Und so sieht es drinnen aus: Netto-Gebietsleiter Manfred Kratz (links) und Bauleiter Volker Hasenaue führen durch die Filiale.
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Und so sieht es drinnen aus: Netto-Gebietsleiter Manfred Kratz (links) und Bauleiter Volker Hasenaue führen durch die Filiale.

Discounter Netto

Markt soll Versorgungslücke in Raunheim schließen

Anderthalb Wochen ist es noch hin, dann eröffnet das Unternehmen Netto im Osten der Stadt eine Filiale. Dort sieht es bisher in Sachen Nahversorgung mau aus.

Draußen vor der neuen Filiale des Marken-Discounters Netto walzen Planierraupen den Erdboden für den Parkplatz platt, innen legen die Handwerker noch einmal Hand an. „Wir befinden uns bei der Endmontage“, sagt Bauleiter Volker Hasenauer von der Planungsgruppe Bensing und Partner.

Am Freitag übernahm das Unternehmen Netto seinen Laden in der Karlstraße. Diese Woche werden die Regale gestellt. „Dann geht es in die heiße Phase“, kündigt Gebietsleiter Manfred Kratz bei einem Ortstermin mit dieser Zeitung an.

Denn am Dienstag, 5. Dezember, öffnen sich nach einer sechsmonatigen Bauzeit die Türen für die Kunden. Das Unternehmen habe bereits seit längerer Zeit nach einem geeigneten Standort für eine Filiale in Raunheim gesucht, so Kratz. Raunheim sei eine aufstrebende Stadt mit zentraler Lage im Rhein-Main-Gebiet.

Dass sich innerhalb der Gemarkung bereits andere Lebensmittelgeschäfte, Discounter und Nahversorger niedergelassen haben, ist ihm bewusst. „Die Verkaufsflächenausstattung Raunheims im Sektor Lebensmittel ist immens, jedoch liegen die Märkte fast alle konzentriert auf der Westseite der Stadt“, betont Kratz indessen. Diese Geschäfte bedienten viele Rüsselsheimer und auch Flörsheimer Kunden. Im Ostteil der Stadt mangele es jedoch an einem wettbewerbsfähigen Anbieter. Deshalb sei die Entscheidung gefallen, die Menschen im Osten der Stadt versorgen zu wollen.

Kratz rechnet damit, dass sich der Kundenstamm im Kern aus den Menschen zusammensetzt, die im Bereich zwischen dem Autobahnanschluss im Osten und der Bahnhofstraße im Westen leben und arbeiten. Aber auch für die Besucher des Gewerbegebiets Airport Garden, das mit der Unterführung für Fußgänger und Fahrradfahrer und der Schrägseilbrücke an das Quartier angebunden ist, sei der Standort von Netto attraktiv.

Der Marken-Discounter ist Mieter des Eigentümers Darmstädter Terra Projekt- und Betreuungsgesellschaft. In direkter Nachbarschaft baut der Eigentümer derzeit ein Hotel, das im Spätsommer 2018 eröffnen soll.

Die Gesellschaft gehe mit der Vermietung an einen Lebensmittelkonzern auf die Interessen der Stadt ein, so Geschäftsführer Hans-Joachim Toebe. Das bestätigt Jan Laubscheer, der Leiter des Fachbereichs Bauen, Planen und Liegenschaften, im Gespräch mit dieser Zeitung. Sowohl die umliegenden Firmen als auch die Anwohner hätten ein Lebensmittelgeschäft in diesem Stadtteil vermisst. Sie hätten keine Möglichkeit, in unmittelbarer Nähe einzukaufen und müssten immer auf ihr Auto oder öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen.

Die Stadt habe sich zuerst für die Ansiedlung eines Nahversorgers mit dem Regierungspräsidium und dem Kreis abstimmen müssen, informiert Laubscheer. Denn nach dem überregionalen Einzelhandelskonzept sei dort kein Lebensmittelgeschäft vorgesehen. „Die Lage ist nicht ganz zentral“, sagt er. Aber mit einer Ausnahmeregelung dürfe sich nun in dem Quartier ein Nahversorger niederlassen. Dafür habe die Stadt einen Bebauungsplan aufgestellt.

Auf einer Verkaufsfläche des neuen Netto-Markts von 800 Quadratmetern wird der Discounter ein Warensortiment von etwa 4000 Artikeln vertreiben. „Das Hauptaugenmerk liegt eindeutig auf den Lebensmitteln“, beschreibt Manfred Kratz das Konzept. Das Sortiment biete ein ausgewogenes Verhältnis aus Eigenmarken- und Markenartikeln. Das Angebot werde zudem von Drogerieartikeln und wechselnden Aktionswaren abgerundet. Vor Ort werden mehrmals täglich vor den Augen der Kunden Backwaren aufgebacken. Die Filiale geht mit zwölf Mitarbeitern an den Start. Das Unternehmen nehme aber jederzeit Bewerbungen entgegen.

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