Hier darf ab sofort offiziell geparkt werden. Oberbürgermeister Bausch (links) und Geschäftsführer Torsten Regenstein knien vor einer druckfrischen Markierung. Entlang der Georg-Treber-Straße gibt es 668 Wohnungen in den Häusern der Gewobau. foto: stadt rüsselsheim/volker dziemballa
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Hier darf ab sofort offiziell geparkt werden. Oberbürgermeister Bausch (links) und Geschäftsführer Torsten Regenstein knien vor einer druckfrischen Markierung. Entlang der Georg-Treber-Straße gibt es 668 Wohnungen in den Häusern der Gewobau.

Verkehr

Mehr Platz für Autos in der Georg-Treber-Straße

Stadt und Gewobau lassen nach viel Hin und Her Taten folgen: Parkprobleme sollen mit 25 Stellplätzen in Wendehämmern gelindert werden.

Rüsselsheim -Protestkundgebungen, ein offener Brief ans Rathaus und eine Unterschriftenaktion - damit wehrten sich Anwohner der Georg-Treber-Straße im vergangenen Jahr gegen die Knöllchen-Wut, die zuvor ausgebrochen war. Seit mehr als 40 Jahren war das Parken in den Wendehämmern geduldet worden, Dann hagelte es plötzlich Strafzettel für die Anwohner.

Dabei sei es nicht nur reine Willkür gewesen, die Autofahrer dazu brachte, ihr Fahrzeug in einem eigentlichen nicht dafür vorgesehenen Bereich abzustellen. Anwohner mussten jahrelang Runden um den Block fahren, bis sie einen freien Parkplatz ergatterten. Eigentlich müssten 1,5 Stellplätze pro Wohnung vorhanden sein. Hier gebe es bei 48 Wohnungen nur 14 Stellplätze, hieß es. Die Situation verschärfte sich, als wegen Corona auch noch viele in Kurzarbeit mussten.

Zehn für Motorräder

Immerhin: Jetzt gibt es eine erste Entlastung. Aufgrund der angespannten Parksituation in der Georg-Treber-Straße hätten Vertreter der Stadt Rüsselsheim und der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewobau, deren Immobilien sich in der Straße befinden, bei einer Ortsbegehung geprüft, welche Möglichkeiten zur Entlastung umsetzbar seien. Nun seien erste Resultate sichtbar, heißt es von der Stadt. Es wurden 25 neue Parkplätze für Autos und zehn für Motorräder in den Wendehämmern der Stichstraßen markiert. "Durch die Parkmarkierungen legalisieren wir an geeigneten Stellen Parkflächen, die ohnehin genutzt werden, wo unsere Verkehrsüberwachung aber aufgrund der zuvor gültigen Parkreglungen Strafzettel verteilen mussten", sagt Oberbürgermeister Bausch

In Absprache mit der Feuerwehr

Dass diese Aktion nicht willkürlich von Stadt und Gewobau durchgeführt wurde, dafür hätten Absprachen mit der Feuerwehr gesorgt. Das Rangieren der Einsatzfahrzeuge solle im Brandfall natürlich nach wie vor möglich sein. Gleichzeitig hätte man aber auch noch deutlicher hervorgehoben, wo der Brandschutz das Abstellen von Fahrzeugen nicht zulasse, betont Oberbürgermeister Bausch.

Weitere Maßnahmen, um den Parkdruck abzumildern, würden derzeit auch in enger Abstimmung mit der Gewobau noch "geprüft", teilt Udo Bausch mit. Dazu Geschäftsführer Torsten Regenstein: "Die Gewobau hat ihrerseits die korrekte Garagennutzung im Quartier geprüft und einige Kündigungen ausgesprochen, so dass damit weitere Garagenplätze für Mieterinnen und Mieter zur Verfügung stehen". Ende Oktober vergangenen Jahres hatten Anwohner der Georg-Treber-Straße eine Liste mit 120 Unterschriften persönlich an Oberbürgermeister Bausch im Rathaus übergeben, mit denen sie gegen das in ihren Augen unverhältnismäßige Verteilen der Knöllchen protestieren wollten und Gespräche mit der Gewobau einforderten. Außerdem forderte sie die vollständige Rückerstattung der bisher ausgesprochenen Bußgelder. Man wolle nicht die Sponsoren für neue Parkmöglichkeiten werden, hieß es damals. Die Gewobau denke über einen Quartiersparkplatz nach, war bei einem Ortstreffen von Anwohnern und Baugesellschaft im Herbst zu hören. Dies koste aber nicht nur Grünfläche, sondern auch Geld - wobei eine Anwohnerin gleich die Sorge über das Umschlagen der Kosten auf die Miete äußerte. 35 Euro pro Strafzettel wurden fällig, etwa 13 würden pro Tag verteilt. Es zähle jeder Euro, zumal auch eine Mieterhöhung anstehe. Die Bewohner zeigten sich enttäuscht, dass sie vorher nicht informiert wurden.

Oberbürgermeister Udo Bausch konnte damals den Unmut in Teilen nachvollziehen. "Ich verstehe, dass der Parkdruck steigt", sagte er. Und auch die Mehrfachbelastung sei ihm bewusst. Wenige Parkmöglichkeiten, Homeoffice-Zeiten und Schichtarbeit sorgten für die prekäre Lage. red

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