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Weitgehend Flaute: Beim Schnuppersegeln des Segelclubs Mainspitze fehlt der Wind. Die Teilnehmer haben trotzdem Spaß.

Schnuppersegeln des Segelclub Mainspitze

Landratten wagen Segeltörn

Mit dem Ansegeln am Maifeiertag und dem Schnuppersegeln am Vortag hat der Segelclub Mainspitze die Saison eröffnet. Das Schnuppersegeln am Samstag nutzten zahlreiche Landratten für einen ruhigen Törn auf den Nebenarmen des Rheins.

Von RALPH KEIM

Schwimmwesten sind Pflicht, erst recht, wenn „Landratten“ erstmals in einem Segelboot unterwegs sind. Die feuerroten und ziemlich sperrigen Westen sind für viele Schnuppersegler jedoch genauso ungewohnt wie die schwankende Nussschale, in die sie einsteigen müssen. „Gut festhalten!“ Den Rat der erfahrenen Segler beherzigen die Erwachsenen fast automatisch. Die Kinder gehen da wesentlich unvoreingenommener an die Sache heran – willkommen beim Schnuppersegeln des Segelclubs Mainspitze (SCM).

Zahlreiche Erwachsene, Kinder und Jugendliche kamen am Samstagnachmittag zum Vereinsgelände unweit der Gustavsburger Eisenbahnbrücke. Am Ufer schaukelten bereits drei Conger-Jollen in den sanften Wellen des Rheins. Noch sanfter zeigte sich der Wind. Doch trotz Flaute reichte es, um über das Wasser zu gleiten und die Frühlingssonne zu genießen, die sich am Samstag endlich einmal wieder etwas länger zeigte.

Die drei Jollen waren bereits segelfertig, als die Teilnehmer des Schnuppersegelns nach und nach eintrafen. Die SCM-Jugend, die an diesem Nachmittag ebenfalls zusammenkam, musste erst anpacken, bevor es aufs Wasser ging: Zunächst die Schutzplane vom Boot abziehen, dann das Segel setzen – für Vincent (10), Finn (14) und Leonhard (12) ist das längst reine Routine. Die drei Jungs segeln bereits seit zwei Jahren. „Natürlich sind wir schon ins Wasser gefallen“, gaben alle drei auf die entsprechende Frage lachend zur Antwort.

Zurück zu den Schnupperseglern: Die schon am Ufer schwankenden Planken waren nicht wenigen suspekt. Doch Wolfgang Herud und Gerhard Roth sorgten als erfahrene Segler dafür, dass die Laien ihren unbeschwerten Spaß hatten. Zudem war ein motorbetriebenes Begleitboot in ständiger Nähe. „Es kann ja tatsächlich mal einer über Bord gehen. Dann müssen wir sofort eingreifen“, erläuterte Vorstandsmitglied Erika Struck, die das Schnuppersegeln organisierte. Auch kann das Begleitboot die Segler in Schlepptau nehmen, wenn der Wind für die Rückfahrt nicht ausreicht.

„Mit diesem Schnuppersegeln, das wir bis Oktober einmal im Monat anbieten, möchten wir den Verein und das Segeln einer breiten Öffentlichkeit bekanntmachen“, erläuterte Erika Struck weiter. Der SCM hat rund 220 Mitglieder, darunter knapp 20 Jugendliche. Sie eröffneten gestern, am etwas windigeren Maifeiertag, mit dem traditionellen Ansegeln offiziell die Saison.

Dabei ging es nicht sehr weit aufs Wasser hinaus. Doch von Gustavsburg aus soll es auch im Laufe dieses Jahres wieder zahlreiche Törns geben, die einige Segler sogar bis nach Oslo führen.

Um wenigstens auf dem Rhein und seinen ruhigen Nebenarmen zu segeln, ist ein „Sportbootführerschein binnen unter Segeln“ nötig. Entsprechende Kurse bietet der SCM an. Mit deutlich unter 500 Euro ist dieser Führerschein wesentlich preiswerter als der für das Auto. Eine gebrauchte Jolle kann man nach Angaben des Vereins schon für weniger als 1000 Euro kaufen.

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