Gospelchor

Labsal für die Seele

Eine stimmgewaltige, sangesfrohe Feier zum Lob Gottes war in der evangelischen Kirche zu erleben. Der Gospelchor mit Dirigent Markus Lill lud zum Konzert ein, das von der mitreißenden Gospelband und von herrlichen Solostimmen gekrönt wurde.

Von Charlotte Martin

Einen Hörgenuss der besonderen Art gab es am Samstagabend in der evangelischen Kirche. Der Gospelchor der Gemeinde mit seinen rund 40 Sängern und Sängerinnen begeisterte im gut besuchten Gotteshaus mit spirituellen Gesängen, die in ihrer Intensität und Fröhlichkeit Labsal für die Seele waren.

Am Klavier begleitete Musikpädagoge Markus Lill den Chor, dessen Dirigent er seit gut sechs Jahren ist. Die Sangesfreude des Gospelchores wurde außerdem durch die flankierende Gospelband mit Jens Horn am Schlagzeug, André Horn am Bass sowie Gitarrist Pascal Fleischhammel und die überragende Violinistin Christa Cordes verstärkt. Sowohl Gemeindepfarrerin Ellen Schneider-Oelkers als auch Mitglieder des Gemeindevorstands erfreuten sich am Jahreskonzert des engagierten Gospelchors.

„Ich sorge dafür, dass alle Besucher Platz finden und kein Gedränge entsteht. Dann setze auch ich mich und freue mich auf die schönen Stimmen“, sagte Kirchenvorstandsfrau Ursula Reinheimer.

Ehrenamtlich Dienst zu tun, wenn in der kleinen, feinen Kirche besondere Gottesdienste und Konzerte gefeiert werden, ist für sie und ihre Kolleginnen selbstverständlich. Und der Gospelchor trägt einen Gutteil dazu bei – sei es musikalische Umrahmung bei Taufe, Hochzeit und Konfirmation oder – wie am Samstag – eine abendfüllende Darbietung.

Bereits bevor der Chor, ausstaffiert mit farbenfrohen Schals zu dunkler Robe, Einzug in die Kirche hielt und mit „I found the Way – Ich habe den Weg gefunden“ den stimmgewaltigen Auftakt machte, hatten sich die Mitglieder im Gemeindehaus versammelt, blickten noch einmal auf Textblätter und Noten, stimmten sich bei einem kleinen Imbiss leiblich und seelisch aufs Konzert ein. Auch Henri, der einjährige Sohn des Dirigenten, wuselte zwischen den Sängern umher, lauschte später dann, versorgt mit Brezeln, ohne Murren dem gesamten Konzert. „Henri ist eindeutig der jüngste Zuhörer des Abends“, so der stolze Papa schmunzelnd.

Dass Gospel Jung und Alt inspiriert, bezeugte die Altersmischung des Publikums ebenso wie die generationenübergreifende Sangesfreude des Chors: Von 16 Jahren aufwärts bis ins Rentenalter reicht hier die Altersspanne.

„Neulinge sind willkommen. Gospel kann jeder, den es freut, singend zu beten“, so Sängerin Ruth Schürg. Gemeinsam mit Eva-Maria Dobrawa, die heute die Moderation des Konzerts übernahm, saß sie im Gemeindezentrum plaudernd beisammen. Ganz entspannt übrigens. Kein Lampenfieber? Ruth Schürg lachte: „Ach, ein bisschen Aufregung gehört dazu. Aber Freude überwiegt.“

Auch Sängerin Gloria Turic (21) bestätigte dies: „Ich bin das erste Mal bei einem Konzert dabei, gehöre erst seit kurzem zum Chor, bringe aber Erfahrung aus anderen Chören mit.“

Gloria Turic begeisterte in der Kirche mit einem brillanten Solo, als sie das „Gospel of Jesus Christ“ sang. Überhaupt gibt es hervorragende Solisten im Chor, wobei vor allem Wiebke Meinhardt riesigen Applaus bekam. „Oh bless the Lord my Soul“ hieß der mitreißende Song, der vom Publikum klatschend begleitet wurde. „Gospel macht glücklich“, brachte Ruth Schürg das auf den Punkt, was die Sänger und die Zuhörer verband.

Joachim Blüm, maßgeblicher Organisator des Abends, den vor Jahren seine Ehefrau Friede in den Gospelchor lotste, zeigte sich äußerst zufrieden: „Gospel ist Musik für die Seele. Mit Traditionals, Popsongs und Musicalstücken, für die wir das ganze Jahr über geprobt haben, wollen wir diese Freude auch heute eindrucksvoll belegen.“ Christa Cordes an der Geige präsentierte sich als neue, einfühlsame Verstärkung der Chorband. Mal lauter, mal leise, mal beschwingt und mal besinnlich, lud der Chor sein Publikum immer wieder ein, mitzusingen und zu klatschen. So wurde das Konzert zur sangesfreudigen Feier zum Lob Gottes. Riesenapplaus am Ende.

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