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Logistik trifft auf Menschlichkeit

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Kliniklogistiker  Kamal Ahmad (links) ist ein Urgestein im GPR-Klinikum.
Kliniklogistiker Kamal Ahmad (links) ist ein Urgestein im GPR-Klinikum. © GPR

Ohne Menschen wie Kamal Ahmad würde ein moderner Krankenhausbetrieb nicht mehr funktionieren. Fast unbemerkt verrichtet er seine Arbeit.

Er ist ein Mann der ersten Stunde. Im Februar 2009 wurde die Kliniklogistik innerhalb des GPR-Klinikums etabliert, und seit diesem Zeitpunkt ist Kamal Ahmad als Patientenlogistiker mit von der Partie. Die Kliniklogistik, für die täglich 16 Mitarbeiter im Einsatz sind, bedient alle Leistungsstellen des GPR-Klinikums und ist zuständig für die Begleitung der Patienten zu Untersuchungen und zurück zu den Stationen sowie für Materialtransporte.

Die Kliniklogistik wurde eingerichtet, um die Pflegekräfte der Stationen deutlich zu entlasten, wenn es um die Begleitung von Patienten geht. Das sind vor allem Patienten, die von einer Station zu einer Leistungsstelle – beispielsweise der Röntgenabteilung – gebracht werden müssen. Bei Intensivpatienten und narkotisierten Patienten ist es allerdings aus medizinischen Gründen weiterhin unumgänglich, diese von examinierten Fachkräften begleiten zu lassen.

Darüber hinaus bringt Kamal Ahmed auch Untersuchungsmaterialien wie Blutproben ins Labor oder Medikamente aus der hauseigenen Apotheke auf die Stationen. Früher mussten die meisten dieser Aufgaben nach telefonischer Ankündigung von den Pflegekräften der Stationen selbst abgedeckt werden.

Heutzutage erhält Kamal Ahmed seine Aufträge über ein modernes Smartphone. Die Kliniklogistik arbeitet mit einem speziellen Logistikprogramm, über das die Station alle wichtigen Informationen zum jeweiligen Transportauftrag an die Kliniklogistik senden. So leitet das Programm dann den Auftrag direkt an den entsprechenden Mitarbeiter der Kliniklogistik weiter.

Dieses Programm versteht es, die nächsten Aufträge und den Standort der Mitarbeiter der Kliniklogistik, der jederzeit bekannt ist, auf intelligente Weise zu verknüpfen und so immer den richtigen Mitarbeiter für den nächsten Auftrag zu finden. Der richtige Mitarbeiter ist sehr oft Kamal Ahmed. Wenn das Handy klingelt, steht der nächste Auftrag an. Im Schnitt hat er 50 Einsätze pro Tag, an arbeitsreichen Tagen können es aber auch zwischen 80 und 90 Aufträge werden.

Als Patientenlogistiker legt Kamal Ahmed täglich zwischen zehn und 15 Kilometer zurück, was umgerechnet etwa 60 Kilometer in der Woche, 240 Kilometer im Monat und abzüglich des Urlaubs gute 2500 Kilometer im Jahr sind. Ein Pensum, das locker für einen Hobbymarathonläufer genügt. Doch für Kamal Ahmed ist dies kein Problem, denn er geht in seiner Arbeit auf. Es ist ein seltener Anblick, wenn er einmal nicht mit einem Lächeln auf den Lippen zu sehen ist, auch wenn diese Tätigkeit mehr von den Mitarbeitern abverlangt, als man erwarten würde.

Um die Mitarbeiter für diese Aufgaben zu befähigen, müssen sie in der GPR-Akademie an mehreren Schulungen teilnehmen.

„Die körperliche Belastung ist natürlich offensichtlich, aber auch mental wird einiges von uns gefordert. Als Transporteur bekommt man natürlich auch viele Dinge von den Patienten mit, die belastend sein können. Außerdem muss man natürlich immer ein offenes Ohr für die Patienten haben und natürlich freundlich sein, was nach sieben Stunden auch mal eine echte Herausforderung sein kann“, erklärt Kamal Ahmed seine Tätigkeit. red

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