Ausstellung

Sam Khayaris Bilder werden von Musik inspiriert

Doppelte Premiere in der alten Mühle im Vernapark: Der Rüsselsheimer Fotograf und Maler Sam Khayari eröffnete dort seine neue Ausstellung. Dabei malte er live vor Publikum. Und ließ sich dabei von Musik inspirieren.

Gäste können die alte Mühle im Vernapark nicht verfehlen. Sie müssen einfach dem Wummern der Minimal Techno-Beats oder den blauen Strahlern, die das frisch renovierte Gebäude beleuchten, folgen. Dort angekommen, weisen blaue Neonröhren den Weg über die Treppen in den Ausstellungsraum im Obergeschoss der Mühle. Am Eingang steht ein gut gelaunter Sam Khayari und begrüßt die Gäste persönlich, ehe er das Wort ergreift und Disc Jockey (DJ) Daniel Vargas vorstellt.

Mit dem Meister am Plattenteller hat sich Khayari, der sich selbst als „Kreativnomade“ bezeichnet, zusammengetan, um sein neuestes Projekt in die Tat umzusetzen: die Culture Map, die das Folgeprojekt der Art Map sei. In der Art Map hat Sam Khayari historische Daten und Informationen zu öffentlich zugänglichen Denkmälern, Gebäuden oder Kunstwerken gesammelt und aufgeschrieben. Bei der Culture Map stehen nun Künstler im Mittelpunkt. „Ich habe in der letzten Zeit viele Künstler in Rüsselsheim besucht. Ich habe sie fotografiert und interviewt. Die Videos dazu gibt es auf der Homepage des Projekts, unter www.culture-map.de“, sagt Khayari.

Das Ergebnis seiner „

Hausbesuche

“ bei Kollegen zeigt Khayari nun in einer eigenen Schau in der alten Mühle. Zu sehen sind da natürlich bekannte Größen der Rüsselsheimer Kulturszene wie Bengt Fossag oder Inge Besgen. Doch auch junge und aufstrebende, aber eben weniger bekannte Maler, Sprayer und Kreative sind dabei. Das ist so gewollt. „Die Culture Map soll eine Plattform sein, auf der junge Künstler die Möglichkeit haben, mit älteren und erfahrenen Kunstschaffenden in Kontakt zu treten. Der Netzwerkgedanke steht dabei ganz vorne“, stellt Khayari fest. Dabei spiele das jeweilige Genre keine Rolle. Auch DJ Daniel Vargas ist auf einer der Aufnahmen zu sehen.

In der Mitte des Ausstellungsraums hat Khayari eine weiße Leinwand aufgestellt. „Ich werde mich im Laufe des Abends von der Musik von Daniel Vargas inspirieren lassen und ein Bild malen“, kündigt er an. Ob er es an diesem Abend gleich fertigstellen werde, wisse er allerdings nicht. „Dann male ich es an einem anderen Tag weiter“, sagt er. Die Vernissage sei schließlich nur der Beginn und damit auch das erste Mal, dass die Mühle nach ihrer Renovierung als Kunsthalle genutzt werde. „Ich werde noch ein paar offene Ateliers hier veranstalten, bei der mir die Besucher über die Schulter schauen können“, kündigt der Gastgeber des Abends an.

Die Ausstellung soll vier Wochen lang in der alten Mühle zu sehen sein, sagt der Maler und Fotograf. Dann zeigt er auf zwei seiner Bilder, die im hinteren Teil des Raums ausgestellt sind, legt eine kurze Pause ein und sagt dann: „Auch bei diesem Werken wurde ich von der Musik inspiriert.“

Bürgermeister Dennis Grieser erklärt in einer Ansprache, dass die Vernissage mit anschließender Ausstellung ein Pilotprojekt sei. Damit soll eruiert werden, wie das Gebäude aus dem 16. Jahrhundert künftig weiter genutzt werden soll.

Nach der 280 000 Euro teuren Renovierung, die zum Hessentag im vergangenen Jahr abgeschlossen war, sei die alte Mühle als „Kleinod“ wiederauferstanden. „Das ist heute sozusagen ihre

Feuerprobe

für den Rest des Kultursommers“, sagte der Bürgermeister.

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