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Logistik und Verkehr Job-Motoren im Kreis

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Mit Sorgenfalten im Gesicht blicken viele Arbeitnehmer im Kreis Groß-Gerau ins neue Jahr. Die wichtigste Frage ist: Wo sind die Arbeitsplätze sicher?

Kreis Groß-Gerau. Die Baubranche im Kreis Groß-Gerau geht entspannt ins neue Jahr. Die prall gefüllten Auftragsbücher garantieren den Arbeitnehmern mindestens zwei bis drei Monate volle Arbeit. Zwei von drei Unternehmen sind hier „voll zufrieden“, nur sechs Prozent der Unternehmen sehen Grund zur Klage. Konkret heißt das: Jedes fünfte Unternehmen erwartet 2016 bessere Geschäfte.

Der Landkreis Groß-Gerau, zu diesem Schluss kommt die IHK (Industrie- und Handelskammer) Darmstadt, punktet aber vor allem mit seiner Industrie und den Dienstleistern aus Verkehr und Logistik. Das gilt auch, wenn die Auslandsumsätze rückläufig sind. Denn die Erwartungen der Industrie an den Export in den nächsten Monaten sind gedämpft. Trotzdem wollen mehr als die Hälfte der Logistiker neue Mitarbeiter einstellen, so die IHK.

Unternehmen rechnen

mit Aufschwung

Die 930 Unternehmen im Bereich Kraftverkehr und Logistik im Kreis schauen insgesamt wenig gut gestimmt ins neue Jahr. Die meisten rechnen mit steigenden Auftragszahlen. Allerdings sind nur sieben Prozent mit den Umsätzen zufrieden. Und das, obwohl jeder fünfte Dienstleister positive Zahlen meldet. Die Beschäftigungspläne der Branche sind positiver als noch im Frühsommer 2015. Allerdings plant keiner Neuinvestitionen in seine stationären Einrichtungen oder neue Lkw.

Die Mehrzahl der Branche hat ihren Firmensitz in Kelsterbach und Mörfelden-Walldorf. Das hat mit den günstigen Verbindungen zu den Autobahnen und dem Flughafen zu tun. Das Frachtaufkommen dort steigt trotz sinkender Exporte stetig. Und auch die über Frankfurt nach Deutschland importierten Waren müssen verteilt werden.

Von dieser positiven Entwicklung profitiert der gesamte Landkreis. So liegt hier die Kaufkraft pro Person – gerechnet vom Baby bis zum 100-Jährigen – bei 5940 Euro. Das ist eine positive Bilanz von 1,514 Milliarden Euro, die als einzelhandelsrelevante Kaufkraft in den Konsum fließt. Denn das Geld kann im Einzelhandel ausgegeben werden.

In Rüsselsheim liegt die Kaufkraft pro Kopf mit 5743 Euro wenig niedriger als im Kreisdurchschnitt. Sie erreicht aber für die 60 900 Einwohner insgesamt knapp 346 Millionen Euro. Das könnte sich im neuen Jahr steigern, denn der größte Arbeitgeber der Stadt rechnet mit einer positiven Entwicklung seiner Geschäfte. Immerhin 52,9 Prozent der Beschäftigten sind laut IHK in der Opel-Stadt im produzierenden Gewerbe beschäftigt.

In Groß-Gerau ist die einzelhandelsrelevante Kaufkraft noch höher als in der Opel-Stadt. Hier hat jeder Bürger rechnerisch 6035 Euro in der Tasche. Was bei knapp über 24 000 Einwohnern 144,5 Millionen Euro ausmacht, die für den Konsum zur Verfügung stehen.

Nicht alle Branchen sprechen von positiver Zukunft. Besonders im Einzelhandel sieht man weniger optimistisch in das neue Jahr, prognostiziert die IHK in ihrem Konjunkturbericht. Weshalb in dieser Branche auch Entlassungen über die saisonbedingte Reduzierung des Verkaufspersonals im Einzelhandel anstehen dürften. Anders dagegen sieht es generell in allen Bereichen der Industrie aus. Hier überwiegt die Sorge, den Bedarf an Fachkräften nicht decken zu können. sc

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