Führen Buch: Kaj Wechterstein (re.) und weitere Mitglieder vom Nabu zählen die Vogelarten, die sich in Astheim aufhalten.
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Führen Buch: Kaj Wechterstein (re.) und weitere Mitglieder vom Nabu zählen die Vogelarten, die sich in Astheim aufhalten.

Nabu-Mitglieder zählt Vögel

Der Klimawandel beeinflusst die Zugvögel

  • vonNils Malzahn
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In kleinen Gruppen beobachteten die Nabu-Mitglieder Vögel. Ihre Erkenntnisse werden in die Nabu-Zentrale nach Berlin geschickt.

Am Wochenende lief Deutschlands größte Vogelzählung, die „Stunde der Wintervögel“, ab. Auch der Naturschutzbund (Nabu) Astheim beteiligte sich. Im Mittelpunkt der Aktion standen die vertrauten und oft sehr weit verbreiteten Vogelarten. Wo kommen sie vor? Wo sind sie häufig und wo eher selten geworden? Diese Fragen stellte sich auch eine kleine Delegation des Nabu Astheim, die sich rund um das Margareta-Schenkel-Haus verteilt hatte.

In kleinen Gruppen beobachteten die Naturschützer eine Stunde lang die Vögel. „Man könnte das auch alleine im heimischen Garten machen. So kommt aber der harte Kern zusammen und verlebt einen schönen Nachmittag“, sagte Kaj Wechterstein. Der pensionierte Pfarrer zählte Amseln, Buchfinken, Blau- und Kohlmeisen, aber auch Sperlinge. Immer mit dabei: Der Bogen, auf dem die Vogelfreunde fleißig Strichliste führten. Die Ergebnisse wurden anschließend in die Zentrale nach Berlin geschickt, wo die bundesweite Zählung in den nächsten Tagen ausgewertet wird.

Interessant ist das vor allem aufgrund der Tatsache, dass der Klimawandel das Verhalten vieler Zugvögel geändert hat. Bei milden Wintern verkürzen manche heimische Vögel ihren Aufenthalt im Süden oder lassen ihn sogar ausfallen. So bleiben Singdrossel, Hausrotschwanz und sogar Kraniche häufiger ganzjährig in Deutschland. Noch vor einigen Jahren war das sehr ungewöhnlich. Auch Zugvogelarten wie Mönchsgrasmücke und Zilpzalp kehren verfrüht zurück. Die milden Temperaturen im Winter sorgen dafür, dass sich das Nahrungsangebot verbessert. In Astheim kennt diese Fakten aber tatsächlich nur der harte Kern der Gruppe, der sich am Nachmittag auch vom einsetzenden Nieselregen nicht einschüchtern ließ.

„Für uns ist das die Jahresauftaktveranstaltung. Die Stunde der Wintervögel ist jährlich der erste Termin, an dem wir uns nach dem Jahreswechsel alle wiedersehen“, erklärte Wechterstein. Insgesamt zählt der Nabu momentan 120 Mitglieder, die unterschiedliche Beiträge leisten, um die Natur rund um Trebur zu erhalten, wie das Reinigen von Nistkästen. Auch Kinder und Jugendliche werden in die Arbeit des Vereins einbezogen.

Hans Lorenz Heck, seit mehr als 30 Jahren Mitglied und Kassenverwalter des Vereins, hatte in der vergangenen Woche mit einigen Kindern die Nistkästen im Umkreis inspiziert. „Frische Luft hatte ich also schon genügend“, sagte Heck lachend, der zum Schluss eine achtbare Strichliste vorweisen konnte. „Vielleicht zähle ich am Sonntag noch mal für mich selbst vom Wohnzimmer aus“, sagte er.

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