Umwelt

Mit dem Küchensieb auf Entdeckertour

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Tiere bestimmen, auf die Natur achten, im Bachlauf nach Insekten und Kriechtieren keschern: Die Klasse 3a der Georg-Büchner-Schule hatte am fünften Hessischen Tag der Nachhaltigkeit ein volles Programm.

„Ey, Leute!“, ruft Katriel aufgeregt. „Leute!!!“, kommt noch mal lauter mit Nachdruck hinterher. Der Drittklässler steht am Rand des kleinen Bachlaufs, der im Ostpark in der Nähe des Kneipp-Beckens angelegt wurde und schaut ungläubig in seinen Behälter. Damit hat er gerade auf gut Glück etwas Wasser entnommen – und gleich einen Treffer gelandet. In der Box schwimmt ein kleines, dunkles Tier mit vier Beinchen. „Ist das eine Kaulquappe?“, fragt Katriels Mitschülerin. „Könnte sein“, fachsimpelt eine andere.

Tatsächlich, erklärt Marion Bredemeier, ist das, was Katriel gefangen hat, eine Molchlarve. Die Umweltpädagogin begleitet die 21 Schüler der Klasse 3a der Georg-Büchner-Schule am Donnerstagmorgen drei Stunden lang im Ostpark. „Wir haben schon Tiere mit Merkkärtchen erraten und Gewässertypen kennengelernt“, erzählt Klassenlehrerin Laura Schäfer. Mit ihrer Doppelbesetzung Sabine Ludschoweit betreut sie die Aktion.

Wichtig finden beide, das Bewusstsein der Kinder für die Umwelt zu schulen, das sei auch im Schulkonzept verankert. Im Ethikunterricht der Büchner-Schule wird Müll gesammelt, es gibt einen Schulgarten und auch in der Projektwoche stehen Themen wie Wald und Tiere auf dem Plan.

Die Kinder jedenfalls sind begeistert – vom kleinen Molch, vom Rückenschwimmer und vor allem vom Wasserskorpion. Der Käfer sieht seinem Namensvetter sehr ähnlich, sticht aber nicht. „Toll“, findet Vika. Sie und ihre Mitschüler sind aktiv, rennen den kleinen Bachlauf hoch und runter. Immer wieder keschern sie mit Küchensieben im Wasser herum. Dabei holen sie vor allem eine Menge Teichlinsen heraus.

„Was ist das für ein Tier?“, fragt sie. Schnell ist klar: Das schwarze, harte Ding ist eine Schnecke. „Eine Spitzschlammschnecke, um genau zu sein“, ergänzt Bredemeier. Den Kindern ist das Staunen im Gesicht abzulesen. Konzentriert schauen sie, ob sich zwischen den herausgefischten Teichlinsen etwas bewegt. Das anfänglich mal zu hörende „Iih!“ weicht immer öfter einem „Wow!“.

Das freut Veronika Greiner vom Fachbereich Umwelt und Planung. „Wir wollen die Umweltbildung fördern, deshalb sind wir bei der Aktion dabei“, erklärt sie Nicht nur die Georg-Büchner-Schule beteiligt sich, auch an der Immanuel-Kant-Schule wird das Bewusstsein für Nachhaltigkeit gestärkt. Dort steht am Aktionstag die Biene und die schuleigenen Bienen im Mittelpunkt, während im Ostpark die Gewässer näher beleuchtet werden.

„Ich finde das toll“, erklärt Victoria. „Die Tellerschnecken fand ich am interessantesten. Nein, den Skorpion“, sagt sie. „Und die kleinen Tiere, die auf den Linsen herumkrabbeln“, ergänzt ihre Freundin. „Das hat Spaß gemacht“, finden die Kinder. „Ich war schon manchmal mit meinen Papa hier“, erzählt eins der Mädchen. „Aber den Bach habe ich gar nicht gesehen.“

Jetzt will sie öfter kommen und auch ihren Eltern zeigen, was man hier erleben kann. Ein bisschen mehr Gespür für Natur und Umwelt bekommen – das hat die Aktion bei einigen offenbar direkt geschafft.

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