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Während Erna Rödner (rechts) ihre Stange mit Marienkäfer verziert, malt Anita Schenk (links) Katzenspuren und Katzenaugen auf ihr Kunstobjekt.

Künstlerkreis arbeitet an Installation

Marienkäfer in Zinnoberrot

Die Vorbereitungen der Künstler für die zweite Ausstellung „Kunst am Schwarzbach“ gehen in die heiße Phase. Das Echo hat den Mitgliedern des Treburer Künstlerkreises bei Werken über die Schultern geschaut.

Eine Künstlerin des Treburer Künstlerkreises bemalt im Haus der Vereine ein zwei Meter langes Papprohr mit roter Grundfarbe. Vor ihrer neuen Bestimmung als Kunstobjekt haben die Stangen in einem Teppichfachhandel die verschiedenen Bodenbeläge getragen.

Die Installation mit dem Arbeitstitel „Rankenschlangenstangen“ wird aus den individuell bemalten Stangen der zehn Mitglieder des Künstlerkreises zusammengesetzt, erklärt Anita Schenk. Die „Rankenschlangenschlangen“ stellen dann den gemeinsamen Beitrag des Künstlerkreises für die zweite Ausstellung „Kunst am Schwarzbach“ dar. In diesem Jahr steht die Ausstellung unter dem Motto „Mit Flora und Fauna“. Dies könne aber in jeder denkbaren Kunstform erfolgen, erklärt Schenk.

Jedes Mitglied des Künstlerkreises überlegt sich eigene Motive zum Thema „Flora und Fauna“. Anita Schenk malt liebevoll gestaltete Katzenspuren und Katzenaugen auf die Pappstange. „Wichtig ist, dass sich alles, was wir malen, von unten nach oben rankt“, sagt Schenk. Es sei allerdings wesentlich schwieriger, auf ein rundes Objekt, als auf eine herkömmliche Leinwand zu malen, denn „man sollte von allen Seiten aus erkennen können, worum es sich bei einem aufgemalten Element der Gesamtkomposition handelt.“

Ihr gegenüber malt Erna Rödner Marienkäfer auf ihre Stange. „Schauen Sie, ich habe diesen Artikel über Käfer in der Zeitung gefunden“, sagt Rödner und zeigt auf den Bericht, in dem die vielen verschiedenen Punktarten der kleinen Krabbler erklärt werden. „Manche haben zwei Punkte, andere sechs, manche Käfer haben aber auch gar keine Punkte“, erklärt die Künstlerin. Sie male eine beliebige Anzahl von Punkten auf ihre Käfer.

Zudem unterscheideten sich die Insekten nicht nur in der Musterung, sondern auch in der Grundfarbe des Panzers. „Bei mir sind sie aber alle Zinnoberrot“, beschreibt Rödner ihre eigenen Kreation. Zinnoberrot ist das verbindende Element der einzelnen Stangen, erklärt Schenk. „Jeder von uns muss auf der Stange etwas in diesem Rotton malen.“ Auch Grün sollte vorkommen – grün wie das Gras, wie die Blätter an den Bäumen, ein dominanter Farbton in der Natur.

Neben Pfotenabdrücke und Marienkäfern ranken sich auch Blumen um die Pappe, mal realistisch, mal abstrahiert in strukturierten Mustern. Edeltraut Heeb malt Fußabdrücke und Symbole der australischen Ureinwohner auf ihre Stange, „weil ich Urvölker und ihre Verbindung zur Natur so interessant finde.“

Wenn die Stangen von rundherum bemalt sind und die Farbe getrocknet ist, werden sie mit einem wetterfesten Lack bestrichen, erklärt Schenk. Denn die Installationen stehen bei Wind und Wetter am Schwarzbach vom 24. Juni bis 23. September. Doch wie die offenen Enden der Rohre schließen? „Da wird uns schon noch etwas einfallen“, ist sich Anita Schenk sicher.

Bis dahin wird der Treburer Künstlerkreis noch fleißig an seinen Werken arbeiten. Schenk ist überzeugt: „Wir werden bestimmt noch einige Extra-Schichten einlegen müssen, damit dann auch wirklich alles fertig wird.“

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