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Tigermilchvon Stefanie de Velasco Mit. Nadja Duesterberg, Sibel Polat, Ö?ünç KardelenRegie. Catharina FillersAusstattung. Cordula KörberMusik. Ö?ünç KardelenDramaturgie. Hannah Biedermann

Festival in Rüsselsheim

Jugendliche sammeln Erfahrungen beim Jungen Theater

Rap, Tanz, Theater: Für Milena Franta von Kultur 123 passt das gut zusammen. Das Junge Theaterfestival soll nun den Beweis liefern.

Milch, Mariacron und Maracujasaft sind die Zutaen der „Tigermilch“, die die beiden Mädchen Nini und Jameelah auf der Schultoilette mixen. Mit dem Getränk in der Hand streifen die beiden Mädels durch den Sommer und zelebrieren ihre Freundschaft. Sprache und Helden des Stücks „Tigermilch“ der Autorin Stefanie de Velasco erinnern an Wolfgang Herrndorfs zeitgenössischen und erfolgreichen Jugend-Klassiker „Tschick“, die Kritik schreibt: „Tigermilch, die Geschichte aus der Zone zwischen Realität und Fiktion, ist nah an der realen städtischen Gegenwart und ihren Problemen, ein gelungener literarischer Wurf.“ (Deutschlandradio). Morgen ist das Stück im Rüsselsheimer Theater in einer Inszenierung der Comedia Köln zu sehen.

Die Aufführung ist Teil des Jungen Theaterfestivals, das dieser Tage zum fünften Mal in Rüsselsheim stattfindet. Erstmals wird das Festival gemeinsam von der Jugendförderung der Stadt und von Kultur 123 ausgerichtet. „Die Zusammenarbeit mit Uta Dogan von der Jugendförderung und ihrem Team läuft hervorragend“, sagt Milena Franta vom Rüsselsheimer Theater. Man verstehe sich gut, und man habe auch nicht besonders lange gebraucht, um ein gemeinsames Überthema zu finden. Das Festival läuft in diesem Jahr unter dem Titel „Free my style“: „Es geht nur um euch, euren Style und um alles, was mit Hip-Hop, Rap und Theater zu tun hat“, heißt es in der Ankündigung des Festivals. Rund 30 Rüsselsheimer Jugendliche machen mit und erarbeiten mit drei Coaches eigene Stücke, Tänze und Songs.

„Uns war es wichtig, dass die Jugendlichen Geschichten aus ihrer eigenen Welt artikulieren“, sagt Milena Franta. Hip-Hop gilt als derzeit populärstes und weitreichendstes Musik-Genre. In der Regel werden die Songs mit Schimpfworten und Hass-Tiraden angereichert. „Wir setzen nicht auf solche Ausdrücke, wir setzen auf Poesie“, sagt Milena Franta. Der Frankfurter Künstler Einohrbill nimmt mit den Jugendlichen während der Worhskop-Tage eigens in Rüsselsheim Songs auf, gibt ihnen Hinweise in Rap-Techniken.

Am Donnerstag, 16 Uhr, gibt es diese Werke im Foyer des Theaters zu bestaunen. Die Schüler treten gemeinsam mit ihren Coaches auf, zeigen die Songs und die Tänze. Freunde, Familie, Lehrer kommen, um sich die Früchte der Arbeit anzuschauen. Es gibt Videos zu sehen, dazu extra fürs Festival gestaltete T-Shrist und Jutebeutel zu erwerben. „Free my style“ steht drauf, Milena Franta und Kollegin Joline Quast haben sie angefertigt.

„Wir bieten ein niedrigschwelliges Angebot an“, sagt Milena Franta. „Bei dem Theater wollen wir keinen ,Faust‘ behandeln, sondern die Themen, die die Jugendlichen unmittelbar betrifft und anspricht“, so Milena Franta. Das Junge Theaterfestival soll Rüsselsheimer Jugendliche mit Theater in Berührung bringen. „Außerdem wichtig: Wir haben viel Spaß während der Tage“, so Milena Franta. Zum Festival zählt auch die Aufführung des Klassikers „Antigone“, am 17. November um 11 Uhr im Großen Haus des Rüsselsheimer Theaters. „Antigone ist jung, und sie hat eine Entscheidung getroffen: Sie wird ihren Bruder beerdigen, der im Kampf getötet wurde. Obwohl König Kreon das bei Todesstrafe verboten hat.“

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