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Mit dem Kerwelied auf den Lippen

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Im Gleichschritt geht es los:

 Eigenhändig schleppen die Geinsheimer Kerweborsch den Kerwebaum zum Ort des Aufstellens, das Haus von Kerwevadder Marc Weidmann.
Im Gleichschritt geht es los: Eigenhändig schleppen die Geinsheimer Kerweborsch den Kerwebaum zum Ort des Aufstellens, das Haus von Kerwevadder Marc Weidmann. © Keim, Ralph

Mit dem Aufstellen des Kerwebaums hat offiziell die Geusemer Kerb begonnen. Wie es die Tradition verlangt, steht das Symbol des Frohsinns am Haus des Kerwevadders bei Marc Weidmann.

Von Ralph Keim

„Es gibt erst was zu Trinken, wenn der Kerwebaum steht.“ Diese Worte von Kerwebeivadder Rico Hauf zeigten Wirkung. Die Kerweborsch legten sich mächtig ins Zeug, um den Baum in die Senkrechte zu bringen. Als dies vollbracht war, flossen Bier und sonstiges in Strömen, auch für die zahlreichen Zuschauer, die dem Aufstellen des Kerwebaums am Freitagnachmittag zuschauten.

Im Treburer Oberwald bei Mörfelden-Walldorf war die stattliche Fichte am Donnerstag geschlagen, dann nach Geinsheim gebracht und im Hof der Lackiererei Grimm zwischengelagert worden. Am Freitag wartete ein Kraftakt auf die mehr als 30 Kerweborsch. Denn während in zahlreichen Gemeinden der Umgebung der Kerwebaum auf einem Anhänger zum Stellplatz gebracht wird, schleppen ihn in Geinsheim die Kerweborsch selbst.

Von der Lackiererei Grimm bis zum Haus von Kerwevadder Marc Weidmann im Zeppelinring waren es zwar nur ein paar hundert Meter. Doch die Anstrengung war den Jungs ins Gesicht geschrieben, als sie ihr Ziel erreicht hatten – mit dem Geusemer Kerwelied auf den Lippen und sehnlichst erwartet von den Kerwemädscher und den zahlreichen Zuschauern.

Auch beim Aufstellen verzichteten die Borsch weitgehend auf maschinelle Hilfsmittel. Überwiegend mit der eigenen Hände Kraft bugsierten sie den Baum in das vorgesehene Loch, das extra ausgeschachtet und mit Beton verstärkt worden war. Schließlich soll der Baum bis zum 7. September stehen bleiben. „Normalerweise ist der Baum am Haus des Kerwevadders anmontiert“, erläuterte Marc Weidmann. „Bei uns geht das aber nicht, daher haben wir das Loch ausgeschachtet. Die Hofeinfahrt muss sowieso neu gemacht werden“, sagte der Kerwevadder grinsend. Nach dem Aufstellen des Baums stand der mehrtägigen Sause nichts mehr im Wege.

Der Kerwebaum wird erst am 7. September wieder niedergelegt, zerschnitten und schließlich verfeuert.

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