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Mehr als 80 Kaninchen verbringen die Feiertage im Heim

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© (Daniela Hamann)

Wer denkt an Ostern nicht an süße Schlapp- und Langohren, die auf einer Blumenwiese frisches Gras mümmeln. Doch nicht jeder Hoppler schwelgt im Glück. Rund 80 Kaninchen im Rüsselsheimer Tierheim suchen ein neues Zuhause.

Angie ist fünf Jahre alt. Sie hat ein weißes, flauschiges Fell. Die Ohrenspitzen sind schwarz gefärbt. Ein besonderes Merkmal: Ihre Augen sind rot. Die Kaninchen-Dame ist entspannt. Beim Knabbern wackelt ihr kleines Doppelkinn. Sieht sie einen Besucher, hoppelt Angie ans Gitter ihres Verschlags und lässt sich den Nacken kraulen.

Angie wurde vor drei Monaten im Tierheim Rüsselsheim abgegeben, erzählt die Leiterin der Kleintierabteilung Rebekka Triesch. Die Lebensumstände ihrer Besitzer hätten sich geändert, so dass sie sich nicht mehr um das Kaninchen kümmern konnten – ein häufiger Grund, weshalb die Langohren im Tierheim landen. „Hasen sollte man immer als Pärchen halten. Wenn eines der beiden stirbt, möchten manche Halter sich nicht wieder einen weiteren Partner für den Witwer oder die Witwe anschaffen und geben das Tier dann bei uns ab.“ Das sei aber immer noch besser, als wenn der Hoppler alleine bleibt, denn „Kaninchen sind gesellige Tiere und leiden, wenn sie alleine gehalten werden“, erklärt die Tierpflegerin.

Angie werde wohl nicht ganz so leicht vermittelbar sein, wie Häschen, die kleiner und jünger sind, meint Triesch. „Ich bin mir aber sicher, dass sie auch eine neue Familie finden wird.“

Aus zwei mach’ sechs

Rund 80 Kaninchen leben zurzeit im Tierheim. Vor vier Wochen sind Charlen, Georgia, Vienna und Brooklyn mit ihrer Mama Mariechen dazugekommen. Die Kaninchen-Babys sind nun etwa zehn Wochen alt und Ergebnis einer unglücklichen Verwechslung. „Die Besitzerin hatte sich für Mariechen eine Partnerin besorgt. In dem Tiergeschäft sagte man ihr, dass es sich bei dem Gefährten um eine Häsin handelt. Als Mariechen schwanger war, stellte sich heraus, dass die Partnerin in Wirklichkeit ein Partner und obendrein nicht kastriert war“, erzählt Triesch.

Ein neues Zuhause

Auch diese Kaninchen werden bald ein neues Zuhause finden, glaubt die Tierpflegerin. Vor Ostern adoptierten mehr Besucher ein Kaninchen. „Wir geben allerdings keine Häschen als Ostergeschenk ab“, schränkt sie ein. „Wenn sich jemand für eines oder mehrere unserer Häschen interessiert, führen wir ein ausführliches Gespräch.“

Die Person muss nachweisen, dass sie ausreichend Platz für eine artgerechte Haltung hat. Zudem informieren wir über die jährlichen Kosten, wie beispielsweise Impfungen, das richtige Futter und die Hygiene, informiert Triesch. „Für uns ist wichtig, dass jedes Tier in gute Hände kommt und nicht vernachlässigt wird.“

Dann geht die Tierpflegerin in den Hof und öffnet die Tür eines Transporters. Sie zeigt auf einen verdreckten hölzernen Käfig. „Das ist ein trauriger Fall in der Tierhaltung. In diesem mit Kot und Urin durchtränkten und teilweise verschimmelten Heu, das wahrscheinlich mehrere Monate nicht sauber gemacht wurde, haben mehrere Kaninchen gelebt.“ Glücklicherweise habe sich die Familie an das Tierheim gewandt und die Kaninchen abgegeben. So könnten die Hoppler doch noch ein glückliches Leben führen.

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