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Kulturtalk für alle bei der Achterbahn

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Den Talk bei der Achterbahn
Den Talk bei der Achterbahn © Jochen Melchior

Neue Folgen von „Achterbahn TV“ werden aufgezeichnet. Wer wollte, konnte sogar live im Studio dabei sein.

Nach dem Erfolg der Pilotsendung wurden im November vier neue Folgen von „Achterbahn TV – Kulturtalk für alle“ in den Burg-Lichtspielen Gustavsburg aufgezeichnet. Ausgestrahlt werden die Sendungen von Januar bis Mai 2016 auf Rhein-Main TV. Die genauen Sendetermine stehen auf , wo die Sendung anschließend ebenfalls aufzurufen ist.

Achterbahn TV sei ein innovatives Fernsehformat, das Kulturthemen für Menschen mit und ohne Behinderung zugänglich macht. In der Talkshow stehen Künstler und Kulturschaffende im Mittelpunkt, von denen manche blind, andere sehend, manche gehörlos, andere hörend sind – ohne dass dies Thema der Gesprächsrunden wäre. Auch das Moderatorenteam ist entsprechend zusammengestellt: Die taube Barbara Rott, der hörende Axel S. sowie Gebärdensprachdolmetscher. Sie übersetzen alle Redebeiträge für das ebenfalls bunt gemischte Publikum. Untertitel und Bildbeschreibungen machen die Sendung im Fernsehen auch für Schwerhörige und Blinde barrierefrei.

Es ist wichtig, dass Untertitel und der Gebärdensprachendolmetscher eingeblendet werden. Es gibt schwerhörige und taube Menschen, die keine Gebärdensprache beherrschen. Diese sind auf Untertitel angewiesen. Andererseits sind Untertitel in deutscher Schriftsprache nicht für alle tauben Zuschauer ausreichend, denn die Deutsche Sprache ist für Gehörlose (DGS) eine Fremdsprache. Sie hat eine andere Grammatik, so dass nicht für jeden DGS-Muttersprachler Untertitel verständlich sind.

Überraschende Geschichten

Talk-Gäste der Sendung waren der taube Maler und Modellierer Koos de Ligt, der Gebärdensprach-Poet Jürgen Endress, der erblindete bildende Künstler Günter Kamolz und das Akrobatik-Duo Fate Fusion, zu dem auch ein Rollstuhl gehört. Balance-Künstler Gerd Voigt berichtete aus seinem bewegten Leben, die Comedian Exitussi zeigte, wie sie in ihrer Show ganz ohne Worte auskommt, und die Schlappseil-Artistin Annette Will erzählte, warum sie ihr Kinderstück „Knallpurga“ in Gebärdensprache aufführt. In den Showteilen traten außerdem die Artisten Mr. van Dee (Stimmungsmacher), Noah Chorny (Mastakrobatik) und Andrea Engler (Luft-Artistik) auf.

Rechtzeitig zum Start der neuen Folgen wurde die neue Website live geschaltet. Außer den aktuellen Sendeterminen hält sie Videopodcasts mit Hintergrundinformationen zu den jeweiligen Sendungen sowie ein visuelles Wörterbuch mit den wichtigsten „Achterbahn“-Vokabeln in Deutscher Gebärdensprache (DGS) bereit.

Inklusion als gesellschaftliches Anliegen: Das Talkshow-Projekt „Achterbahn TV – Kulturtalk für alle“ erhielt erneut Fördergeld vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration. Ausschlaggebend hierfür war das Konzept der Sendung.

Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) lobte darüber hinaus das Engagement der Macher: „Die wichtige Arbeit des Vereins schafft Gelegenheit zu einem ganz besonderen und gleichzeitig völlig selbstverständlichen Miteinander aller Menschen – ungeachtet ihrer Eigenschaften, Fähigkeiten und Begabungen.“ red

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