Der Malkasten nutzt den Pavillon am Europaplatz als Galerie. Reinigungsarbeiten haben aus der Immobilie wieder ein Schmuckstück gemacht. fotos: sura
+
Der Malkasten nutzt den Pavillon am Europaplatz als Galerie. Reinigungsarbeiten haben aus der Immobilie wieder ein Schmuckstück gemacht.

Kultur

Malkasten zieht in den Pavillon am Europaplatz

  • vonDr. Susanne Rapp
    schließen

Künstlervereinigung will den Bau als Galerie nutzen - der Eröffnungstermin steht aber noch nicht fest.

Rüsselsheim -Wo einst das Blumengeschäft "Aenne Blumen" seinen Sitz hatte, im Pavillon am Europaplatz, hat die Künstlervereinigung Malkasten ihren neuen Ausstellungsraum auf Zeit gefunden. "Immer wenn ich vorbeigegangen bin, habe ich mir gedacht, so viel schöner leer stehender Raum", erzählt Malkastenmitglied Rosemarie Ebert. Karl-Heinz Schneckenberger, der den Immobilienbesitzer Carsten Rückert kennt, nahm Kontakt mit ihm auf und vereinbarte, dass der Malkasten so lange, bis sich ein anderer Mieter gefunden hat, den Pavillon für Ausstellungen nutzen darf.

Seit zwei Monaten sind die rund 40 Mitglieder des Vereins nun damit beschäftigt, den Pavillon, der lange leergestanden hat, zu putzen und einzurichten. Von der Stadt hat der Verein einen kleinen finanziellen Zuschuss bekommen, so dass die stark verschmutzten Fenster durch eine Fachfirma gereinigt werden konnten.

Innen gab es viel zu tun

Doch auch innen gab es viel zu tun. Herumstehendes Gerümpel wurde in die Kellerräume des Gebäudes gebracht. Die Stellwände des Malkastens, die von beiden Seiten genutzt werden können, unterstreichen die Charakterzüge des Pavillons als Galerie. Normalerweise werden Aktionen wie die Nutzung des Pavillons, an der sich alle Kunstschaffenden des Malkastens beteiligen, von mehreren gleichzeitig in Angriff genommen. Doch durch die Corona-Maßnahmen hätten immer nur maximal drei Menschen drinnen zusammen arbeiten dürfen. Das sei eine logistische Leistung für die Putzmaßnahmen gewesen, unterstreicht die Vorsitzende Renate Sajnovits.

Neun Jahre in der Frankfurter Straße

Neun Jahre lang hatte der Malkasten seine Ausstellungsräume in der Frankfurter Straße 3 gehabt. Auch da gab es eine Vereinbarung mit den Vermietern, solange bis sich ein Käufer für die Immobilie gefunden habe, bleiben zu können. Dies sei nun geschehen, weshalb man nach neuen Räumlichkeiten gesucht habe.

"Wir haben größere Dinge vor", so Sajnovits. Nicht nur am Spargel- und Rieslingsonntag, sondern auch während der Marktzeit zwischen 11 und 14 Uhr soll der Pavillon für Kunstinteressierte geöffnet sein. Und vielleicht bestehe die Möglichkeit, den Pavillon als eine Art Treffpunkt zu etablieren.

Ausgestellt werden neben Malerei auch Skulpturen aus Ton, Holz und Stein, Kalligrafien und Kollagen. "Unser Spektrum an Kunsttechniken hat sich sehr erweitert", so die Vorsitzende. Angedacht sind auch Lesungen, Musikabende und Themenabende. Auch Künstler, die nicht dem Verein angehören, sollen die Möglichkeit haben, einen Samstag lang ihre Werke im Pavillon auszustellen.

Beim Kultursommer plant der Verein in diesem Jahr wieder mit verschiedenen Veranstaltungen dabei zu sein. Es wird einen dreitägigen Workshop mit dem Titel "Lebensraum Natur - eine künstlerische Erkundung mit dem Naturmaterial Holz" geben. Weitere Sonderaktionen zeigen die Resultate des Workshops, es wird eine Themenausstellung mit Künstlerbüchern und eine Mitmachaktion "Drucken ohne Presse" sowie eine Themenausstellung Kalligrafie und die Mitmachaktion "Urban sketching Innenstadt" geben.

Auch bei den "Tagen des offenen Ateliers" wird die Künstlervereinigung Malkasten mit einer Gemeinschaftsausstellung teilnehmen.

Wann genau der Pavillon zum ersten Mal geöffnet wird, steht derzeit noch nicht fest. "Sobald wir dürfen", lautet der Wunsch der Vorsitzenden. In der Zwischenzeit können viele Kunstexponate auch schon von Außen besichtigt werden.

Diese sind beleuchtet, so dass sie trotz der Verglasung der Schaufenster mit teils dunklerem Glas gut zu sehen sind. "Schade nur, dass die Scheiben nicht lange sauber geblieben sind", meint Sajnovits. Graffitis, Schmierereien und Spuckerückstände verunzierten bereits kurz nach der Reinigung den Pavillon. susanne rapp

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare