+
Winterferien gibt es in Hessen erst einmal nicht. Die Schüler müssen noch bis Ostern die Finger heben.

Schulleiter sind froh

Keine Winterferien für Schüler in Hessen

Baden-Württemberg hat sie längst, Rheinland-Pfalz bekommt sie 2019, Hessen muss jedoch auch weiterhin ohne sie auskommen: Die Rede ist von Winterferien, die an Fastnacht gekoppelt sind. Für die Schulleiter in Rüsselsheim ist die hessische Regelung ohne Winterferien völlig in Ordnung.

Endlich Ferien. Als die Kinder und Jugendlichen am Freitag vor Weihnachten aus den Schulen stürmten, kehrten sie ihrer Penne für längere Zeit den Rücken. Erst ab 15. Januar müssen sie wieder die Schulbänke drücken. Damit sind die Schüler in Hessen bundesweit die einzigen, die über den Jahreswechsel drei Wochen lang freihaben. Dafür stehen die nächsten Ferien erst wieder am 26. März, also vor Ostern an, was auch für den Nachbarn Rheinland-Pfalz gilt.

Das sieht bei den Schülern in Baden-Württemberg anders aus. Sie müssen zwar bereits wieder am 8. Januar zurück in die Schule, dafür stehen die nächsten Ferien am 12. Februar an. Diese Winterferien gibt es nicht in jedem Bundesland. Auch Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen verzichten darauf, ebenso Rheinland-Pfalz, wo sie 2019 aber eingeführt werden. In Hessen bleibt die für die Schüler mit Sicherheit lange Durststrecke bestehen – und das heißen die Rüsselsheimer Schulleiter gut.

„Nicht nur die Vorbereitungszeit für das Abitur, sondern auch die Kursphase Q4 würde bei zusätzlichen Winterferien deutlich zu kurz ausfallen. Es müssten also grundsätzliche Änderungen im Terminplan für die Oberstufe vorgenommen werden“, bekräftigt Rainer Guss, Leiter der Immanuel-Kant-Schule.

Auch Jens-Peter Krämer, Leiter der Parkschule und der Friedrich-Ebert-Schule, lehnt die Einführung von Winterferien ab – allerdings aus anderen Gründen. „Ich bin nicht dafür, weil lange Weihnachtsferien gut für die Urlaubsplanung sind.“ Krämer verweist dabei auf die Schüler mit Migrationshintergrund, deren Eltern den Besuch der in der Regel im Ausland lebenden Verwandten besser planen können.

„Ist für Hessen kein Thema, also auch nicht für uns“, signalisiert Maja Wechselberger, Schulleiterin des Neuen Gymnasiums, kurz und bündig, während ihr Kollege Marc Rhein, Leiter der Max-Planck-Schule, es ähnlich wie Jens-Peter Krämer sieht. „Als Skifahrer schätze ich beispielsweise die letzte Woche der Weihnachtsferien, weil dann in den Skigebieten nicht mehr so viel los ist.“ Diesen Vorteil sieht er auch für die Schüler und deren Familien.

„Andererseits haben Winterferien auch ihre Vorteile“, räumt Schulleiter Rhein mit Blick auf die lange, ferienlose Zeit bis Ostern ein. Dass beispielsweise der Baden-Württemberger Schüler in der Regel alle sechs Wochen Ferien hat, habe ebenfalls seine Vor- und Nachteile.

Der Nachteil liege mit Sicherheit darin, dass der Schüler, kaum so richtig in der Schule und im Unterricht angekommen, schon wieder an die nächsten Ferien denken könne und dies mit Sicherheit auch tue, so Marc Rhein.

In Mainz ist man übrigens nicht glücklich, dass die neuen Winterferien in die Woche vor die umtriebigen Fastnachtstage fallen. Dass zahlreiche Kinder und Jugendliche die Zeit von Fastnachtsamstag und Rosenmontag mit ihren Eltern auf der Skipiste verbringen, könnten besonders die Fastnachtsumzüge zu spüren bekommen, die von den Kindern und Jugendlichen profitieren.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare