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Landrat Thomas Will überrascht die Versammlung mit einer gereimten Rede. Fotos: Maraike Stich

Carneval-Verein

Der Landrat steigt beim Neujahrsempfang in die Bütt

Beim Neujahrsempfang des Rüsselsheimer Carneval-Vereins wurde es eng im Zeughaus in der Hamburger Straße. Narren aus allen Ortsteilen, Funktionäre des organisierten Frohsinns und auch namhafte Politiker folgten der Einladung.

„Grade hat man erst den Weihnachtsbraten gegessen, jetzt steht man schon wieder hier“, sagt einer der Redner und beschreibt damit gut das etwas irreale Gefühl, aus dem weihnachtlich geschmückten Zuhause kommend in einen Raum voller närrischer Hoheiten in vollem Ornat zu treten.

Viel karnevalistische Prominenz ist der Einladung des Rüsselsheimer Carneval-Vereins zu deren traditionellem Neujahrsempfang gefolgt. Eine Nachricht überstrahlt alle anderen an diesem Abend. Der Gardetag wird – nach einem Jahr Pause – wieder stattfinden.

Über 50 Nummern für den Karnevalsumzug des RCV angemeldet

Schon etwas über 50 Zugnummern gebe es, berichtet Christian Schildge, noch sei es möglich, sich mit einer Gruppe anzumelden. Wer noch Interesse habe, solle sich im Laufe der nächsten drei Wochen beim RCV melden, erklärt Schildge. Am 17. Februar wird es dann so weit sein, der bunte Lindwurm wird sich wieder durch Rüsselsheims Innenstadt schlängeln und Bewohner und Besucher mit Kamelle und guter Laune versorgen.

Das freut auch Bürgermeister Udo Bausch (parteilos), der das Wort an die Versammelten richtet. „Die Stimmung hier macht deutlich, was sie alle für die Stadtgesellschaft leisten“, sagt er. Er freue sich auf die nächsten Wochen und besonders auf die Straßenfastnacht, beteuert der Oberbürgermeister und beendet seine Rede mit einem dreifachen Helau.

Landrat Thomas Will (SPD) spricht in der Bütt gegen die Jammermiene

Was die karnevalistische Form betrifft, kann sich Bausch noch ein bisschen was von Landrat Thomas Will (SPD) abgucken. Der bringt seine Worte nicht nur mit großer Lautstärke sondern auch in gereimter Form zum Besten. „Ich kann’s nicht oft genug betonen, mit Jammermiene im Gesicht, bewältigt man Probleme nicht“. Die Narren danken beiden politischen Würdeträgern mit kräftigem Applaus.

Eine besondere Ehrung steht auch noch an, der Offenbacher Karl-Heinz Eitel wird für fünf mal elf Jahre Engagement in der Fastnacht geehrt. Von 1996 bis 2001 war er Sitzungspräsident beim RCV und nach wie vor ist er in Rüsselsheim aktiv. „Das ist eine lange Geschichte“, antwortet er auf die Frage, warum es einen Offenbacher zur hiesigen Fastnacht verschlägt.

Ein Mitglied des RCV habe ihn 1976 in der Bütt erlebt und für die eigene Sitzung engagiert. Seit dem sei er Rüsselsheim treu geblieben, denn für einen Offenbacher sei das ein großer Schritt in Richtung Mainz gewesen. „Die Atmosphäre ist durch die Nähe zu Mainz eine ganz andere“, sagt Eitel. Gerne erinnere er sich an all die tollen Künstler, die er in seiner Zeit als Sitzungspräsident aus der Fastnachtshochburg habe engagieren können.

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