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Ronja Hörl (rechts) und Ramona Schwitter sind die beiden Herzen und Köpfe hinter den Sommerferienspielen. Für die beiden Frauen ist die Veranstaltung trotz aller Arbeit ein Urlaub für die Seele.

Porträt

Die Macherinnen der Ferienspiele

Nach den Ferienspielen ist für Ronja Hörl und Ramona Schwitter vor den Ferienspielen. Seit 2016 gestalten die beiden Mitarbeiterinnen der Stadt gemeinsam die außergewöhnliche Veranstaltung im Sommer. Nicht nur das tun sie mit großem Erfolg.

Ronja Hörl und Ramona Schwitter haben sich als Eisbär und Clown kennengelernt. „Das war lustig. Wir haben beide beim Gardetag mitgewirkt und wussten dann noch nicht, dass Kostüme für uns bald auch außerhalb der Fastnacht zum Beruf gehören werden“, erzählt Ramona Schwitter lachend. Die 28 Jahre alte Streetworkerin gestaltet seit 2016 gemeinsam mit Ronja Hörl, Leiterin des städtischen Kinder- und Jugendbüros, die Sommerferienspiele der Stadt.

Dass diese Ferienspiele nicht einfach ein Angebot zur Bespaßung, sondern immer ein außergewöhnliches Spektakel sind, in dem viel Arbeit und vor allem ein großes Maß an Fantasie steckt, hat sich mittlerweile über die Grenzen Rüsselsheims hinaus herumgesprochen. Und dass das Duo Schwitter/Hörl einfach gut zusammen passt, wird auch im Gespräch sofort deutlich. Die beiden Frauen verstehen sich fast ohne Worte. Schon am letzten Tag der Ferienspiele wählten sie das Thema der nächsten Ausgabe im Jahr darauf aus, berichten sie.

Richtig austoben

Die Gestaltung der Ferienspiele ist jedoch nicht die einzige Aufgabe der Streetworkerin und der Leiterin des Kinder- und Jugendbüros. Ramona Schwitter ist vor allem in der mobilen Jugendarbeit tätig. So bietet sie mit ihren Kollegen Jugendlichen Angebote im Jugendtreff Haßloch-Nord an. Die Sozialassistentin mit abgeschlossenem Studium in Sozialer Arbeit und umfangreicher Erfahrung im Führen einer Wohngruppe mit Kindern im Alter zwischen drei und zwölf Jahren leitet einen Mädchentreff und eine Parkour-Gruppe, in der sich die Teenager richtig austoben können. Außerdem betreibt sie mit ihrem Team aufsuchende Arbeit bei Beschwerden oder einfach, um mit den Jugendlichen in Rüsselsheim in Kontakt zu bleiben und ihre Wünsche, Probleme und Anliegen zu kennen. Ferner startet sie regelmäßig Veranstaltungen in Kooperation mit dem Verein „Auszeit.“

Eine neue Geschichte

Ronja Hörl ist in der Beratung von Kindern und Jugendlichen aktiv. Sie organisiert das Jugendforum im Rathaus und nimmt mit Schulklassen oder Jugendgruppen Führungen in der Stadtverwaltung vor. In Kooperation mit der Hochschule Rhein-Main ist die Diplom-Sozialpädagogin für die Gestaltung und Ausführung des Kinder-Uni-Programms mitverantwortlich. „Aktuell beschäftige ich mich projektbezogen sehr mit dem Thema Kinderrechte“, berichtet Hörl, deren ganzer privater Stolz ihre drei Jahre alte Tochter ist.

Neben diesen umfangreichen Tätigkeiten fällt den beiden toughen, aber herzlichen Frauen noch die Aufgabe zu, jedes Jahr eine neue Geschichte zu entwickeln, mit der sie mit den Ferienkindern im Alter zwischen sechs und elf Jahren für zwei Wochen in eine Welt der Fantasie und des Theaters eintauchen.

Doch bloß zwei Wochen sind es für Hörl und Schwitter nicht. „Wir laufen schon viel früher im Büro mit unseren Kostümen herum und sprechen uns gegenseitig mit den Namen unserer Figuren an. Wir lieben es, das Konzept der Ferienspiele zu entwickeln. Unsere Kollegen schauen zwar immer ein wenig belustigt, doch für die Zeit von etwa zwei Wochen vor bis zwei Wochen nach den Ferienspielen sind wir komplett in der Rolle, die wir für die Kinder darstellen“, erzählt Ronja Hörl. Selbst zu Hause sei sie dann ihr Alter Ego.

Seit sie die Ferienspiele gemeinsam planen und durchführen, hätten sie vor allem die organisatorischen Abläufe verbessert, stellen die beiden Frauen stolz fest. „Uns obliegt die gesamte Projektleitung. Das fängt beim Casting, dann dem Training und der Arbeit mit den Teamern an, und geht über die pädagogische Hauptverantwortung bis zur Organisation von Aufbau und Catering weiter. Zudem sind wir die Ansprechpartnerinnen für Eltern und alle 180 Kinder“, zählt Hörl auf. „Für uns und die Teamer ist das immer eine ganz tolle Zeit. Es ist wie ein kleiner Urlaub für die Seele“, sagen Schwitter und Hörl mit strahlenden Augen.

In wenigen Tagen stellen die beiden Frauen das Team der Ferienspiele 2019 zusammen. Gemeinsam mit den jungen Betreuern werden sie dann bei zahlreichen Treffen die Inhalte des Spektakels entwickeln. Dann geht es richtig los.

von DANIELA HAMANN

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