mit.

Doch damit geben sich die Eltern nicht zufrieden. Sie finden es "eine Frechheit sondergleichen, dass die Auftraggeber und das Busunternehmen es innerhalb von zwei Wochen nicht in den Griff bekommen, den Busfahrern klar zu machen wo sie halten sollen. So was kann doch einfach nicht sein", empört sich Thomas Magsamen.

Busunternehmen reagiert

Auch bei der Nahverkehrsgesellschaft und dem RMV ist aber der Ärger groß. "So kann es nicht weitergehen", heißt es. Seit dem 17. August gehe das schon so, und zwar jeden Tag.

Dabei hätten die Fahrer einen Umleitungsplan bekommen, der genau anzeigt, wie an dieser Stelle zu fahren sei, nämlich über den großen Parkplatz an der Großsporthalle. Dazu muss aber eine bestimmte Abbiegung von der Adam-Opel-Straße genommen werden. Verpasst man diese, kommt man wegen der Absperrungen durch die Bauarbeiten an der Kreuzung zum Kurt-Schumacher-Ring und zum Evreuxring nicht mehr zurück, sondern muss weiter geradeaus fahren.

Jedes Mal, wenn Busfahrer die Haltstelle nicht anfahren, wird dies dem Busunternehmen in Rechnung gestellt - wegen nicht erfolgter Leistung, heißt es weiter beim RMV. Das habe man täglich in den vergangenen zwei Wochen tun müssen.

Doch auch das Busunternehmen aus Crumstadt reagierte dann am Donnerstag. Ein leitender Mitarbeiter habe sich die Situation an der Haltestelle persönlich angeschaut, um zu sehen, wo das Problem liegt. Auch in den Bussen sei er mitgefahren, hieß es auf Nachfrage.

Ob damit auch sichergestellt ist, dass alle Busfahrer, die oft untereinander auf den Strecken rotieren, künftig wissen, wie sie zu fahren haben?

"Wir hoffen es", heißt es bei der Lokalen Verkehrsgesellschaft. Von Olaf Kern

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