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Kühlen und mit Essig behandeln

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Bienen 

sind nützlich Tiere, doch ihr Stich kann sehr schmerzhaft sein.
Bienen sind nützlich Tiere, doch ihr Stich kann sehr schmerzhaft sein. © Marek Walica (85494408)

Stefan Münch, der Leiter der Notaufnahme im GPR Klinikum, gibt Tipps, wie mit kompetentem Handeln Unfallfolgen möglichst gering gehalten werden können. In diesem Beitrag geht es um Bienen- und Wespenstiche.

In der Sommerzeit sind wieder die fleißigen Bienen und die lästigen Wespen unterwegs und werden oft von Essens- und Getränkegerüchen angelockt. Es kommt dann häufiger zu Bienenstichen, wenn man beispielsweise über eine blühende Kleewiese – wie im Waldschwimmbad – geht. Diese sind zwar schmerzhaft, aber meist nicht gefährlich. Bei Betroffenen treten zumeist lediglich lokale Beschwerden an der Einstichstelle in Form von Rötungen, Schwellungen, Juckreiz und Schmerzen auf. Die meisten Stiche sind aber mit einfachen Mitteln zu behandeln, und die Symptome sind zumeist nach einigen Tagen abgeheilt.

In seltenen Fällen kann es auch zu schweren Allergien kommen. Etwa fünf Prozent der Deutschen leiden unter einer Insektengift-Allergie und entwickeln schwere allergische Symptome, bis hin zum allergischen Schock. In diesen Fällen sollte unbedingt der Notarzt gerufen werden, denn es besteht Erstickungsgefahr. Auch wenn sich die Einstichstelle im Mundraum oder im Rachen befindet, was gelegentlich vorkommt, wenn die Tiere am Glasrand eines Getränks übersehen werden, muss sofort der Notarzt gerufen werden. Denn in diesen Fällen kann das Gift schneller über die Schleimhäute in den Körper gelangen. Dann besteht Erstickungsgefahr.

Bei einem Bienenstich sollte zuerst mit einer Pinzette der Stachel gezogen werden, denn am Ende des Stachels sitzt die Giftblase. Wenn diese beim Ziehen berührt wird, kann dadurch noch mehr Gift in die Wunde kommen (bei Wespen verbleibt im Gegensatz zur Biene nach dem Injizieren des Gifts der Stachel im Insekt). Der Bienen- oder Wespenstich sollte sofort gekühlt werden, um zu verhindern, dass die gestochene Stelle zu stark anschwillt, denn die Blutgefäße ziehen sich durch die Kälte zusammen, und die Schmerzen werden auch gelindert. Kalte Kompressen oder kalte Umschläge sind dafür am besten geeignet. Zur Behandlung hat sich Essig bewährt. Den Essig mit Wasser verdünnen (zwei Teile Wasser, ein Teil Essig) und als Kompresse auflegen. Die Kompresse sollte erst erneuert werden, wenn der Essig eingetrocknet ist.

In Folge von Insektenstichen kann es häufig zu Infektionen bis hin zur Blutvergiftung kommen. Symptome hierfür sind die Entwicklung von Fieber beziehungsweise Schüttelfrost, die Ausbildung von „Roten Streifen“ von der Wunde ausgehend oder eine flammende Rötung beziehungsweise Überwärmung der Wunde. Im Gegensatz dazu spricht ein „Jucken“ in der Wundgegend eher für eine allergische Reaktion.

Auch bei Bienen und anderen Insektenstichen gilt: Es handelt sich um eine offene Wunde. Die Überprüfung des Tetanusschutzes ist deshalb unentbehrlich. red

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