Vortrag

Lebensberater Frank Pahnke referiert über „Neues Leben im Alter“ auf Einladung der Gewobau

Wie geht es weiter nach dem Arbeitsleben? Für viele Menschen bedeutet dieser Lebensabschnitt große Veränderungen. Lebensberater Frank Pahnke sprach in einem Vortrag, zu dem die Gewobau am Dienstag in die Stadthalle eingeladen hatte, über Möglichkeiten, wie sich der weitere Lebensweg angenehm gestalten lässt.

Frank Pahnke weiß, wovon er spricht, denn als Lebensberater und Psychotherapeut, der selbst die 50 schon überschritten hat, kennt er viele Lebenssituationen, in denen Hilfestellungen nötig sind. Jede Lebensphase birgt ihre Herausforderungen und dass die meisten Menschen sich heute zehn Jahre jünger fühlen, erlebt er an sich und anderen. „Die Ruhe verliert ihre Kostbarkeit, wenn es das Einzige ist, was man noch hat“, sagt er und erhält bestätigendes Nicken von seinen rund 30 Zuhörern. Doch stünden Senioren im Blickfeld der Gesellschaft. Vom „Best age“ oder „Golden age“ werde gesprochen, denn Senioren haben große Kaufkraft und eine Lobby.

Alt sein sei heute auch völlig anders als noch vor 40 Jahren. Altern sei auch nicht mehr standardisiert und die Art, wie jeder Einzelne über das Altern denke, wirke sich auf dessen Lebensqualität aus. Sein Vater, so berichtet Pahnke, sei für ihn immer Vorbild und Gentleman gewesen.

Doch nun verliere er seine Lebensfreude und scheine mit seinem Leben abgeschlossen zu haben. Hingegen gebe es eine andere Verwandte, die sich nach einem Schlaganfall zurück ins Leben kämpfe, nicht aufgibt und täglich kleine Erfolge feiere. Tatsache sei, dass Menschen mit bejahender Grundeinstellung durchschnittlich sieben Jahre länger leben. Häufigere Glücksgefühle, mehr soziale Kontakte seien wichtig ebenso wie aktiv, neugierig und geistig beweglich zu bleiben.

An ältere Menschen würden heute auch mehr Forderungen gestellt.

Die Enkel sind da

, Freizeittermine und allgemeine Schnelllebigkeit sind an der Tagesordnung. Aber auch Einsamkeit. Um vital zu bleiben, gibt es viele Möglichkeiten, sagt Pahnke.

Sportarten wie Radfahren, Schwimmen, Tanzen oder auch Entspannungsmöglichkeiten sind vorhanden und werden angeboten. Denn Bewegung bedeute auch Begegnungen.

Was die Ernährung anbetrifft, rät Pahnke zu allseits Bekanntem wie weniger Fleisch, Nüsse und Trockenfrüchte. Da erzählt er den Anwesenden nichts Neues. Interessant hingegen sind viele seiner Überlegungen, auf die von selbst keiner kommt, auch wenn die Problematik bekannt ist. Seine Denkanstöße lauten: „Suche dir Freunde, bevor du sie brauchst“, oder „bringe dich ein, um in Gang zu bleiben“.

„Akzeptiere die eigenen Grenzen und freue dich an dem, was noch geht“, sind schlichte Aussagen, die jedoch zum Denken anregen. Eine Form des sich Einbringens könnte die Nachbarschaftshilfe sein, regt Pahnke an, und bekam sogleich die Bestätigung eines Zuhörers, das dies in seinem Haus, in dem er als Gewobau-Mieter wohne, sehr gut funktioniere. Es folgten aber auch Negativbeispiele, auf die der Referent mit den Worten „nicht aufgeben“ konterte. Humorvoll und einfühlsam gab Pahnke Überlegungen weiter, die dazu anregten, über die eigene Situation nachzudenken. „Solange wir neugierig sind, kann uns das Alter nichts anhaben.“

Mit dem Alter nehme die Denkgeschwindigkeit ab. Aber Gedächtnisschwäche sei keine Demenz, sondern trainierbar. Denn „Leben ist lernen“ und das Gehirn sei ein Muskel, der lebenslang trainiert werden müsse.

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