Max-Planck-Schüler erinnern an Pogrome

Die Stiftung Alte Synagoge gedenkt mit Schülerinnen und Schülern der Max-Planck-Schule den Rüsselsheimer Novemberpogromen.

Rüsselsheim. Schüler der Max-Planck-Schule erinnern am Montag, 9. November, dem offiziellen Gedenktag zur Reichspogromnacht, an die Gewalt gegen die Rüsselsheimer Juden im November des Jahres 1938. Um 19 Uhr beginnt im Kulturzentrum „das Rind“ die Veranstaltung mit dem Titel „(Zu)Flucht?!“, bei der das Schicksal angefeindeter und vertriebener Rüsselsheimer Persönlichkeiten jüdischen Glaubens im Mittelpunkt steht.

Zur Vorbereitung auf den von der Stiftung Alte Synagoge veranstalteten Abend recherchierten die Schüler im Rüsselsheimer Stadtarchiv Briefe und Dokumente zur Fluchtgeschichte Rüsselsheimer Juden und nahmen an einer Stolperstein-Führung teil. Unter der Anleitung des Schriftstellers Nevfel Cumart setzten sie sich zudem kreativ mit den Themen Flucht und Tod auseinander und verfassten innerhalb einer „Schreibwerkstatt“ Texte für den Gedenkabend.

Der Klarinettist Roman Kuperschmidt wird die Gedichts- und Textvorträge mit Klezmerklängen begleiten und zwischen den einzelnen Beiträgen improvisieren.

Vor 77 Jahren wüteten in Rüsselsheim wie in ganz Deutschland Novemberpogrome. Bürger jüdischen Glaubens wurden auf offener Straße beschimpft und bedroht. Das Inventar der Rüsselsheimer Synagoge wurde am 10. November 1938 zerstört, Kultgegenstände am Mainufer verbrannt.

Bereits zuvor waren zahlreiche Mitglieder der jüdischen Gemeinde wegen zunehmender Entrechtung und Anfeindung ins Ausland geflohen. In unmittelbarer Nähe des heutigen Kulturzentrums „das Rind“ in der Schäfergasse harrten während des Zweiten Weltkriegs die letzten in Rüsselsheim verbliebenen Menschen jüdischen Glaubens im sogenannten „Judenhaus“ ihrer Deportation, die im Jahr 1942 die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Rüsselsheim beendete.

Mit regelmäßigen Veranstaltungen hält die Stiftung Alte Synagoge die Erinnerung an die Rüsselsheimer Juden aufrecht und tritt zudem für den Dialog zwischen Menschen unterschiedlicher Religion und Herkunft ein.

Der Eintritt zur Veranstaltung am Montag, 9. November, 19 Uhr, ist frei. red

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