Erste Hilfe

Leben retten im Rhythmus der Musik

Das GPR-Klinikum beteiligte sich an der bundesweiten „Woche der Wiederbelebung“. An einer Puppe konnten Passanten in der Fußgängerzone testen, ob sie die lebensrettende Herz-Druck-Technik beherrschen. Im Hintergrund liefen flotte Lieder. Und das hatte seinen besonderen Grund.

Ob das das passende Lied ist? Den AC/DC-Hit „Highway to Hell“ hat Krankenpfleger Benny Gutberlet im Ohr, wenn er an einem kollabierten Patienten die Herz-Druck-Technik anwenden muss. Regelmäßig im Takt des im Kopf ablaufenden Lieds auf den Brustkorb des Patienten drücken, möglichst hundert mal in der Minute, damit dieser weder den Weg Richtung Hölle noch Richtung Himmel nimmt..

Der Rhythmus eines flotten Songs gilt inzwischen längst als medizinisch anerkannte Unterstützung für den notwendigen Rhythmus des lebensrettenden Drucks auf den Brustkorb. Und der ist notwendig, wenn beispielsweise mitten in der Fußgängerzone ein Mensch wegen plötzlichem Herzstillstands oder wegen eines Kreislauf-Zusammenbruchs kollabiert. Dann sind die Passanten gefordert. Denn bei einem plötzlichen Herzstillstand verbleiben gerade einmal fünf Minuten, um den Betroffenen zurück ins Leben zu holen. Und so schnell ist der Rettungsdienst selten zur Stelle.

Samstagvormittag in der Fußgängerzone nahe des Marktplatzes: „Hilfe, jemand soll bitte Hilfe holen.“ Benny Gutberlet machte mehrmals lautstark darauf aufmerksam, dass es vermeintlich gilt, ein Leben zur retten. Doch es war kein Mensch, der da auf dem Pflaster lag, sondern eine Puppe. Denn mit der konnten Passanten ausprobieren, ob sie die lebensrettende Herz-Druck-Technik beherrschen. Zur Unterstützung liefen im Hintergrund die passenden Songs: „Pokerface“ von Lady Gaga etwa oder auch „Dancing Queen“ von Abba und „Staying alive“ von den Bee Gees.

Mit drei Ärzten, zwei Medizin-Studenten und zwei Pflegern beteiligte sich das GPR-Klinikum am Samstagvormittag an der bundesweiten „Woche der Wiederbelebung“. Während es für Fachleute wie die beiden GPR-Mediziner Christine Goldfuß und Alexander Kemper-Beran zum beruflichen Alltag gehört, bei fremden Menschen Hand anzulegen, muss der Normalbürger in der Regel erst einmal seine Scheu überwinden. Und die Angst, etwas falsch zu machen.

„Aber bei einem plötzlichen Herzstillstand ist im Prinzip alles besser als nichts zu unternehmen“, erläuterten Christine Goldfuß und Alexander Kemper-Beran immer wieder. Die meisten Passanten – ob Teenager oder Senioren – setzten bei den beiden Puppen gerne mal die Hände an. Eine gewisse Scheu war jedoch bei nicht wenigen deutlich zu erkennen. Da half tatsächlich der Hinweis auf die Musik.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare