Die Jugendarbeit wird in den neuen Richtlinien für die Sportförderung immer noch hoch angerechnet, doch jetzt profitieren auch Vereine, die andere Schwerpunkte setzen von den städtischen Zuschüssen. Foto: Panther media/bigandt
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Die Jugendarbeit wird in den neuen Richtlinien für die Sportförderung immer noch hoch angerechnet, doch jetzt profitieren auch Vereine, die andere Schwerpunkte setzen von den städtischen Zuschüssen.

Finanzen

Mehr Sportvereine profitieren

  • Dorothea Ittmann
    vonDorothea Ittmann
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Die Stadt passt die Förderrichtlinien an - der Einsatz für Gemeinwohl wird honoriert.

Rüsselsheim -Mehr Sportvereine in Rüsselsheim dürfen sich auf städtische Zuschüsse für ihre Arbeit freuen, sollten die Stadtverordneten am kommenden Donnerstag die geänderten Sportförderrichtlinien beschließen, die dann am 1. März in Kraft treten. Bisher waren nur 30 von 75 Sportvereinen berechtigt, einen Antrag auf Förderung zu stellen. Gemäß der neuen Förderrichtlinien würden 41 Vereine von den Zuwendungen profitieren.

Zur Unterstützung und Förderung der Vereinsarbeit und zur Unterhaltung vereinseigener Sportstätten stellt die Stadt Rüsselsheim jährlich Haushaltsmittel in Höhe von 130 000 Euro zur Verfügung. Weitere 10 000 Euro sind für die Sonder- und Projektförderung vorgesehen.

Der Fördertopf wird mit den geänderten Sportförderrichtlinien zwar nicht größer, die Kriterien für die Vergabe sind allerdings breiter gefasst. Der Magistrat begründet die Entscheidung damit, dass sich die Bedürfnisse der Menschen, die Vereinsstrukturen, Trends und Angebote gewandelt haben, was eine Anpassung der Richtlinien nach sich ziehe.

Beitrag zum Gemeinwohl

Von den Sportvereinen werde erwartet, dass sie einen zentralen und nachhaltigen Beitrag zum Gemeinwohl leisten. Ganztagsschulen, Kinderbetreuung, das Arbeitsverhalten, Integration, Inklusion oder das Gesundheitsbewusstsein prägten die Stadtgesellschaft und beeinflussten wiederum das Freizeitverhalten.

"Vereine sind unmittelbar von diesen Veränderungen betroffen und müssen nicht nur reagieren, sondern nicht selten auch neue Modelle erarbeiten und andere Wege gehen, um weiterhin bestehen zu können", heißt es in der Magistratsvorlage.

Zahlreiche Sportvereine seien nicht förderberechtigt, da ihr Jugendanteil unter den geforderten 15 Prozent liegt. Die Beurteilung von Vereinsarbeit allein auf den Anteil von Jugendlichen zu beschränken, sei jedoch nicht mehr zeitgemäß. Viele Vereine leisten an anderer Stelle hochwertige Arbeit, die bisher nicht ausreichend honoriert worden sei. Dazu gehören Angebote der Inklusion und Integration, des Gesundheitssports und der Prävention sowie Engagement und Investition zum Erhalt von Sportstätten. Diese Leistungen für das Gemeinwohl müssten ebenso bewertet und berücksichtigt werden, so der Magistrat.

Änderungen der Richtlinien zur Förderung von Sport und Bewegung in Rüsselsheim:

Gefördert werden Sportvereine mit mindestens 30 Mitgliedern (alt 50), wovon wiederum fünf Prozent (alt 15 %) im zugrundeliegenden Förderzeitraum noch nicht das 18. Lebensjahr vollendet haben dürfen.

Als Basisförderung erhalten die Vereine einen Grundbeitrag in Höhe von einem Euro pro Mitglied über 18 Jahre und 2,50 Euro pro Mitglied unter 18 Jahre.

Sportvereinen, deren Jugendanteil mehr als zehn Prozent (alt 15 %) beträgt, wird eine zusätzliche Förderung gewährt.

Die Ausbildung und Fortbildung zum Erwerb und Verlängerung für Lizenzen wird mit einem Zuschuss von 20 Prozent gefördert.

Kooperationen und Fusionen von Sportvereinen sowie die Kooperationen von Sportvereinen mit anderen Institutionen wie Schulen und Kitas, werden im Gründungsjahr auf Antrag gefördert.

Die Organisation und Durchführung von überregional bedeutenden Sportveranstaltungen wird mit 15 Prozent (alt 10 Prozent ) gefördert.

Die Vorlage geht auf einen Antrag der SPD-Fraktion vom 31. Januar 2018 zurück. Mit ihm wurde der Magistrat beauftragt, die finanzielle und räumliche Situation der Sportvereine zu prüfen und auf dieser Grundlage Vorschläge für die Erhaltung und die Verbesserung der Sportförderung zu erarbeiten. Um für alle Beteiligten ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen, beteiligte die Sportverwaltung den Sportbund Rüsselsheim als Dachverband der Rüsselsheimer Sportvereine an der Erstellung der Richtlinien. Man hatte sich zum Ziel gesetzt, das Antragsverfahren zu erleichtern, die Kinder- und Jugendarbeit sicherzustellen und dem Beitrag des Sports zum Gemeinwohl der Gesellschaft mehr Bedeutung beizumessen. Das Ergebnis wurde anschließend den Sportvereinen vorgestellt. red/dit

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