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Kristin Stoppel hilft Jugendlichen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz.

Ausbildungscoaching

Jugendliche auf dem Weg in die Berufswelt unterstützen

Mit ihrem Ausbildungscoaching will die Stadt Jugendliche auf dem Weg in die Berufswelt unterstützen. Kristin Stoppel vom Zentrum für Weiterbildung berät die Jugendlichen.

Merve besucht die Werner-Heisenberg-Schule in Rüsselsheim. An der Beruflichen Schule absolviert sie das Berufsvorbereitungsjahr in der Fachrichtung Gastronomie. Ein Jahr hat sie noch vor sich, für diese Zeit möchte sie gerne einen Aushilfsjob finden, um sich ein Taschengeld zu verdienen.

Auch solche Fälle bedient Kristin Stoppel vom Zentrum für Weiterbildung in Rüsselsheim, das für die Stadt das Ausbildungscoaching im Rathaus betreibt. „Du kannst auch jetzt schon Bewerbungen schreiben“, rät sie dem 17-jährigen Mädchen. Sie würde ihr gerne bei den Formulierungen helfen.

Merve besucht das erste Mal das Ausbildungscoaching. Sie begleitet ihre gleichaltrige Freundin Lana, die bereits häufiger bei Stoppel am Tisch saß. Das Mädchen erhofft sich von ihr Unterstützung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz. „Ich habe noch keine Vorstellungen“, gesteht sie. Die Idee für eine Ausbildung zu einer KfZ-Mechatronikerin hat sie wieder verworfen.

Das Ausbildungscoaching gibt es seit rund zehn Jahren. Die Stadt initiierte es bei dem Programm Soziale Stadt, informiert Kerstin Mohr, die den Fachbereich Soziales und Kultur leitet. Es soll Jugendliche ansprechen, die trotz Hilfen der Schulen und der Agentur für Arbeit flankierende Unterstützung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz oder weitere berufliche Qualifizierungsmaßnahmen benötigten.

Beim Ausbildungscoaching werden Berufe gesucht, Firmen ausfindig gemacht und Kontakte hergestellt. Außerdem gibt es Hilfe und Ratschläge beim Erstellen der Bewerbungsunterlagen. „Das Angebot wird sehr gut angenommen“, betont Mohr. Die meisten Jugendlichen besuchten das Coaching so lange, bis die Vermittlung in eine Ausbildung geglückt ist.

Manchmal bezieht sich die Unterstützung jedoch auch nur auf konkrete Einzelheiten. Beispielsweise zum Korrigieren der Bewerbungsunterlagen oder um Betriebe zu informieren. Weil das Angebot für jeden Teilnehmer passgenau und individuell ausgerichtet werden könne, beweise es sich immer wieder als erfolgsbringende Maßnahme.

Bis das nächste Ausbildungsjahr beginnt, dauert es zwar noch ein gutes Jahr. „Aber die großen Firmen wollen schon ein Jahr vorher die Bewerbungen sehen“, informiert Kristin Stoppel. Die großen Unternehmen böten schon zu diesem Zeitpunkt Ausbildungsplätze für das Jahr 2017 an.

Aktuell betreut sie neun junge Menschen fest, die berufsbildende Maßnahmen oder das Fachabitur abgebrochen haben und lieber eine Ausbildung machen möchten. Sie könnten beispielsweise mit einem Praktikum einsteigen und im kommenden Jahr dann die reguläre Ausbildung beginnen.

Weiter hat sie noch rund 20 junge Leute auf der Liste, die ihre Beratung unregelmäßig aufsuchen. Die Zielgruppe ist übrigens 16 bis 25 Jahre alt.

Stoppel nimmt sich bis zu eine Stunde Zeit für ihre Kundschaft. Schwierigkeiten entdeckt sie meist bei den Anschreiben. Die Vorlagen verschiedener Ratgeber aus dem Internet würden oft nicht die richtigen Überschriften vorgeben und seien zu lang. Stoppel rät deshalb zu Anleitungen von der Agentur für Arbeit.

Die Jugendlichen seien aber sehr kreativ beim Aufzählen ihrer Vorteile. „Das muss ich dann ein bisschen runterbringen, das ist oft zu blumig“, gibt sie ihre Erfahrungen wieder.

Die meisten Mädchen und Jungen, die ihr Büro aufsuchen, sind Hauptschüler. Gerade diese Jugendlichen bringen mitunter keinen Berufswunsch mit. Dann muss sie ausloten, welche Berufe überhaupt zu ihnen passen, welche Jobs sich für sie eignen.

Andere Jugendliche haben Ideen, erhalten aber kurzfristig keinen Ausbildungsplatz, was sie unglücklich stimmt. Sie hat aber auch schon frustrierte Jugendliche erlebt, die zwar schon über einen längeren Zeitraum, aber noch nicht viele Bewerbungen geschrieben haben und keinen Erfolg hatten.

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