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Turbo eingeschaltet: Stella Tegtmeier (vorn) fegt mit ihrem RRK-Team den Feudenheimer HC vom Feld.

Hockey

Kabinenpredigt wirkt Wunder

Nach zwischenzeitlichen Problemen machen vier Treffer der überragenden Petra Ankenbrand den Deckel drauf: Gegen Feudenheim landet der Süd-Zweitligist einen deutlichen Heimsieg.

Im dritten Saisonspiel scheint sich der Angriffsknoten bei den Rüsselsheimer Hockey-Damen gelöst zu haben. Monierte Trainer Norman Hahl an den ersten beiden Spieltagen noch „die mangelnde Konzentration und Entschlossenheit im gegnerischen Schusskreis“, kam er in dieser Hinsicht am Samstagabend voll auf seine Kosten: Bei widrigen Wetterbedingungen hatten seine Schützlinge unter Flutlicht den Feudenheimer HC mit 7:2 vom Kunstrasenplatz am Sommerdamm gefegt. Sie waren – zumindest vom Ergebnis her – erstmals den Ansprüchen eines Titelfavoriten der 2. Bundesliga Süd gerecht geworden. Vor allem die 27-jährige Stürmerin Petra Ankenbrand hatte hieran als vierfache Torschützin großen Anteil. „Petra zeigte wieder diesen klassischen Knipserinstinkt, den sie in der Vergangenheit schon oft bewiesen hat“, lobte Hahl direkt nach dem Abpfiff.

Da waren auch das Geschehen und der Ärger der ersten halben Stunde längst vergessen. Sah sich der Rüsselsheimer Coach bis dahin doch durch ein Wechselbad der Gefühle gejagt. Stürmisch und zielstrebig gestalteten die Gastgeberinnen den Auftakt, führten nach acht Minuten schon mit 2:0. Kapitänin Celina Hocks hatte gleich zweimal erfolgreich eingenetzt.

Damit waren eigentlich die Voraussetzungen für eine entspannte Partie geschaffen. Die als „Farmteam“ des Erstligisten Mannheimer HC geltenden Gäste aus Feudenheim waren vornehmlich defensiv orientiert – und schafften dennoch bis zur Pause das 2:2. Weil der RRK einen Gang zurückgeschaltet hatte. Kollektiv war man der Meinung, sich erstmal auf der Führung ausruhen zu können. Die Quittung: „Zwei völlig unnötige und blöde Gegentore nach Zuordnungsfehlern“ (Hahl).

Hahls geharnischte Kabinenpredigt („Ich habe ein paar Stellschrauben angesprochen“) zeigte nach Wiederbeginn Wirkung. Petra Ankenbrand legte zum 3:2 vor, ehe Ikuma Yamaguchi mit ihrem ersten Pflichtspieltor für den RRK direkt vor der letzten Viertelpause auf 4:2 erhöhte. Nun brach Feudenheim auseinander und Ankenbrand gelang binnen vier Minuten ein Hattrick zum 7:2.

Tore: 1:0, 2:0 Celina Hocks (4./8.), 2:1 Nadine Blech (13.), 2:2 Carolin Schmid (23.), 3:2 Petra Ankenbrand (32.), 4:2 Ikuma Yamaguchi (44.), 5:2, 6:2, 7:2 Ankenbrand (46./48./49.). – SR: Natalie Giannouli/Lutz Horn (Frankfurt). – Ecken: 1:0. – Zuschauer: 100.

Rüsselsheimer RK: Franka Wolf, Emily Streib; Lena Skoczek, Marie Sommer, Lotta Hof, Antonia Wilfer, Ann-Paulin Heist, Pauline Heinz, Viola Becker, Mara Bentscheck, Charlotte Steiner, Stella Tegtmeier, Franziska Ruhland, Celina Hocks, Petra Ankenbrand, Clara Buchholz, Ikumi Yamaguchi.

Weiter spielten: Nürnberger HTC – Bietigheimer HTC 3:1, TuS Obermenzing – Eintr. Frankfurt 4:0, TuS Lichterfelde – TC BW Berlin 1:1. – Tabelle: 1. Berlin 4 Spiele/10 Punkte/10:2 Tore; 2. Rüsselsheim 3/7/11:5; 3. Obermenzing 3/6/10:3; 4. Lichterfelde 4/6/8:6; 5. Nürnberg 2/4/6:1; 6. Bietigheim 4/1/4:13; 7. Feudenheim 2/0/2:8; 8. Frankfurt 4/0/2:15.

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