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Thomas Förster (rechts) hält eines der Schulflugzeuge in der Hand. Vereinsmitglied Peter Mahlmeister zeigt seinen War-Bird.

Jugendliche nehmen selbst die Fernbedienung in die Hand beim MFSV

Jeder kann ein Pilot sein

Der Modellflugverein Trebur lud zu seinem traditionellen Schnupperfliegen ein. Neugierige Kinder und Erwachsene konnten mit erfahrenen Modellpiloten ihre Flugkünste testen.

Strahlend blauer Himmel und 30 Grad Celsius, das Wetter hätte fast nicht besser sein können, wären da nicht die starken Winde gewesen, die es den Kindern und Erwachsenen beim Schnupperfliegen auf dem Gelände des Modellflugvereins vor den Toren Astheims etwas schwer machten.

„Du musst die Steuerung so lange halten, bis der Flieger reagiert“, weist der Jugendwart des Vereins, Thomas Förster, einen Jugendlichen an, der versucht, eines der Schulungsflugzeuge durch die Böen zu steuern. Dabei benutzt Förster eine Lehrer-Schüler-Steuerungseinheit, mit der er, wie bei der Fahrschule für das Automobil, jederzeit eingreifen kann.

Zusammen mit dem begeisterten Jugendlichen, fliegt Förster das gesamte rund 110 Meter lange und 80 Meter breite Areal ab. „Wir dürfen nicht höher als 150 Meter fliegen. Das ist eine Vorgabe vom Luftfahrtbundesamt, da wir uns schon im Einzugsbereich des Frankfurter Flughafens befinden. Wir haben jedoch eine Telefonnummer vom Tower am Flughafen, mit der wir uns bei Bedarf eine Fluggenehmigung über eine Höhe von 300 Meter erteilen lassen können“, erklärt Förster.

Zwei Schulungsflugzeuge sind am Samstag im Einsatz. „Die Modellflugzeuge für den Schulbetrieb wurden von Vereinsmitgliedern gespendet“, informiert der Jugendwart. Dabei handele es sich um ältere Modellflugzeuge – darunter sind sowohl motorbetriebene Flugzeuge als auch Segler – die vor allem von den 17 Kindern und Jugendlichen im Verein wiederaufbereitet und flugtauglich gemacht wurden. „Insgesamt haben wir nun fünf Schulflugzeuge im Verein.“ Zudem seien zwei weitere Schüler-Lehrer-Anlagen angeschafft worden, so dass der Treburer Verein nun vier Anlagen besitzt.

Drei der Jugendlichen des Modellflugvereins waren im vergangenen Mai bei einem Wettbewerb erfolgreich, sagt der Jugendwart stolz. „Erst am 13. Mai haben Lars Keil, Mika Berkes und Nick Ruppert an den hessischen Jugendmeisterschaften im Motorflug beim MFC Kinzigtal teilgenommen.“ Und das mit sehr guten Platzierungen, wie Förster betont. „Lars Keil belegte in der Kunstflug-Expert-Klasse Platz 2 und Nick Ruppert belegte in der gleichen Klasse Platz 4. Der jüngere Mika Berkes wurde in der Kunstflug-Juniorklasse Erster.“

Jedes der 135 Mitglieder besitze „mindestens ein, oft jedoch mehrere Modellflugzeuge“ – darunter Motorenflieger, Jets und War-Birds, deren große Verwandten im Ersten und Zweiten Weltkrieg im Einsatz waren. „Bei unserer Feier zum 40. Vereinsjubiläum vor zwei Jahren hatten wir eine Ausstellung und konnten unsere Schätzchen zeigen“, sagt Förster. Für dieses Jahr seien, außer einem weiteren Schnupperfliegen im September keine weiteren Vereinsfeste geplant.

„Wir freuen uns jedoch auch über Interessierte, die uns außerhalb des Schnupperfliegens besuchen“, betont der Jugendwart. „Wenn schönes Wetter ist, ist eigentlich immer jemand auf dem Gelände“, um den Himmel zu erobern.

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