Ein Blick in den Mietvertrag lohnt immer. Was steht im Kleingedruckten zu Mietterhöhungen?. FOTO: dpa
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Ein Blick in den Mietvertrag lohnt immer. Was steht im Kleingedruckten zu Mietterhöhungen?.

Wohnen

Kommt der Mietspiegel für Rüsselsheim?

  • Stella Lorenz
    VonStella Lorenz
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Der Magistrat arbeitet immer noch an einer Beschlussvorlage. Nun soll es aber schneller gehen als gedacht.

Rüsselsheim -Transparenz für Mieter und Vermieter: Dafür sorgt vielerorts ein Mietspiegel, der deutlich zeigt, wie hoch die Wohnungsmieten im Schnitt in einer bestimmten Gegend sind. In Rüsselsheim gibt es keinen solchen offiziell erhobenen Mietspiegel - bis jetzt.

Das soll sich ändern und könnte offenbar schneller gehen als gedacht. Dies gab Bürgermeister Dennis Grieser (Grüne) am Montagabend im Sozial-, Integrations- und Jugendausschuss bekannt. Vorher hatte die WsR am gleichen Tag einen Antrag gestellt, der die Schaffung eines Mietspiegels innerhalb der kommenden zwölf Monate forderte.

Gespräche mit Verbänden

Dem Wunsch kann aller Wahrscheinlichkeit nach entsprochen werden, denn entsprechende Abstimmungen mit dem Mieterbund sowie dem Haus-, Wohnungs-, und Grundeigentümerverein seien bereits geführt worden, nur noch nicht zum Abschluss gekommen. Man erwarte bald Rückmeldung: "Die Vorlage wird finalisiert und kommt in den nächsten Wochen", versprach Grieser.

Bereits im Januar hatte der Magistrat ein Papier zur Kenntnisnahme erstellt, die den Kontext und die Dringlichkeit eines Mietspiegels deutlich machte: Seit Ende 2020 fällt Rüsselsheim aufgrund des Wegfalls entsprechender Landesverordnungen in den Geltungsbereich für einen angespannten Wohnungsmarkt. Demnach gelten nun auch hier die Mietpreisbremse, die Kappungsgrenzenbeschränkung sowie die verlängerte Kündigungssperrfrist.

Die Richtwerte der beiden erstgenannten Begrenzungen, die sowohl für Mieter als auch für Vermieter Orientierung bieten, sind allerdings nur sinnvoll, wenn die ortsübliche Vergleichsmiete rechtssicher via Mietspiegel vorliegt. Deshalb - so der Magistrat in der Vorlage vom Januar - wolle man Gespräche mit dem Interessenverband Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümerverein sowie dem Mieterbund führen.

Mehr Transparenz für Mieter

Innerhalb der vergangenen vier Monate ist dies also geschehen, wie Grieser verdeutlichte. Er betonte, dass die Verwaltung den Mietspiegel befürworte. Bisher hatten sich die beiden Verbände dagegen ausgesprochen, das scheint sich nun geändert zu haben.

Mit dem Mietspiegel ließen sich vermieterseitig Mietpreiserhöhungen rechtfertigen und ungerechtfertigte Erhöhungen mieterseitig leichter abweisen, so Grieser. Sinngemäß formulierte es auch die WsR in ihrem Antrag, die mehr Transparenz und den Mietspiegel als verlässliches Instrument beschrieb. Wann genau die Entscheidung nun fällt, ist noch offen. lor

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