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Kinderfinger trommeln den Regen

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Auf der Trommel kann man mit den Fingern ganz leicht Regen-Geräusche erzeugen.
Auf der Trommel kann man mit den Fingern ganz leicht Regen-Geräusche erzeugen. © (Stella Lorenz)

Margit Stiller von Nadias Musikschule bietet Drei- bis Sechsjährigen im evangelischen Kindergarten der Luthergemeinde die Möglichkeit, die Liebe zur Musik zu entdecken.

„Sol Mi Do!“, singt Margit Stiller den rund zehn Kindern vor, die Melodie und Silben prompt wiederholen. Wie die junge Julie Andrews in „The Sound of Music“ führt Stiller ihre Schützlinge spielerisch an Töne und Rhythmen heran. Statt auf einer Alpenwiese sitzt sie zwar in der Turnhalle des evangelischen Kindergartens der Luthergemeinde, aber der Enthusiasmus der Kinder ist mehr als deutlich zu sehen.

Beim Begrüßungslied, dessen Strophen nur die Musikpädagogin singt, hält Toni es nicht mehr aus. Laut schmettert er auswendig mit, wippt begeistert im Fersensitz und strahlt. Ganz behutsam, ohne Druck, bindet Margit Stiller die Kinder musikalisch ein. Beim „Stampfen durch den Schnee“ wird zum Beispiel das Rhythmusgefühl trainiert. Das wechselhafte Wetter während des Igel-Winterschlafs stellen die Kinder selbst mit Fingerklopfen auf der großen Trommel dar.

Zusätzliche Ausbildung

Seit fünf Jahren bietet der Kindergarten in Kooperation mit Nadias Musikschule einmal pro Woche den halbstündigen Gruppenunterricht an. „Viele Eltern sind nachmittags berufstätig, die Kinder können außerhalb deshalb oft keine Musikschul-Angebote wahrnehmen“, erklärt Sylvia Klier, die die Kita leitet. Angenommen werde das Zusatzangebot sehr gut, pflichtet auch Stiller ihr bei. Sie hat den Kurs vor anderthalb Jahren von einer Kollegin übernommen und ist sehr angetan von dem Format.

Die Sportlehrerin, die ihr Studium an der Kölner Sporthochschule absolvierte, hat sich zusätzlich zur Musikgarten-Pädagogin ausbilden lassen. „Musik und Bewegung greifen gerade in der Altersstufe eng ineinander“, sagt sie. „Das ist einfach ein schönes Arbeiten.“

Es heißt" Der Triangel“

Das finden auch Romy (6) und Scarlett (5). Die beiden lieben vor allem die tänzerischen Elemente. „Wir machen schon Ballett“, erzählen sie stolz. Vorsichtig begutachten sie die Fingerzimbeln, die Stiller mitgebracht hat. Währenddessen erklärt sie den Jungs, dass das Instrument in ihren Händen ein Triangel ist – „Der Triangel“, betont sie. Den richtigen Artikel würden auch viele Erwachsene nicht kennen.

Dann stellt Margit Stiller ein Lied vor, was die Kinder noch nicht kennen. Es dauert keine Minute, da singen alle mit. Die kleinen Musikanten lernen schnell. Dass jemand durch die wöchentliche Stunde die Musik als neues – und vielleicht erstes – Hobby entdeckt, ist schon passiert. Die kleine Dana hat das Angebot der Musikschule über die Kita kennengelernt und ist jetzt im Instrumentenkarussell auf der Suche nach dem Instrument, das sie erlernen möchte.

Ob auch Toni sein musikalisches Talent mal vertieft? Als das Kehraus-Lied gesungen werden soll, macht er ein trauriges Gesicht: „Ich möchte aber noch Musik machen!“ Die Begeisterung ist jedenfalls schon da. lor

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