Lausch-Test

So klingt es in Astheim am Sonntag

Astheim ist eher als ruhiger und beschaulicher Ortsteil der Großgemeinde Trebur bekannt. Doch wie genau hört sich das an? Unsere Reporterin hat am vergangenen Sonntag den Lausch-Test gemacht.

Egal, wann man Astheim besucht und den westlichsten Ortsteil der Großgemeinde Trebur durchfährt, es wirkt immer ruhig und beschaulich. So ist es auf den ersten Blick auch am vergangenen Sonntag. Doch wenn das Schallmessgerät zum Einsatz kommt, ändert sich das Bild plötzlich. Auf dem Weg in Richtung Bürgerhaus erschallt fröhliches Kinderlachen. Wenige Sekunden später werden zwei Mädchen sichtbar, die auf Rollerblades unterwegs sind. Es sieht so aus, als seien sie noch nicht ganz so geübt in der Fahrtechnik. „Halt Dich fest“, ruft die eine Bladerin der anderen zu und nimmt die Hand der Zweiten. Konzentriert legen sie Meter um Meter auf dem Bürgersteig vor dem Bürgerhaus zurück. Das Lachen der beiden wird dabei noch ein wenig lauter. Das Schallmessgerät verzeichnet fast 65 Dezibel.

Dann lenkt ein knatterndes Geräusch die beiden jungen Sportlerinnen ab. Sie drehen sich zur Straße um und suchen die Quelle des Lärms. Es ist ein Motorrad im Stil einer Harley Davidson. Langsam fährt der Chopper an den beiden Mädchen vorbei. Das gibt noch einmal einen heftigen Ausschlag auf der Schall-Mess-App. Kurzzeitig zeigt das Messgerät eine Spitze von 83 Dezibel an. Dann ist das Motorrad am Gras-Damm vor dem Sport-Casino angekommen. Mit einem eleganten Schlenker biegt der Fahrer nach Alt-Astheim ab. Die Dezibelzahl geht langsam runter und pendelt sich auf 48 ein.

Dieser Zustand währt nur kurz. Denn es kommt eine große Gruppe Radfahrer aus Richtung des alten Rathauses auf den Gras-Damm zugefahren. Die Hobby-Sportler unterhalten sich angeregt. Das Schall-Messgerät zeigt 55 Dezibel an. Als sie näherkommen, steigt der Wert stetig an und findet seinen Höhepunkt bei 64 Dezibel. Dann sind sie am Standort des Messgeräts vorbeigefahren und entschwinden in der Ferne.

Der Spaziergang geht weiter zum alten Rathaus. Auf dem Weg fahren mehrere Autos durch die historische Straße des Ortsteils. Die Schall-Mess-App teilt mit, dass der Geräuschpegel zwischen 69 und 78 Dezibel liegt. Anwohner stehen an einem Tor vor einem Wohnhaus zusammen und plauschen. Das Messgerät beziffert die Unterhaltung auf 58 Dezibel. Als die Menschen lachen, schlägt es auf 64 Dezibel aus.

Zwei Männer schieben einen Karrenwagen mit schwerer Last durch die Straße. Objektiv hört sich die sicherlich schweißtreibende Arbeit eher leise an. Doch der Pegel zeigt trotzdem 53 Dezibel an. Vielleicht wird der Messwert aber auch von dem Brummen des Flugzeugs beeinflusst, dass in stattlicher Höhe über Astheim in Richtung des Frankfurter Flughafens unterwegs ist.

Am Ortsausgang nach Trebur angekommen, ist zunächst ein leises Trappeln zu vernehmen. Schnell wird eine Joggerin sichtbar. Die Spannung steigt, wie „laut“ sie wohl sein wird, wenn sie am Messgerät vorbeiläuft. Die junge Frau grüßt mit einem freundlichen „Hallo“ und die Mess-App verzeichnet gerade einmal 47 Dezibel. Die Sneakers – zu Deutsch „Schleicher“ – machen ihrem Namen alle Ehre.

Auf der Hauptstraße wird es dann noch einmal richtig laut. Ein Kleinlaster bremst vor der fest installierten Blitzanlage ab und quietscht dabei leicht. Das bedeutet einen Geräuschpegel von 78 Dezibel. Dann fährt er etwas leiser weiter.

Auch wenn es so wirkt, Astheim ist an diesem Sonntag gar nicht so ruhig und leise. Wochenendausflügler besuchen den Ortsteil mit ihren Fahrrädern, Motorrädern und Autos. Kinder spielen auf den Straßen. Dabei hört sich Astheim aber trotzdem meistens wirklich angenehm an.

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