Ellen Frei im umfunktionierten Bastelraum: Hier ist jetzt die Quarantäne für zurückgegebene Bücher. Foto: Maraike Stich
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Ellen Frei im umfunktionierten Bastelraum: Hier ist jetzt die Quarantäne für zurückgegebene Bücher. Foto: Maraike Stich

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Jetzt müssen die Bücher in Quarantäne

Bauschheimer Bibliothek öffnet wieder mit eingeschränkten Zeiten.

Bauschheim-Erst kommt die Arbeit und dann das Lese-Vergnügen. Wer in der wiedereröffneten Bauschheimer Bücherei auf die Suche nach geeigneter Lektüre gehen möchte, muss als erstes seinen Mundschutz anlegen, dann seine Hände desinfizieren und schließlich noch seine Adresse in einer Liste eintragen. Mit einem der eigens dafür angeschafften Plastikkörbe kann er endlich seine Runde entlang der Regale starten.

Doch auch dann ist es anders als zuvor. Wie an vielen anderen Orten derzeit, gibt es in der Bücherei nun ein Wegeleitsystem und eine Einbahnstraßen-Regelung. Pfeile auf dem Boden und Hinweise an den Wänden sollen diese unmissverständlich für die Besucher vermitteln. "Letzte Woche Mittwoch hatten wir einen Probelauf mit den Mitgliedern und Mitarbeitern", verrät Ellen Frei. Danach habe man noch einige Hinweisschilder auf Augenhöhe ergänzt, da die Pfeile auf dem Boden stellenweise übersehen worden seien.

Rückgabe auf Zetteln vermerkt

Die zweite Vorsitzende des Vereins "Lesen in Bauschheim" stellt jetzt einen ganz besonderen Raum der Bücherei vor. Wo sonst mit Kindern und Eltern gebastelt wurde, ist jetzt die Quarantäne für die Bücher. Jedes Buch, das zurückgegeben wurde, muss in nächster Zeit nämlich für 72 Stunden hier abgelegt werden, bevor es wieder in den üblichen Kreislauf integriert werden kann.

Zurückgeräumt werden die Bücher vorerst außerhalb der Öffnungszeiten, auch das, um unnötige Kontakte zu vermeiden. Die Bücher die nun hier liegen, wurden vergangenen Mittwoch retourniert und mit einem Zettel zwischengelagert, auf dem der Zeitpunkt der Rückgabe vermerkt ist.

Ein bisschen ungemütlich

Insgesamt sei es ein bisschen ungemütlich, sagt Frei. Leider habe man alle Sitzgelegenheiten entfernen müssen. Wer sich umschaut, erkennt, dass die Sessel und Stühle gar nicht weit fortgebracht werden mussten. Einige von ihnen wurden kurzerhand zu Bausteinen für das Wegeleitsystem umfunktioniert.

Dass man erst jetzt öffnen konnte, habe am fehlenden Spuckschutz gelegen. "Jetzt ist er endlich da, und wir können wieder loslegen", freut sich Frei. Insgesamt habe man alles umgesetzt, was der Bibliothekenverband empfohlen habe. Dazu gehört auch, dass zurzeit keine Spiele und Zeitschriften in der Ausleihe sind.

Zehn Personen dürfen sich gleichzeitig in der Bücherei aufhalten. Abzüglich der vier Mitarbeiterinnen sind das eigentlich sechs. Man habe aber beschlossen, das Limit bei fünf Personen zu setzen. Jetzt, etwa eine halbe Stunde nach der Neueröffnung, lässt sich das ohne Wartezeiten umsetzen. "Es wundert uns, dass gar nicht so viel los ist", sagt die Freizeit-Bibliothekarin. Bislang seien einige ältere Bücherfreunde dagewesen und ein paar Schüler.

Die Öffnungszeiten sind derzeit reduziert, der Freitag fällt vorerst komplett weg, montags und mittwochs ist von 16 bis 18 Uhr offen. Sollte sich zeigen, dass der Andrang zu groß wird, werde man wieder auf drei Stunden erweitern, wie schon vor Corona-Zeiten, sagt Frei. Wann es zu weiteren Lockerungen komme, lasse sich derzeit noch nicht sagen, man müsse immer darauf warten, "was von oben kommt". Maraike Stich

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