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Leonberger sind die liebsten

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Mit zwei Hunden am Tisch:

 Sven Braunschweig mit Lasko und rechts daneben Kuno.
Mit zwei Hunden am Tisch: Sven Braunschweig mit Lasko und rechts daneben Kuno. © Dörhöfer, Regina

Für Angelika Szynkarek war es ein Wiedersehen: Am Samstagnachmittag trafen sich 21 ehemalige Welpenbesitzer ihrer Zucht „Leonberger aus dem Mönchswald“ auf dem Gelände an der Aschaffenburger Straße.

Von REGINA DÖRHÖFER

Wenn sich Melitta und Sven Braunschweig zum Essen an den Tisch setzen, dann sitzen sie, auch wenn nur zwei Stühle vorhanden sind, niemals allein dort. Die beiden sind Herrchen und Frauchen von Lasko, einem 15 Monate altem Leonberger, der mit seinen stolzen 62 Kilo auch nach dem Kommando „Sitz“ eben in Augenhöhe mit am Tisch sitzt. „Er ist immer dabei“, freuen sich die beiden Leonberger-Fans, die niemals eine andere Hunderasse ihr eigen nennen möchten. „Es sind so ausgeglichene, liebe Tiere. Ein Traum“, schwärmt Melitta Braunschweig.

Am Samstagnachmittag hatte Angelika Szynkarek zum „Welpentreffen“ ihrer Zucht „Leonberger vom Mönchswald“ auf den Hundeplatz des Gebrauchs- und Schutzhundevereins (GSV) geladen. 21 ehemalige Welpenbesitzer waren ihrem Aufruf gefolgt und mit Hund und Familienanhang zum großen Hundetreffen gekommen. Seit 16 Jahren hegt und liebt die Raunheimerin die schweren Hunde, die 1846 als Wappentier für die Stadt Leonberg gezüchtet worden waren. „Leonberger sind richtige Familienhunde. Sie sind wachsam, ausgeglichen, gelehrig und bringen einen hohen Kuschelfaktor mit“, sagt die Züchterin, deren Hündinnen schon 44 Welpen das Leben schenkten.

Anfragen aus der ganzen Welt

Leonberger seien eine seltene Rasse, es würden pro Jahr nicht mehr als 600 Welpen in Deutschland geboren. Zum Vergleich: Vom Deutschen Schäferhund gibt es pro Jahr 30 000 Welpen. „Ich habe Welpenanfragen aus der ganzen Welt“, sagt Angelika Szynkarek, die ihre Hundebabies so schon auf die Fidschi-Inseln oder auch nach Südafrika hätte verschicken können. „Das mache ich aber nicht. Meine Welpen bleiben in der Nähe“, so Szynkarek, die den Begriff „Nähe“ aber auch bis nach Holland oder der Schweiz ausweitet.

Grundsätzlich braucht sich die Raunheimerin über Absatzschwierigkeiten aber niemals Gedanken zu machen, denn schon jetzt gebe es eine Warteliste für den kommenden Wurf, der noch nicht einmal gezeugt sei. „Ich suche für jeden Wurf besondere Rüden und fahre zum Decken dafür auch schon einmal nach Italien“, erklärt Szynkarek, der sehr viel daran liegt, mit ihren Welpenbesitzern in Kontakt zu bleiben. „Wir sind fast schon eine große Familie“, sagte die Mutter von zwei Kindern schmunzelnd. Auch ihre eigene Familie verfrachtet sie, inklusive ihrer drei Leonberger, ins Auto, um Urlaub bei ihren ehemaligen Welpen und deren neuen Herrchen zu machen.

Im Haus merkt man sie kaum

„Ich züchte, um die Rasse zu erhalten“, erklärt Szynkarek. Eine Zwingerhaltung lehnt sie kategorisch ab. „Es sind zwar wirklich große Hunde, doch im Haus merkt man sie kaum“, versprechen die Leonberger-Fans unisono. So lägen die üppigen Vierbeiner gerne unterm Wohnzimmertisch oder unter der Treppe und würden sich mit einem morgendlichen und einem abendlichen Spaziergang zufrieden geben.

„Die Intelligenz des Leonbergers sollte man aber niemals unterschätzen“, warnt Szynkarek, die passend zum Hundetreffen auf allen Tischen kein Knabberzeug, sondern Hundeleckerli verteilt hatte. Mit einem großen Büffett ließen es sich alle Leonberger-Fans gut gehen, und gleichzeitig tauschten sich die Freunde großer Hunde über die Eigenheiten und Vorlieben ihrer Fellgenossen aus. In spätestens zwei Jahren werden dann alle erneut zu einem weiteren Treffen auf dem Raunheimer Hundeplatz zusammenkommen.

„Hier hat man einfach was Richtiges an Hund“, sagt auch Sebastian Jung, der seine Leonberger Hündin um nichts in der Welt hergeben würde und einfach nur froh ist, dass er und seine Frau ihrem guten Gefühl bei der einstigen Hundeauswahl getraut haben. Sie hatten den Leonberger als Rasse auf Hundeschauen kennengelernt.

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