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Patrick Burghardts Vereidigung als Staatssekretär liegt gerade einmal gut ein Jahr zurück. Archivfoto: Keim

Drei Szenarien durchgespielt

Was macht der Rüsselsheimer Ex-OB Patrick Burghardt bald beruflich?

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Die CDU gibt heute bekannt, wer in ihrer neuen Regierungsmannschaft mit von der Partie ist. Von seiner bisherigen Position weichen muss der ehemalige Rüsselsheimer Oberbürgermeister Patrick Burghardt, da in seinem Ministerium die Grünen übernehmen. Doch wo wird Burghardt künftig aufgestellt? Wir haben drei Szenarien durchgespielt.

Des einen Freud ist des anderen Leid: Weil die Grünen in der neuen Landesregierung das Ministerium für Wissenschaft und Kunst übernehmen, verliert CDU-Mann und Rüsselsheims Ex-Oberbürgermeister Patrick Burghardt dort seinen Posten als Staatssekretär. Nach Informationen dieser Zeitung steht fest, dass die neue Ministerin Angela Dorn von den Grünen die Schnittstelle zu den nicht-politischen Beamten neu besetzen wird.

Neue Minister tauschen Staatssekretäre bei Amtsantritt aus

So weit, so normal. Dass neue Minister beim Amtsantritt die Staatssekretäre austauschen, ist gängige Praxis. Als stellvertretender Vorsitzender der hessischen CDU ist Burghardt in seiner Partei bestens vernetzt. Um seine berufliche Zukunft braucht sich niemand Sorgen zu machen, wie er schon nach seiner Niederlage bei der Wahl zum Rüsselsheimer Oberbürgermeister und der kurz darauf folgenden Ernennung zum Staatssekretär eindrucksvoll unter Beweis stellte. Manch einer monierte angesichts der damit verbundenen Gehaltserhöhung gar, Burghardt sei „nach oben gefallen“. Für die den veränderten Machtverhältnissen geschuldete Demission im Wissenschaftsministerium kann Burghardt allerdings nichts.

Gut möglich also, dass Ministerpräsident und Parteifreund Volker Bouffier ihn auf dem Zettel hat, wenn er heute im hessischen Landtag gegen 13.30 Uhr die Kabinettsmitglieder der CDU vorstellt. Zu Burghardts beruflicher Zukunft befragt, verweist auch seine Sprecherin auf diesen Termin. Doch welcher Posten könnte für ihn infrage kommen? Hier sind drei mögliche Varianten:

1. Burghardt wird Minister für Digitale Strategie und Entwicklung. Damit hätte er abermals einen Aufstieg hingelegt. Wobei der Begriff Minister hier etwas irreführend ist. Vielmehr handelt es sich um einen bei der Staatskanzlei angesiedelten Posten ohne eigenes Ministerium. So oder so: Für seine neue Aufgabe würden Burghardt immerhin eine Milliarde Euro aus der sogenannten Digitalisierungs-Offensive zur Verfügung stehen. Zwar darf bezweifelt werden, ob es sich bei Burghardt – wie von SPD-Chef Thorsten-Schäfer-Gümbel gefordert – um einen ausgewiesenen Digitalexperten handelt. Doch eine Affinität Burghardts zum Thema lässt sich an seiner starken Präsenz in den sozialen Medien ablesen. Dazu kommt sein für CDU-Verhältnisse noch immer jugendliches Alter von 38 Jahren, das ihm bei diesem Zukunftsthema zum Vorteil gereichen könnte.

2. Burghardt bleibt Staatssekretär, wechselt aber das Ministerium. Auswahl gäbe es genug. Die Christdemokraten übernehmen in der neuen Regierung die Ressorts für Justiz, Finanzen, Kultus sowie des Innern und Sport. Bleibt die Frage, wo noch Unterstützung gebraucht wird. Denkbar wäre etwa das Finanzministerium, wo der amtierende Staatssekretär Dr. Martin J. Worms in diesem Jahr 65 wird und damit auf den Ruhestand zusteuert. Vielleicht wird Worms’ Posten aber auch frei, weil er die Leitung des Ministeriums von seinem Chef Thomas Schäfer übernimmt, dem die Opposition jüngst ein verheerendes Zeugnis ausstellte und dessen Rücktritt sie vehement fordert. Für Burghardt käme die Leitung eines Ministeriums indes wohl noch zu früh.

3. Burghardt bleibt zu Hause. Vielleicht sorgt er für eine Überraschung und genießt vorerst ausgiebig die Vaterfreuden, die ihm die Geburt seiner Tochter Elisa Ende vergangenen Jahres bescherte. Dass Vereinbarkeit von Familie und Beruf als Staatssekretär eine Herausforderung sein kann, zeigt ein von Burghardt bei Facebook veröffentliches Bild, das ihn bei der Schreibtisch-Arbeit in seinem Wiesbadener Büro zeigt, während er seine Tochter im Arm wiegt. Würde er zu Hause bleiben, könnte er den Stift erst einmal aus der Hand legen. Für Politik wäre später immer noch Zeit.

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