Karin Mairitsch Foto: Ludwig Schedl
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Karin Mairitsch

Personalien

"Kunst muss vermitteln"

  • vonDr. Daniela Hamann
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Aus der Schweiz nach Rüsselsheim: Karin Mairitsch wird neue Leiterin von Kultur 123.

Rüsselsheim -Sie bringe einen großen Strauß an Erfahrungen mit, sagt Bürgermeister Dennis Grieser (Grüne) am Dienstagmittag bei der Vorstellung der neuen Leiterin des städtischen Eigenbetriebs Kultur 123. Mit Karin Mairitsch komme eine Person nach Rüsselsheim, die nicht nur Genderkompetenz und kulturelle Feinfühligkeit, sondern auch die Fähigkeit mitbringe, Impulse zu geben, um eine schwungvolle Weiterentwicklung des Kulturbetriebs zu erreichen.

Karin Mairitsch präsentiert sich nachdenklich und gleichzeitig probierfreudig sowie - ihrer Rolle gerecht werdend - sehr kreativ, nicht nur in ihren Antworten auf die Fragen der Anwesenden, sondern auch in ihrer Art, Dinge und Sachverhalte zu beschreiben. Dies liegt wahrscheinlich zum einen am charmanten österreichischen Akzent, aber auch an der beeindruckenden Vita der 52-Jährigen.

Geboren wurde sie 1968 in Klagenfurt. Sie studierte später zunächst Malerei an der Akademie für bildende Künste in Wien. Danach promovierte sie dann zum Thema "Studienprogrammentwicklung und bildungspolitische Leitziele" an der Kunst-Universität in Linz.

Die Pandemie als Kreativzeit

Sie arbeite 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, bemerkt Mairitsch halb im Scherz. Man glaubt es ihr aufs Wort, denn ihr Geist scheint auch während des Gesprächs auf Hochtouren zu laufen. Im Bereich Bildung leitete Karin Mairitsch von 2003 bis 2008 den Studiengang "MultiMediaArt" der Fachhochschule Salzburg. Von 2008 bis 2011 war sie an der Fachhochschule Salzburg Vize-Rektorin des Bereichs Design und Kunst.

2011 zog es sie dann zuerst an die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften und dann an die Hochschule Luzern in der Schweiz. Trotz ihrer beruflichen Tätigkeit im Bildungsbetrieb hatte Mairitsch auch Zeit für die Kunst und führte zahlreiche Ausstellungen durch. Sie wurde 2020 mit einem Werkbeitrag der Zentralschweizer Literaturförderung ausgezeichnet.

"Ich sehe die Pandemie als Kreativzeit. Ich habe in den vergangenen Monaten viel ausprobiert und ein Buch fertiggeschrieben. Diese Pause von Theater und Kunstbetrieb kann auch gesund sein. Denn so lassen sich neue Wege finden, welche die Bereiche dann weiterbringen, auf einen Pfad, der vorher vielleicht nicht denkbar war", erklärt die zukünftige Leiterin von Kultur 123.

Warum sie die schöne Schweiz gegen Rüsselsheim eintausche, liege auf der Hand, sagt Karin Mairitsch. "Diese Kombination der Aufgaben in Bildung und Kultur, welche die Leitung von Kultur 123 bietet, hat mich gleich überzeugt. Und Corona hat uns gezeigt, wie wichtig der kommunale Charakter wirklich ist. Dies wird mir hier in Rüsselsheim geboten." Zudem sei Rüsselsheim bunt und voller Menschen, mit unterschiedlicher Herkunft und verschiedenen Bildungsniveaus, deren Sprachen sie nicht unbedingt beim ersten Hören verstehe. "Das mag ich sehr. Ich finde, Kunst muss vermitteln, und denke, dass das hier sehr gut möglich ist."

Kooperation mit der Hochschule

Dennoch sei es natürlich nicht leicht für sie, die Schweiz zu verlassen. Dies liege weniger an der herrlichen Landschaft dort, sondern vor allem am politisch-demokratischen System in dem Land, das sie sehr zu schätzen gelernt habe.

Sie könne sich zukünftig sehr gut vorstellen, auch mit der Hochschule Rhein-Main zu kooperieren, sagt Karin Mairitsch weiter. "Kunst und Technologie zusammenzubringen war schon immer meine Mission. Ich bin der Meinung, dass die Künste der Zukunft in der Technik liegen."

Doch zunächst möchte Karin Mairitsch erst einmal "ankommen", wie sie betont, und sich in den Kulturbetrieb einarbeiten. Erst dann könne sie sagen, wo sie die Schwerpunkte ihrer Arbeit legen werde. Offiziell wird die neue Leiterin von Kultur 123 am 3. Mai beginnen. Doch schon zuvor möchte sie in den verschiedenen Arbeitsgruppen des Kulturbetriebs mitwirken. Auch eine Bleibe hat sie bereits gefunden. Ihr neuer Wohnort wird dann Bauschheim sein. Von Daniela Hamann

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