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Kein Geld, kein Platz: Kerb in der Krise

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Die Kerb 2018 steht auf der Kippe: Wenig Geld, kein Standort und bislang keine realisierbaren Ideen für publikumsträchtige Veranstaltungen.

Der Kerweborschverein befindet sich in einer Krise. Noch gibt es keine praktikable Idee, wo 2018 die Kerb gefeiert werden könnte. Es fehlt nicht nur an einem Festplatz, sondern auch an Geld und einem schlüssigen Konzept.

Für den Beigeordneten ist der Samstagabend ein Aha-Erlebnis. Hubert Deckert macht sich gegen 19 Uhr auf in den Hessischen Hof. Als Stellvertreter des Bürgermeisters soll er den Kerweborsch erläutern, warum an der Jahnhalle das Volksfest in diesem Jahr nicht gefeiert werden kann.

Das hätte sich Deckert schenken können. Nicht, weil es sich herumgesprochen hat, dass dort der Sportkindergarten des Turnvereins erweitert werden soll und auf der Wiese nebenan kein Festzelt mehr platziert werden kann. Seine Worte spielen schlicht keine Rolle mehr, nachdem der Kerweborschverein zuvor in 60 Minuten seine Hauptversammlung abwickelt.

Fünfstelliges Minus

Die wichtigste Botschaft, die Deckert und die Mitglieder aus dieser Stunde mitnehmen, ist eine schlechte: Das Geld wird knapp. 2017 hat der Kerweborschverein ein fünfstelliges Minus erwirtschaftet. Der stellvertretende Kassierer Andreas Engel legt die Minus-Bilanz vor. Auf Nachfrage von Alt-Kerwevadder Bernd Fischer ist zu erfahren, dass der Verein auf seinen Konten zwar noch eine hohe vierstellige Summe besitzt. Doch die sei zu gering, um das Risiko einer Zeltkerb mit hoher finanzieller Vorlage einzugehen, bekräftigt Engel. Hinzu kam ein Nackenschlag mit hohen Steuerzahlungen.

Deckert weilt erstmals bei den Kerweborsch in einer Versammlung. Neben ihm sitzt Kerweborsch-Kuratoriumsmitglied Gerhard Kunz. Die beiden Kommunalpolitiker erleben eine emotionale und unstrukturierte Debatte, die am Ende ohne Resultat bleibt. Auch wenn es reihenweise Vorschläge gibt – sie führen allesamt ins Leere.

Wo könnte gefeiert werden? In der Jahnhalle? Eher nicht, denn dort gab es seinerzeit Ärger mit angeblich verursachten Schäden, die die Kerweborsch nach der Kerb bezahlen sollten. In der SKV-Halle? Offenbar wollen das einige ältere Wortführer nicht. Sie äußern sich despektierlich über den Vorsitzenden der SKV, Norbert Bolbach. Jüngere, die einen Wechsel in die Halle nahelegen und mit Bolbach gute Erfahrungen gemacht haben, stecken auf. Eine Feier auf einem Acker an der Großsporthalle? Geht auch nicht, weil sich das Areal bei Regen in eine unbetretbare Schlammfläche verwandele, heißt es.

Zu viele Auflagen

Und der Vorschlag aus dem Rathaus, die Georg-Schad-Halle zu nutzen? Deckert unternimmt erst gar keinen Überzeugungsversuch. Das Gegenteil betreibt Kunz, der in der Schad-Halle jahrelang als Hallenwart arbeitete. Sein Fazit: abhaken.

Zu viele Auflagen

müssten erfüllt werden, zu unwägbar sei der Aufwand, alles herzurichten.

Bliebe noch der Saalbau mit einer verkleinerten Kerb. Oder eine „Kerb in den Kneipen“, wie es der Vorstand andeutet. Für eine Zeltkerb „fehlt uns die Manpower“, gesteht Altkerweborsch (AKB) Uwe Gremm. 2017 hätten die AKB immens viel geleistet, dass überhaupt noch einmal das Volksfest auf annähernd gewohntem Niveau ausgerichtet werden konnte. „Wir haben alle auch Familie“, bedauert Ex-Kerwemudder Janina Ramge.

Der Beigeordnete könne Parallelen zu parlamentarischen Gepflogenheiten erkennen: Sei eine Lage nach unendlicher Debatte ohne Lösung verstrickt, müsse eine höhere Instanz ran. Aus diesem Grund soll der Kerweborschvorstand nun eine Idee entwickeln, über die am 23. März beraten und abgestimmt werde. Hubert Deckert drücke den jungen Leuten die Daumen. Ob er an dieser nächsten Versammlung wieder teilnehme, sei fraglich.

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